5 Bars zwischen Leo und Panke

Ausgehen im Wedding ist wie eine Schatzsuche. Ohne eine gute Schatzkarte, Mund-zu-Mund-Propaganda oder einen guten Lokalblog geht da gar nichts. Dabei gibt es genug Auswahl. Man muss sich nur trauen, von den Hauptstraßen in unscheinbare Nebenstraßen auszuweichen. Richtige Kneipenmeilen, wo sich ein Hotspot an den anderen reiht, gibt es im Wedding auch nicht. Zum Glück – so haben auch die Bars im westlichen Wedding ihren Kreis an Stammgästen aufgebaut und sind nicht auf Touristengruppen und Laufkundschaft angewiesen. Die Barlandschaft im Wedding ist nicht einheitlich. Kaum eine Bar will jedem Publikum gefallen. Man muss sie sich erarbeiten. Diesmal bleiben wir zwischen dem Leo und der Panke.

Special Offers: Weddinger Bars noch günstiger genießen

Natürlich liebe auch ich Berlin (und vor allem den Wedding). Und natürlich mag ich auch die vielen Möglichkeiten, die die Stadt bietet. Denn sie bedeuten zunächst einmal Freiheit. Aber ich leide unter einem Luxusproblem: Ich treffe in meiner Freizeit ungerne Entscheidungen. Dabei ist es mir eigentlich oft egal. Egal, ob ich zum Kochen Jod- oder Meersalz verwende, meine Zähne mit blauer oder roter Elmex putze, oder in Bar A oder B lande. Trotzdem überlege ich oft hin und her, von hier nach da, um dann wieder bei „hin“ zu landen. Doch dieser Gedankenverschwendung möchte ich ein Ende setzten.

GESCHLOSSEN: Der Wedding exportiert die Moritz Bar

Moritz am Park 1Am Samstag, 16. Mai eröffnete die Bar Moritz am Park, Dreysestr. 17, Moabit. Damit wurde die Kneipenszene in Moabit um ein Schmuckstück reicher. Warum uns das vom Weddingweiser überhaupt interessiert? Ganz einfach: die Wurzeln von Moritz am Park liegen nämlich im Wedding.

Wie alles begann

Am 2.3.2013 eröffneten die Brüder Lukas (30) und Kilian (24) die Moritz Bar im Wedding. Darauf hatte der Kiez gewartet.  Die Adolfstraße ist eine verschlafene Ecke, in der man nicht auf Laufkundschaft hoffen darf. Doch die Gäste kamen – und blieben.

Immer wieder Sonntag: „Tatort“ im Wedding

Glaubt man der Boulevardpresse, ist der ganze Wedding ein einziger Tatort. Die Polizeiberichte und Kurzmeldungen sind voll von Notizen, in denen Delikte aller Art auf Weddings Straßen vermerkt werden. Da verwundert es, dass sich Weddinger auch noch freiwillig versammeln, um sich die Produkte von Drehbuchautoren anzusehen. Wie in anderen Orten in ganz Deutschland ist hier das gemeinsame „Tatort“-Schauen beliebtes Ritual für den Sonntagabend, ob im Familienkreis oder in der Kneipe.

Weddingwoche #29: Der Wedding liest

Die Brauseboys
Die Brauseboys vor dem Café Cralle in der Hochstädter Straße (Foto: Brauseboys)

Als ich Freunden in Süddeutschland vom Erfolg der Berliner Lesebühnen erzählte, waren sie ziemlich erstaunt. Wie jetzt? In der Party-Metropole Berlin erfreut sich ein junges Publikum an Veranstaltungen, bei denen vor allem Texte vorgelesen werden? So ist es, und auch der Wedding hat diesbezüglich einiges zu bieten. Weit über die Grenzen des Weddings hinaus, machen zum Beispiel die Brauseboys von sich reden. Die Autoren-Truppe besteht bereits seit 10 Jahren und liest jeden Donnerstag in den Osram-Höfen vor. Dabei braucht man gar keine eigene Lesebühne, um im Wedding sein Publikum zu finden. Im Café Cralle findet jeden Montag der Lesetresen statt, wo sich jeder als Vorleser ausprobieren kann, der Lust dazu hat und sich rechtzeitig anmeldet. Nach der Sommerpause geht es auch mit der „Lesershow“ weiter. Die Lesebühne wird dann wieder jeden Monat im Mastul zu Gast sein. Und auch in der Moritz-Bar wird ab September eine neue Lesebühne stattfinden. Der Wedding hat viele Geschichten zu erzählen, und das tut er auch.

Unsere Kolumne gibt es auch an jedem Wochenende im Berliner Abendblatt, Ausgabe Wedding.