Schlagwörter: Prenzlauer Berg

Mauerpark – geschenkt!

Der Flohmarkt am Mauerpark, im Vordergrund wird die Erweiterungsfläche des Parks umgestaltet. Foto: Hensel
Der Flohmarkt am Mauerpark, im Vordergrund wird die Erweiterungsfläche des Parks umgestaltet. Foto: Hensel

Gehört der Flohmarkt am Mauerpark zum Wedding? Auf dem Papier ist das Gebiet rund um den Biergarten Mauersegler und den Flohmarkt seit langem Brunnenviertel. Doch das weiß fast niemand und das fühlt sich auch nicht so an. Der „gefühlte Wedding“ endet natürlich gleich hinter den Häusern in der Wolliner- und der Graunstraße. Flohmarkt am Mauerpark, Touristen, Mauersegler, Blumenladen – alles Prenzlauer Berg. Ab sofort stimmt das Bauchgefühl. Bye, bye Mauerpark!

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Autos können wieder durch Gleimtunnel fahren

Früher gab es im Tunnel auch Parties

Nach einem Ortstermin von Bezirks- und Landespoltikern am 3. Januar wurde die Wiedereröffnung des Gleimtunnels für den 13. Januar vorbereitet. Bei einem Unwetter am 27. Juli war der Gleimtunnel, der eigentlich eine 130 Meter lange Bahnunterführung mit 80 denkmalgeschützten, gusseisernen Säulen ist, überflutet worden. Dutzende geparkte Autos wurden durch die Wassermassen zusammengeschoben.

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Bahnhöfe im Wedding: Bornholmer Straße

S Bhf Bornholmer S-BahnEin eigenartiges Schauspiel unter der Bösebrücke. Zwei rot-gelbe S-Bahnen fahren nebeneinander, nur für ein paar Sekunden, so dicht, dass sich die Fahrgäste zuwinken könnten, doch trennt eine Betonmauer sie voneinander. Alle anderthalb Minuten wird bei der einen Bahn die Türschließung betätigt, und etwas zu schnell für die enge Kurve fährt sie auch. Die andere hingegen fährt am Bahnsteig ohne Halt vorbei. Die Züge nehmen unterschiedliche Richtungen, eine verschwindet im Ostteil, die andere im Westteil Berlins. Die Episode zeigt: unter all den Absurditäten, die die Teilung der Stadt ab 1961 mit sich brachte, nahm der Bahnhof Bornholmer Straße eine herausragende Stellung ein.
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Jülicher Straße: Die Um-Leid-ung

Anwohnerprotester Bösebrücke (C) BürgerinitiativeEinige Straßen in Gesundbrunnen und Prenzlauer Berg verändern sich. Ihr Kopfsteinpflaster sind sie schon los, ab Juni wird es auch noch laut. Dann wird an der Bösebrücke an der Bornholmer Straße gebaut, der Verkehr durch Wohngebiete umgeleitet. Anwohner fordern jetzt vehement ein Mitspracherecht bei der Planung.

Im Juni 2015 beginnen an der Bösebrücke an der Bornholmer Straße umfassende Sanierungsarbeiten. Dafür wird die „Bornholmer Brücke“ zwei Jahre lang für Autos nur noch von Ost nach West passierbar sein. Die täglich rund 10.000 Fahrer, die aus der anderen Richtung kommen, sollen eine Umleitung über die Jülicher, Behm- und Malmöer Straße nutzen. Vor allem auf der Prenzl’berger Seite der Brücke regt sich dagegen Protest.

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Wedding-Jahresrückblick Februar 2014: Lästergold

Alle zwei Tage öffnet sich hier im Weddingweiser ein satirisch-literarisches Monatstürchen in das vergangene Jahr mit der Weddinger Lesebühne Brauseboys. Alle Texte werden nach Erscheinen auf der Seite „Weddingrückblick“ gesammelt.

FEBRUAR 2014 

Lästergold – Olympia im Wedding (von Frank Sorge)

Wenn schon die Zuschauerränge in Sotschi leerbleiben, sind ja vielleicht auch Quotenplätze vor dem Fernseher frei. Dann kann ich den ja mal einschalten, bevor das gar keiner guckt.
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Der Wedding-Jahresrückblick der Brauseboys: Januar 2014

Ab dem 8.12. öffnet sich hier im Weddingweiser alle zwei Tage ein satirisch-literarisches Monatstürchen in das vergangene Jahr mit der Weddinger Lesebühne Brauseboys. Alle Texte werden nach Erscheinen auf der Seite „Weddingrückblick“ gesammelt.

