Freiluftkino Rehberge: Weiter geht’s im Zauberwald

Der Eingangsbereich des Freiluftkinos RehbergeIm letzten Sommer wurde – bei rekordverdächtig gutem Wetter – zehn Jahre Freiluftkino Rehberge gefeiert. Und auch in dieser Saison hat das Areal der traumhaft im Hang einer Sanddüne gelegenen Freilichtbühne nichts von seinem Charme verloren. Ein gutes Programm, eine Mischung aus Mainstream- und Arthousefilmen sowie Klassikern, gibt es sowieso.

Neue Straßennamen, alte Probleme

Nun ist es beschlossene Sache: Die drei umstrittenen Straßennamen im Afrikanischen Viertel werden durch neue Namen ersetzt, so hat die Bezirksverordnetenversammlung entschieden. Für den Nachtigalplatz und die Lüderitzstraße sind die Namen Bell-Platz und Cornelius-Fredericks-Straße vorgesehen. Für die Petersallee sind sogar zwei neue Namen beschlossen worden. Der Westteil soll Maji-Maji-Allee, der Ostteil Anna-Mungunda-Allee heißen.

Aus Nachtigalplatz und Lüderitzstraße wird …

Schon  fast gestrichen: Lüderitzstraße

Aus einer kolonialen Begeisterung in der Kaiserzeit heraus wurden im Afrikanischen Viertel Straßen nach Protagonisten der deutschen Kolonialgeschichte, Städten, Flüssen oder Ländern Afrikas benannt. Im letzten Jahr sorgten Ideen für den Ersatz umstrittener Straßennamen in ganz Berlin und darüber hinaus für Furore. Nun liegen neue Namensvorschläge für den Nachtigalplatz, die Lüderitzstraße und die Petersallee vor, die am Donnerstag (1.3.) vorgestellt werden. Sie läuten die nächste Runde in der Auseinandersetzung um die Kolonialnamen ein.

Straßenumbenennung: Pro und Contra zum Juryverfahren

Afrikanisches Viertel, Kameruner Straße Ecke Togostraße
Kameruner Straße Ecke Togostraße

Zum Verfahren, wie die Vorschläge für neue Straßennamen im Afrikanischen Viertel erarbeitet wurden, hat es viel Kritik gegeben. Die Anwohner seien nicht beteiligt, Bürgervorschläge ignoriert und Wissenschaftler nicht involviert worden, so die Vorwürfe. Daniel Gollasch vom Kreisvorstand Mitte von Bündnis 90/Die Grünen verteidigt das Vorgehen der Jury, die nur ausgeführt habe, was das Bezirksparlament beschlossen hat. Anwohner Joachim Faust wünscht sich jedoch eine Aufarbeitung des Juryverfahrens, eine unzweifelhafte Namensgebung und einen bürgernahen Umgang mit den Betroffenen.

Neue Straßennamen: Die Chance der Debatte

infostele-afrikanisches-viertel
Infostele „Afrikanisches Viertel“

Aktualisiert: Kommentar Wir haben viele Jahre Diskussion hinter uns, in denen es um die gut gemeinte Umbenennung von Straßen im Afrikanischen Viertel geht. Niemand will, dass mit Straßennamen Kolonialverbrecher geehrt werden. Die aktuelle Debatte kann viel dazu beitragen, handwerkliche Fehler bei den neuen Straßennamen zu vermeiden.

Umstrittene neue Namen im Afrikanischen Viertel

Aktualisiert 6.6.17 Der Gesang der Nachtigall aus den nahen Rehbergen ist es nicht, dem der Nachtigalplatz seinen Namen verdankt. Vielmehr wird der als Kolonialist geltende Forscher Gustav Nachtigal geehrt. Auch Adolf Lüderitz, der sich große Ländereien mit Tricksereien erschwindelte, wird mit einer Straße im Wedding gewürdigt. Damit, dass ihre Namen aus dem Straßenbild getilgt werden, möchte der Bezirk Mitte diese Personen nicht mehr ehren.  Nach massiver Kritik an einem der ausgewählten Namen fordert die Bezirksstadträtin jetzt die Jury auf, eine Ersatznominierung vorzunehmen.

Umwidmung im Afrikanischen Viertel aus Anwohnersicht

Petersallee
Foto: Andy Fiebert

In der BVV wird die CDU-Fraktion am 18. Februar  abermals versuchen, den Dauerbrenner Afrikanisches Viertel für sich politisch nutzbar zu machen. Nachdem 1986 schon die Petersallee umgewidmet wurde, sollen nun also weitere Umwidmungen auf der hiesigen Agenda landen. Wie sich allerdings geschichtsklitternde Umwidmungen von Straßennamen mit dem zuvor beschlossenen postkolonialen „Lern- und Erinnerungsort Afrikanisches Viertel“ vertragen sollen, das verrät die Fraktion nicht.

Freiluftkino Rehberge: Gute Filme im Zauberwald

Programmflyer vor dem Eingang des Freiluftkinos Rehberge
Freiluftkino Rehberge

Windlichter weisen den Weg und führen die Besucher den bewaldeten Hang hinauf. Ich kann es kaum glauben, dass ich mich hier noch in Berlin-Mitte befinde. „Willkommen im verwunschensten Freiluftkino Berlins“, begrüßt der Vertreter des Kinobetreibers die Besucher zum diesjährigen Saisonauftakt in den Weddinger Rehbergen. Eine Waschbärfamilie wohnt auf dem Gelände, erzählt er, und ein Greifvogel habe sich auch schon einmal auf den Sitzbänken niedergelassen. Wer sich auf die Freilichtbühne Rehberge einlässt, glaubt, im Zauberwald angekommen zu sein.

Open Air Cinema Rehberge: Good movies in a fairy tale forest

Programmflyer vor dem Eingang des Freiluftkinos Rehberge

Candles light the way and lead the visitor up a foresty hill. It doesn’t seem to be Berlin-Mitte at all anymore. „Welcome to the most romantic Open Air cinema in Berlin“, we are greeted. A racoon family is living in the cinema, and birds of prey have been sighted here as well – if you enter Rehberge, you think you’re in a fairy tale forest…