Gleisanschluss mit der Welt

Große Leere: der Bahnhof GesundbrunnenSeit über zehn Jah­ren ist der Wed­ding dank des Fern­bahn­kon­zepts für Ber­lin bes­ser mit dem Rest der Welt ver­bun­den – zumin­dest wenn es um Regio­nal- oder Fern­zug­ver­bin­dun­gen geht. Mit der teil­wei­se unter­ir­disch geführ­ten Nord-Süd-Fern­bahn, die 2006 eröff­net wur­de, wur­de das bereits 1992 beschlos­se­ne „Pilz­kon­zept“ der Deut­schen Bahn mit Leben erfüllt. Bis dahin hat­ten Fern­zü­ge in der Innen­stadt nur am Bahn­hof Zoo­lo­gi­scher Gar­ten und am Ost­bahn­hof gehal­ten. Im Mai 2006 wur­den dann auf einen Schlag drei neue Fern­bahn­hö­fe in Ber­lin in Betrieb genom­men: Gesund­brun­nen, Süd­kreuz und – als Prunk­stück der neue glä­ser­ne Haupt­bahn­hof (an der Stel­le des ehe­ma­li­gen Lehr­ter Stadt­bahn­hofs), wo jeder Fern­zug hält.

S‑Bahn-Projekt S 21 in Trippelschritten

Blick über das künftige EuropaviertelAktua­li­siert Die 21 als Bezeich­nung für Ver­kehrs­pro­jek­te zu neh­men, birgt offen­sicht­lich Risi­ken. Das wis­sen inter­es­sier­te Men­schen spä­tes­tens seit der umstrit­te­nen Tie­fer­le­gungs­ak­ti­on Stutt­gart 21. Doch wäh­rend dort mit viel Getö­se ums Für und Wider gekämpft wur­de und wird, scheint sich in Ber­lin das Pro­jekt mit der Num­mer 21 ganz im Stil­len und von ganz allein zu ver­sen­ken. Und das im wort­wört­li­chen Sin­ne. Die Rede ist vom Bau der S‑Bahnlinie 21, die spä­tes­tens Ende 2017 den nörd­li­chen Ring mit dem Haupt­bahn­hof, spä­ter ein­mal sogar mit dem Pots­da­mer Platz ver­bin­den soll­te. Inzwi­schen steht fest, dass aus die­sem Ter­min nun wohl nichts mehr wird. Auch die Kos­ten lau­fen mit 320 Mil­lio­nen Euro aus dem Ruder. Im Febru­ar hieß es, dass Grund­was­ser in die Bau­gru­be ein­dringt. Jetzt gibt es Pro­ble­me mit einer undich­ten Schlitz­wand (Stand: Juli 2017)

S 21: Nur ein Shuttle zum Hauptbahnhof?

S 21 Brücke Fennstr
Im Dezem­ber 2014 gebau­te S‑Bahn-Brü­cke über der Per­le­ber­ger Straße

Neue Brü­cken- und Tun­nel­bau­wer­ke zer­schnei­den den kanal­na­hen Süden des Spren­gel­kiezes, eine neue S‑Bahn-Stre­cke für die neue Linie S 21 ent­steht. Die Tege­ler Stra­ße soll an bei­den Enden gekappt wer­den, die klei­ne Grün­an­la­ge an Mett­mann­platz und Nord­ufer hat sich schon seit dem Beginn der Bau­ar­bei­ten in eine ein­zi­ge ver­wil­der­te Bau­stel­len­bra­che ver­wan­delt. Doch weil der Bahn am Haupt­bahn­hof unter Ter­min­druck Bau­feh­ler unter­lau­fen sind, muss jetzt umge­plant wer­den – und aus der als Rie­se geplan­ten S 21 könn­te eine ver­kehrs­tech­nisch frag­wür­di­ge Zwerg-Linie mit Vier-Wagen-Zügen werden.…

Auf Linie: Ab Leo mit Bus 221 und 142

Busse im WeddingDer Leo­pold­platz hat sich nach der Abschaf­fung der Stra­ßen­bahn in Ber­lin (West) 1967 zu einem Bus­kno­ten­punkt ent­wi­ckelt. Hier tref­fen sich seit 1961 zwei U‑Bahn-Lini­en, zudem hat der Platz von der Stadt­pla­nung der Nach­kriegs­zeit die Funk­ti­on eines Zen­trums für den Wed­ding erhal­ten. Sie­ben Lini­en fah­ren den Platz am Tage an. Zwei davon sind eine nähe­re Betrach­tung wert…