5 Orte mit gutem Kaffee an der Badstraße

Foto: Lena Meyer

Wenn uns jemand vor fünf Jahren gesagt hätte, dass es an der Badstraße gleich mehrere gute Cafés geben würde, wer hätte das für möglich gehalten? Wir sind vom Bahnhof die leicht abschüssige Straße hinabgegangen und stellen fest: Hier lässt sich’s leben, zumindest was den Kaffee an der Badstraße angeht.

Happy Birthday Bibliothek am Luisenbad!

Die Bibliothek am Luisenbad in der Travemünder Straße. Foto: Andrei Schnell
Die Bibliothek am Luisenbad in der Travemünder Straße. Foto: Andrei Schnell

Am 1. November 1995 eröffnete die Bibliothek am Luisenbad für kleine Leseratten aus Wedding und Gesundbrunnen. Die Bibliothek in der Travemünder Straße befindet sich in einem Haus, das früher zum Vergnügungsviertel rund um die einstige Heilquelle entstanden ist. Der mit Backsteinen in der Bibliotheksfassade gebildete Schriftzug “Kafé Küche” zeugt noch heute von der Geschichte des Hauses. 1995 entstand der moderne, überwiegend unterirdisch angelegte Neubau der Architekten Chestnut und Niess, wobei Teile das alten Gebäudes erhalten geblieben sind. Dazu gehört der Puttensaal im ersten Obergeschoss, der heute als stilvoller Veranstaltungssaal dient. Anlässlich des 20. Geburtstages, das von der Bibliothek offenbar ganz bescheiden übergangen wird, freuen wir uns über einen Artikel aus dem Kiezmagazin Soldiner.

„Wilma“: Bar mit Enten-Charme

Foto: Ashley JonesZwischen Badstraße und Luisenbad-Bibliothek, versteckt hinter halbhohen, mit Graffiti bemalten Mauern hat sich eine kleine Bar ihr kuscheliges Nest gebaut: Die Wilma bietet von Dienstag- bis Samstagabend einen Ort zum Einkehren und Wohlfühlen.

Seit einigen Monaten ziert das charmante Portrait einer japanischen Laufente die Außenfassade des schmalen, zweistöckigen Hauses, das man erst auf den zweiten Blick erspäht. Zwischen unverputzten Wänden mit Backstein-Flair, lässt man sich im schummrigen Schein der Kronleuchter auf Sessel oder Sofa nieder. Akustik-Musik liefert regelmäßig den passenden Soundtrack; an den Wänden sorgen wechselnde Ausstellungen für visuelle Schmankerl. Die Wilma ist Bar und Galerie in einem und bietet Platz für Nachwuchskünstlerinnen und -künstler, Comedy- und Bourlesk-Shows, Lesungen und Filmabende.

Die Panke entlang (Teil 2)

Gedenkstein WiesenstrIm ersten Teil sind wir schon von der Mündung der Panke am Nordhafen bis zur Pankstraße entlanggewandert – durch eine Art Niemandsland, zwischen Wohnhauszeilen und alten Fabrikgebäuden. Jetzt geht es weiter durch Gesundbrunnen bis fast zum Bürgerpark Pankow.

Wir starten an der Pankstraße 83. Idyllisch fließt hier die kanalisierte Panke zwischen den Brücken der Pankstraße und der Wiesenstraße, entlang begrünter Hinterhöfe und Wohnhäuser der 1950er Jahre. Der erste nachweisbare Siedlungskern des Wedding, ein landwirtschaftliches Gut im Besitz der Stadt Berlin und später des Kurfürsten, erstreckte sich genau hier ab dem 13. Jahrhundert. Die letzten Gebäude des Weddinghofes verschwanden erst während des Mietskasernenbaus der Gründerzeit. Genauso schwer ist heute vorstellbar, dass am 1. Mai 1929 in der Kösliner Straße, die sich hinter den Neubauten befindet, Straßenschlachten tobten, die mindestens 19 zivile Todesopfer forderten. Dieses Gebiet war eine kommunistische Hochburg, die den Beinamen des Bezirks „Roter Wedding“ prägte. Nur ein Findlings-Gedenkstein an der Wiesenstraßenbrücke erinnert heute noch daran – die einst so stadtbildprägenden Mietskasernen sind hier jedenfalls verschwunden.

Badstraßenkiez: Wo einst eine Quelle sprudelte

Weder die modernen Gebäude des Fern- und Regionalbahnhofs Gesundbrunnen noch die äußere Erscheinung der umliegenden Gebäude lassen heute noch erahnen, wo die Herkunft des Namens Gesundbrunnens zu suchen ist.

Tatsächlich war an der Stelle, an der die heutige Badstraße die Panke kreuzt, für einige Jahre ein Kurbetrieb angesiedelt, dem der ganze Ortsteil seinen Namen verdankt. Spätestens seit 1702 ist die Pankebrücke erwähnt, und kurz darauf entstand an dieser Stelle eine Walkmühle. Deren Nachfolgegebäude von 1844 mit aufgemaltem Mühlrad kann man heute noch dort finden.

Wedding am Wasser: Die Panke

panke balkon uferstr
Der „Panke-Balkon“ seit 2014 an der Uferstr.

Janz draußen an der Panke Hab ich mein kleenes Haus Davor steht eene Banke da ruh ich abends aus Da kommt mir manch Jedanke seh ich det Flüsscken ziehn Ganz leise gluckst die Panke Die heimatliche Panke …*

Der Fluss Panke, so sehr er auch mit Abwässern und Müll verschmutzt, in Rohre verlegt und später als schnurgerader Kanal wieder freigelegt wurde, ist repräsentativ für das volkstümliche, ärmliche Berlin. Genau hier kann, wer Spuren lesen kann, noch viel aus der Industriegeschichte und der Arbeiterbewegung des „Roten Wedding“ erkennen.