Die Sache mit den Einkaufswagen

Seit gut zwei Jahren haben einige Discounter, Supermärkte, Möbelhäuser und Baumärkte in bestimmten Teilen des Weddings ein gravierendes Problem: Einkaufswagen-Diebstahl. Denn dieses praktische Gefährt wird vielerorts schon lange nicht mehr nur im Geschäft selber genutzt, sondern dient scheinbar auch vielen Weddingern als Transporthilfe, Umzugswagen, Möbel, Mülltonne, Schlafplatz , Grill, Taxi oder Wertanlage. Manchmal stehen sie auch unmotiviert in Grüppchen auf den Gehwegen herum. Warum das nicht nur ein optisches Ärgernis ist, erfahrt ihr hier. Eine Bildersammlung gibt es am Ende des Textes.

Kurze Wege zum Einkaufen im Wedding? Fehlanzeige!

In der Müllerstraße. Foto: Joachim Faust
In der Müllerstraße. Foto: Joachim Faust

Meinung Wenn was im Wedding kommt, dann immer gleich doppelt und dreifach. Wir erleben das gerade an der Müllerstraße mit ihrer hohen Dichte an Filialisten. An anderen, nicht weniger lebendigen Stellen herrscht dagegen gähnende Leere. Der Markt regelt eben doch nicht alles von allein.

Bye, bye Supermarkt!

Zsolt Szentirmai, David Farine und Ela Kagel beim Einzug in die Brunnenstraße 64 vor vier Jahren.
Zsolt Szentirmai, David Farine und Ela Kagel beim Einzug in die Brunnenstraße 64 vor vier Jahren.

Schlamassel – der Begriff beschreibt am besten die Situation, in der sich der Supermarkt in der Brunnenstraße 64 derzeit befindet. Ende Juni läuft der Mietvertrag aus. Eigentlich wollte die gefragte Kreativ- und Experimentierzone fürs digitale Leben im Juni ins Stattbad Wedding umziehen. Weil das Bezirksamt Mitte das Stattbad in der Gerichtstraße kürzlich wegen Sicherheitsmängeln gesperrt hat, ist auch die Zukunft des Supermarkts ungewiss. Bisher konnte kein Ausweichquartier gefunden werden. Das Brunnenviertel verliert damit Ende Juni einen engagierten Akteur, viele neuen Impulse und der Supermarkt den Raum für seine Projekte. Am Donnerstag (25.6.) findet die Abschiedsparty statt.

Diesterweg-Gelände: Neuer Wohnbauplan bis Mitte Juni

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Das ehemalige Schulgebäude des Diesterweg-Gymnasiums im Brunnenviertel steht seit vier Jahren leer.

Eigentlich sollten die mehr als 300 günstigen Wohnungen im Brunnenviertel längst fertig sein. Im Gemeinschaftsgarten zwischen Putbusser und Swinemünder Straße sollten schon die Tomaten wachsen, in der neuen Kita sollten die Kinder spielen, im großen Saal Veranstaltungen für den Kiez stattfinden. Im Februar 2014 stimmten die Bezirksverordneten von Mitte einhellig für das auch im Kiez favorisierte Projekt des Teams ps wedding und gegen ein konkurrierendes Wohnungsbaukonzept des landeseigenen Wohnungsunternehmens degewo. Doch noch immer steht das ehemalige Gelände des Diesterweg-Gymnasiums leer, nichts ist gebaut und entwickelt worden.

Diesterweg-Gymnasium: Wie geht es weiter im orangenen Raumschiff?

Diesterweg_leerstandUm die Zukunft des seit vier Jahren leer stehenden Schulgebäudes in der Putbusser Straße geht es bei einer Veranstaltung des Stadtteilvereins Brunnenviertel am Freitag, den 8. Mai. Der Verein lädt ab 14.30 Uhr zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung in den Supermarkt, Brunnenstraße 64 ein.

Coworking im Wedding: Suche Schreibtisch ohne Büro

supermarktStudios2Neulich beim Kaffeetrinken, wir saßen bei Apfelkuchen und Filterkaffee am Familientisch, stand ich plötzlich im Mittelpunkt des Interesses: Und was macht die Arbeit? Fragte meine Oma. „Ich habe gestern im Supermarkt gearbeitet“, sagte ich. Meine Oma ist über 80 Jahre alt, weiß aber genau, dass ich keine Verkäuferin bin sondern Journalistin. Ich stach mit der Gabel ein weiteres Stück des Kuchens ab und versuchte eine Erklärung: „Die Supermarkt Studios sind ein Coworking Space. Alle reden doch vom Coworking und da wollte ich es einfach mal ausprobieren.“ Ihr Gesichtsausdruck ließ mich innehalten. Coworking was? Neugierig und ein wenig ratlos schaute sie mich an während sie mir Kaffee nachschenkte und auf eine Erklärung wartete.

Weddingdress – Mode sofort mitnehmen

Vor neun Jahren organisierte das landeseigene Wohnungsunternehmen degewo zum ersten Mal ein Modefest auf der Brunnenstraße in Höhe U-Bahnhof Bernauer Straße. Damals wie heute ist die Hoffnung, das Fest Weddingdress möge helfen, das Brunnenviertel an das sogenannte kreative Berlin anzudocken. Tatsächlich finden sich viele Modeaussteller, die sich auf 130 Ständen präsentieren. Die degewo spricht deshalb von einem Erfolg.

LifeThek: Eine Bibliothek für Alltagsgegenstände

Andreas Arnold in der LifeThek im Supermarkt in der Brunnenstraße.
Andreas Arnold in der LifeThek im Supermarkt in der Brunnenstraße.

Der Supermarkt in der Brunnenstraße 64 ist ein Ort der vielen Möglichkeiten. Hinter der Glasfassade verbirgt sich eine junge, kreative und irgendwie neue Welt. Im Moment ist der Supermarkt eine Bibliothek für Dinge des täglichen Lebens: Fahrradanhänger, Bollerwagen, Bohrmaschinen, Babyschalen fürs Auto, Wanderrucksäcke, ein Tau, ein Kärcher, Laufräder und vieles mehr. Seit April und noch bis Ende Juni hat Andreas Arnold mit seiner LifeThek Platz im Kreativ-Ressourcen-Center gefunden. Am Sonntag (8. Juli) ist die LifeThek zusammen mit 50 anderen Akteuren der Share Economy bei der Share Fair im Supermarkt dabei.