Die 11 besten Übergänge in andere Stadtteile

Serie - Die besten 11

Inspi­riert von unse­ren Tipps für Fla­neu­re schick­te uns Lese­rin Elsa einen gan­zen Arti­kel, den ihr hier lesen könnt.

Wer sich aus dem Wed­ding her­aus­traut, kann wirk­lich schö­ne und über­ra­schen­de Über­gän­ge zwi­schen unse­rem Orts­teil und den angren­zen­den ent­de­cken. Es sind ins­ge­samt 7 Orts­tei­le, mit denen der Wed­ding sei­ne Gren­ze teilt: Tegel, Rei­ni­cken­dorf, Pan­kow, Prenz­lau­er Berg, Mit­te, Moa­bit und Char­lot­ten­burg-Nord. Jeder bie­tet mehr oder weni­ger bekann­te Über­gän­ge, alle sind aber einen Spa­zier­gang wert.

Die schönen Ränder des Wedding

Orts­schild Wedding

1. Auto­frei nach Tegel: Eine der schöns­ten Fahr­rad­tou­ren im Wed­ding beginnt am Plöt­zen­see und folgt dem Span­dau­er Schiff­fahrts­ka­nal bis nach Span­dau. Der Weg ist dabei auf der gan­zen Stre­cke fast auto­frei: Auf der einen Sei­te der Kanal, auf der ande­ren Schre­ber­gär­ten. Vor der Auto­bahn­brü­cke steht ein Schild, das uns dar­an erin­nert, dass wir den Wed­ding ver­las­sen, bzw. wie­der betre­ten. In Reich­wei­te befin­det sich auch der Park Jung­fern­hei­de, wenn man die nächs­te Brü­cke über­quert hat.

2. Ver­steck­te Wege nach Rei­ni­cken­dorf: Wer ist nicht schon mal rum­ge­irrt, um den rich­ti­gen Weg in den Reh­ber­gen zu fin­den, der zum Kurt-Schu­ma­cher-Platz führt? Par­al­lel zum Charles-Cor­cel­le-Ring und am Schwar­zen Gra­ben ent­lang (ein klei­nes Rinn­sal, das übri­gens aus dem Schä­fer­see in den Span­dau­er Schiff­fahrts­ka­nal fließt) führt der klei­ne Weg an Gar­ten­ko­lo­nien vor­bei. Wer nach dem Wild­tier­ge­he­ge den läng­li­chen Hügel mit­ten in der Gar­ten­ko­lo­nie erblickt, weiß, dass er auf dem rich­ti­gen Weg zum Kurt-Schu­ma­cher-Platz ist und ihm somit der Auto­ver­kehr der Mül­ler­stra­ße erspart bleibt.

3. Wer Lust auf einen weni­ger über­lau­fe­nen See als den Plöt­zen­see hat, kann zum kreis­run­den Schä­fer­see lau­fen. Vom Wed­ding nach Rei­ni­cken­dorf kann man durch den denk­mal­ge­schütz­ten Schil­l­er­hof gelan­gen, eine Wohn­an­la­ge, die schon in der Wei­ma­rer Repu­blik errich­tet wor­den ist. Dabei ist es leicht, die­sen über­ra­schen­den Durch­gang zu ver­pas­sen, denn der Ein­gang durch ein Tor erfolgt genau an der Bie­gung zwi­schen Bar­fus­stra­ße und Aro­ser Allee. Hin­ter dem bunt ver­zier­ten Haus, das sogar die Inschrift „Schil­l­er­hof“ trägt, ver­steckt sich eine ruhi­ge Stra­ße, die nach eini­gen Stra­ßen zum Schä­fer­see führt.

4. Nach Pan­kow: Wenn man der Pan­ke Rich­tung Nor­den folgt, genießt man den ruhi­gen Weg, aber gleich­zei­tig Abwech­se­lung: zahl­rei­che Spiel­plät­ze, kul­tu­rel­le Ein­rich­tun­gen und Cafés. Beim Ver­las­sen des Wed­dings über­schrei­tet man die ehe­ma­li­ge Ber­li­ner Mau­er kurz nach der S‑Bahn-Brü­cke und kommt im Bür­ger­park an, schon befin­det man sich in Pan­kow. Gleich dahin­ter befin­den sich übri­gens das net­te Café „Mira­bel­le“ und der Kin­der­bau­ern­hof „Pinke­Pan­ke“.