JANUAR 2014 

Zuwanderung & Abspaltung (von Volker Surmann)

Die Nachrichten überschlagen sich: In Kiew erreichen die Maidan-Proteste neue Höhepunkte, prorussische Separatisten wollen die Krim abspalten und eine eigene Republik gründen, in Deutschland tobt die Zuwanderungsdebatte. Der folgende Dialog versucht, diese Konflikte, nun ja, zu illustrieren: Weiterlesen

Im Wedding prallen Welten aufeinander

Was macht den Wedding so reizvoll? Die Einen finden den Wedding im Grunde total vorhersehbar, ungefähr so wie den ältesten Freund aus Grundschulzeiten. Wer diesen Teil der Stadt mit dieser Einstellung durchquert, wird seine Erwartungshaltung schnell bestätigt sehen. Die Anderen hingegen entdecken ständig etwas Neues, vollkommen Unerwartetes in den Straßen und Parks des Wedding…

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Gentrifizierung: Auf Spurensuche im Wedding

Das Stadtführungsprojekt “Nächste Ausfahrt Wedding“ startet am 3. Mai mit einer Spurensuche in seine achte Saison. Ausfahrt-Spezialisten Lothar Gröschel und Tanja Kapp haben ihr Projekt seit 2007 zum nachbarschaftlichen Reisebüro für Erkundungen im Brunnenviertel und im Wedding etabliert. Gleich hinter dem Gleimtunnel, wo ein kleines blaues Schildchen mit der Aufschrift „Rein“ Besucher ins Brunnenviertel bittet, beginnen ihre Reisen in den Wedding. Weiterlesen

Wer gründete die Gleim-Oase?

(C)  www.gleim-oase.de
(C) www.gleim-oase.de

Bürgerwissen über den Ursprung einer Verkehrsinsel gesucht! Im Wedding/Gesundbrunnen gibt es seit 1985 eine besondere Verkehrsinsel. Sie ist mit ihren schätzungsweise 530 qm nicht nur besonders groß (gar die größte?), und mit ihren Bäumchen nicht nur die grünste, sondern sehr wahrscheinlich auch eine der geheimnisvollsten. Die beiden Paten Dunja Berndt und Holger Eckert fragen sich, durch welche Umstände es überhaupt zum Bau der Verkehrsinsel Gleim-Oase kam…

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Willkommen Schwabe

Schwaben verpisst euch
Ein Bauwagen im Wedding, der zuvor bestimmt im Prenzlauer Berg geparkt war

Ups, ist das tatsächlich der Titel der Kolumne? Ich bin nämlich gar kein Schwabe, sondern Badener. Der Unterschied zwischen Badenern und Schwaben wird in Berlin meist ignoriert, denn immerhin teilen sie sich ein Bundesländle, und wenn sie den Mund aufmachen, sind sie für ungeschulte Ohren kaum zu unterscheiden. Hier gelte ich also als Schwabe und damit als Mitglied der Bevölkerungsgruppe, die im dringenden Verdacht steht, den Prenzlauer Berg im Milchkaffee ertränkt zu haben. Weil man im Wedding inzwischen alarmiert ist, höre ich hier immer öfter Sätze wie „zum Glück sind die Schwaben noch nicht hier“. Mir ist natürlich klar, dass „der Schwabe“ in solchen Äußerungen nur eine Variable für Zugezogene ist, die den Wohnraum verteuern und Berlin am liebsten zu der Provinz machen möchten, der sie selbst entflohen sind. Oder sind doch die Schwaben damit gemeint? Immerhin ist der Schwabe als Fremder im Kiez gut erkennbar (Dialekt, Milchkaffee) und ähnlich wie der Hipster (Jutebeutel, hippe Klamotten) bestens geeignet, um die Sorge um bezahlbaren Wohnraum auf ihn zu projizieren. Ob es letzteren auch künftig im Wedding geben wird, bestimmen weniger die Schwaben und Hipster, sondern vor allem die Miet- und Wohnungspolitik, die viel zu lange stiefmütterlich behandelt wurde. Und ob der Wedding seinen offenen, toleranten Charakter behalten wird, bestimmen am Ende wir Weddinger. Spätestens wenn hier tatsächlich die ersten „Schwaben raus“-Graffiti auftauchen, läuft irgendetwas schief. So wie drüben im Prenzelberg, gell Wedding?