Kantine N°1: Ein Lichtstrahl für den Osramkiez

Kantine Nr.1 in den Osram-HöfenIn den Osramhöfen und im benachbarten Forum Seestraße befinden sich zahlreiche Arbeitsplätze: einige bei der Polizei, in Arztpraxen und bei Bildungseinrichtungen. Ein weiterer Arbeitsort ist die meco Akademie. Sie bringt 450 Teilnehmende verschiedener Weiter- oder Berufsbildungen, Dozenten und eigene Mitarbeiter zusammen. Neuerdings können sich all diese Menschen in der Kantine N°1 treffen, ihre Pause verbringen. Hier gibt es dafür Getränke und vegetarisches Essen. Aber auch für die Zeit zwischen den Pausen ist die Kantine da, denn es gibt ein originelles Coworking-Angebot. 

Auf Entdeckungstour durch den Malplaquetkiez

Bei der Entdeckungstour durch den Malplaquetkiez, mit seinen schönen Altbauten und bunten Fassaden, mag einem der eine oder andere Straßenname, der nach einem Ort oder einer Stadt in Europa benannt ist, auffallen. Hinter den Namen verbirgt sich so manch spannende Geschichte aus dem Spanischen Erbfolgekrieg von 1701 – 1714. Die kräftezehrenden Kämpfe um die Vorherrschaft der Krone in Europa sind hierbei Namensgeber und erinnern an das Aufeinandertreffen und Ränkeschmieden der verschiedenen Allianzen. Mit der Malplaquetstraße, die dem Kiez seinen Namen verleiht, wird im Berliner Stadtteil Wedding sogar an eine der blutigsten Schlachten gedacht. Allein 35.000 Kämpfer verstarben damals im französischen Ort Malplaquet. Doch nicht nur an wichtige Schlachten im Spanischen Erbfolgekrieg wird erinnert, sondern auch an den in Utrecht geschlossenen Friedenspakt der streitenden Mächte, welcher die Beendigung des Krieges nach sich zog und Europa wieder zur Ruhe kommen ließ.

SOS-Kinderdorf Wedding feiert 20-jähriges mit Pomp und leisem Servus

Kirsten Spiewack vom SOS Kinderdorf Wedding zieht es nach Moabit. Foto Andrei Schnell.
Kirsten Spiewack vom SOS-Kinderdorf im Wedding zieht es nach Moabit. Foto: Andrei Schnell

Da war großer Jahrmarkt im SOS-Kinderdorf im Wedding. Die SOS-ler feierten mit vielen wichtigen Leuten das Jubiläum „20 Jahre Berufsausbildungszentrum“. Der Ausspruch „Kinder wie die Zeit vergeht“ hätte gut das Motto der Feier sein können. Gleichzeitig war es vielleicht auch ein Abschiedsfest des SOS-Kinderdorf vom Wedding. Wesentliche Teile des Standortes ziehen nach Moabit um, wo eine „Botschaft für Kinder“ gebaut wird. Umziehen wird auch die Ausbildungsküche Rossi, die derzeit noch im vierten Stockwerk ihre Gäste bewirtet.

La Luz: Aus Fabrik wurde Event-Saal

(C) Sigrun Wetzel
(C) Sigrun Wetzel

Selbst wer eine größere Veranstaltung durchführen will, wird im kleinen Malplaquetkiez fündig. Etwas versteckt in den Osramhöfen ist das LaLuz zuhause. Mit einer Kombination aus Restaurant und Veranstaltungslocation bieten Guido Wendering und seine internationale Crew für jede Form von Tanz- und Theaterveranstaltungen, Konzerten, Hochzeitsfeiern, Geschäftsessen, Geburtstagsparties, Seminaren oder Workshops den passenden Ort – bezauberndes Ambiente inklusive.

Flying Roasters – eine Kaffeerösterei im Wedding

Fiveroaster_001Flying Roasters (ursprünglich: Five Roasters) ist eine kollektive Kafferösterei mitten im schönen Wedding. Sie sind ein Teil des Netzwerks „Roasters United“, in dem sich sieben Röstereien aus Europa zusammengeschlossen haben. Nadine und Olli leben und arbeiten schon lange im Osramkiez. Vor einigen Wochen ist George dazugestoßen. Er bereichert das Team ab sofort mit seiner langjährigen Erfahrung im Rösten und der Kaffeezubereitung.

Heilende Hände in der Oudenarder Straße

(C) Claudia Adrian
(C) Claudia Adrian

Wir sitzen in dem gemütlichen Empfangsbereich der Praxis und trinken Tee. Ich fühle mich sofort sehr wohl und entspannt. Die Praxisräume sind hell und großzügig. Ein großer Tisch mit Stühlen und eine kleine Küchenzeile vermitteln eine sehr private Atmosphäre. Die alten Holzflügeltüren und die in einem warmen Gelb gestrichenen Wände wirken sehr einladend. Alles ist mit viel Liebe gestaltet und eingerichtet.