5. Jede/r kennt die Böse­brü­cke, fälsch­li­cher­wei­se auch Born­hol­mer Brü­cke genannt, die die Tram über­quert, wenn sie den Wed­ding ver­lässt und im Prenz­lau­er Berg ankommt. Weni­ger hek­tisch geht es eini­ge Meter wei­ter in Rich­tung Pan­kow von der Grün­ta­ler Stra­ße zur Espla­na­de unter einer S‑Bahn-Brü­cke zu. Da wer­den Fahr­rad­fah­rer und Fuß­gän­ger regel­mä­ßig nur durch vor­bei­ra­sen­de Züge aus ihrer Ruhe gebracht. Rich­tung Süden: Die mit Bäu­men bepflanz­te Nor­we­ger­stra­ße führt dann an den Glei­sen lang und vor allem durchs Grü­ne unter die Böse­brü­cke Rich­tung Prenz­lau­er Berg und wei­ter zum Mauerpark.

6. Durch den Park in den Prenz­lau­er Berg: Noch bis 2013 war der Durch­gang vom Wed­ding kom­mend zum Mau­er­park nur über den Gleim­tun­nel mög­lich. Erst mehr als 20 Jah­re nach dem Mau­er­fall wur­de die Sack­gas­se Lort­zing­stra­ße für Fuß­gän­ger durch­bro­chen, so dass nun Bewoh­ner des Brun­nen­vier­tels direkt durch die­sen Ein­gang den Park betre­ten kön­nen, und dies sogar barrierefrei.

Park am Nord­bahn­hof Foto Hensel

7. Über­gang nach Mit­te: Ein klei­ner erhöh­ter Grün­strei­fen auf ehe­ma­li­gen Glei­sen, anstel­le des Todes­strei­fens, das ist der Park am Nord­bahn­hof, der das Brun­nen­vier­tel von Mit­te trennt. Hier wird gechillt, gespielt, ein­fach nur über­quert, trai­niert, geklet­tert und sogar Vol­ley­ball gespielt! So vie­le Mög­lich­kei­ten, obwohl der Park auf den ers­ten Blick gar nicht so groß erscheint.

8. Fluss­bett Rich­tung Mit­te: Hier, zwi­schen dem Wed­ding und Mit­te, kommt sie wie­der, die Pan­ke! Vom Eri­ka-Hess-Sta­di­on fließt die Süd­pan­ke wei­ter hin­ter dem neu­ge­bau­ten Gebäu­de des Bun­des­nach­rich­ten­diens­tes bis zur Haber­saath­stra­ße. Die­ser flie­ßen­de Faden zwi­schen dem Wed­ding und Mit­te wird zur­zeit erwei­tert. Teil­wei­se wird an der Stel­le immer noch gebaut, aber ein gro­ßer Abschnitt ist schon begeh­bar und wird von den Ein­woh­nern ger­ne benutzt: Zum Gas­si­ge­hen, Fahr­rad fah­ren, aber auch zum Rodeln!

9. Über­gän­ge nach Moa­bit: Eine 1994 frei­ge­ge­be­ne Fuß­gän­ger­brü­cke ver­bin­det den Wed­ding mit Moa­bit und Mit­te am Nord­ha­fen, die Kie­ler Brü­cke. Wenn man die­se blaue Bogen­brü­cke pas­siert, kann man das fast gänz­lich neu aus dem Boden gestampf­te, über­teu­er­te und somit sehr umstrit­te­ne Neu­bau­ge­biet Euro­pa­ci­ty errei­chen. Sehr viel Leben ist auf die­ser Sei­te des Ufers nicht. Ganz anders sieht es am Nord­ha­fen aus, da wo die Pan­ke in den Kanal mün­det: Der Hafen selbst wur­de schon in der Nach­kriegs­zeit still­ge­legt, vor ein paar Jah­ren in Grün­flä­chen umge­wan­delt und zieht bei schö­nem Wet­ter Ein­woh­ner für ein Fei­er­abend­bier oder Pick­nick bis zur spä­ten Stun­de an.

10. Wie­der eine Brü­cke – wenn auch ohne Was­ser – wie­der ein Hafen und schon wie­der ist man in Moa­bit: Das ist die Put­litz­brü­cke. Der brei­te Aus­blick von oben auf die vie­len Glei­se der Ring­bahn, auf den prä­gnan­ten BEHA­LA-Ver­wal­tungs­turm vom West­ha­fen – der größ­te Bin­nen­ha­fen Ber­lins – und auf den Fern­seh­turm auf der gegen­über­lie­gen­den Sei­te bei oft wun­der­ba­ren Son­nen­un­ter­gän­gen schaf­fen es sogar, den regen Ver­kehr rings­um ver­ges­sen zu lassen.

11. Den viel­leicht ori­gi­nells­ten Wed­din­ger “Über­gang” bil­det die Schleu­se Plöt­zen­see. Sie ver­bin­det über das Was­ser den Wed­ding mit Char­lot­ten­burg-Nord und kann von März bis Okto­ber pas­siert wer­den, egal ob mit Motor­boot, Aus­flugs­damp­fer oder Kajak! Vom Fest­land aus kann sie am Bes­ten am Span­dau­er-Schiff­fahrts­ka­nal auf der Höhe des Plöt­zen­sees beob­ach­tet werden.

Gastautor

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