Kiez rund um den Leo und Osramkiez: Städtische Qualität

Neue und alte Nazarethkirche direkt hintereinander

 

Neue Nazarethkirche
Neue Nazarethkirche

Das namenlose Viertel an der Nazarethkirchstraße zwischen dem Leopoldplatz, der Müllerstraße, der Seestraße und der Reinickendorfer Straße besitzt von allen Weddinger Kiezen mit die geschlossenste Bebauung aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg. Die in ein Gewerbe- und Bürozentrum umfunktionierten Osram-Höfe, einst Europas größte Glühlampenfabrik (erbaut 1904-1910), schließen das Viertel nach Norden hin ab.

„Sekai Colori“: Japan trifft Italien im Osramkiez

 

Sekai_Colori_002In der „Bel Etage“ der Liebenwalder Straße 31 ist seit 2013 die Atelierwerkstatt des Berliner Modelabels „Sekai Colori“ beheimatet. „Sekai Colori“, das ist Mode von Ann-Katrin Sehl und Sarah Infantino. Der Name „Sekai Colori“ setzt sich aus dem japanischen Wort für Welt (Sekai) und dem italienischen Begriff für Farbe (Colori) zusammen. Ann-Katrins Leidenschaft gilt dem japanischen Design, ihre Inspirationen bringt sie aus der Zeit in Japan mit, sie lebte viele Jahre in Tokyo. Sarah ist durch ihre süditalienischen Wurzeln geprägt und lässt „la dolce vita“ in die Kreationen von „Sekai Colori“ einfließen.

Zwei Kulturen und zwei Frauen, die vom Schneiderhandwerk etwas verstehen. „Im vergangenen März haben wir unser Modedesignstudium an der HTW-Berlin erfolgreich abgeschlossen. Während der gemeinsamen Studienzeit reifte auch der Gedanke ein eigenes Modelable zu gründen und gleichzeitig sozial faires und umweltgerechtes Arbeiten zu unterstützen. Wir wollen uns abgrenzen von Billigproduktionen und dem normalen Einheitsbrei“, erzählen sie mir.

„Unsere Mode ist ein spannender, neuartiger Mix von Farben, Formen und Material. Sie bringt zwei Kulturen zusammen, die auf den ersten Blick sehr unterschiedlich erscheinen und dennoch sehr gut harmonieren. Zunächst liegt unser Fokus jedoch auf Schals und Tücher aus hochwertiger Biobaumwolle, die wir in uni und mit eigens entworfenen Prints gestalten und verkaufen“, erklären mir Sarah und Ann-Katrin.

„Handmade in Berlin-Wedding“

Auch preislich durchaus „Wedding-like“, ein handgenähter Schal aus hochwertiger Biobaumwolle ist durchaus bezahlbar. Auf meine Frage, warum sie sich für den Wedding entschieden haben, antwortet mir Ann-Katrin: „Ich lebe schon drei Jahre im schönen Osramkiez, es gefällt uns hier sehr gut, der Wedding ist bunt, bezahlbar und außerdem befinden wir uns auch in bester Gesellschaft, unsere direkten Nachbarn sind das „Mastul“ und das „Schraders“.

Zwei hoch motivierte junge Frauen, die genau wissen was sie wollen und sehr organisiert ans Werk gehen. Einen Wermutstropfen gibt es dennoch. „Wie bei vielen Jungunternehmer sind auch bei uns die Euros sehr knapp, daher haben wir uns entschieden eine Crowdfunding-Kapagne zu starten. Wir wollen so schnell wie möglich unsere eigene Kollektion auf die Beine stellen“, erklären mir die beiden.Inzwischen ist „Sekai Colori“ auch mit einem Online Shop im Netz präsent.

Mein Fazit: „Sekai Colori“, bunte Mode die noch mehr Farbe in den Wedding bringt. Die Schals und Tücher sind zeitlos, von äußerst hoher Qualität, preislich erschwinglich und von Frau und Mann jeden Alters tragbar. Wir können uns auf eine außergewöhnliche Kollektion aus einem Farbfeuerwerk freuen!

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Autor/Fotos: Claudia Adrian

Sekai Colori – Infantino & Sehl GbR

Ann-Katrin Sehl und Sarah Infantino

Liebenwalder Straße 31

13347 Berlin

Tel.: 030 85619887

 

https://www.facebook.com/sekaicoloridesign

http://blog.sekai-colori.de/