Berliner Dressings: Naturbelassen wie der Wedding

Im Haus der feinen Kost, Kameruner Str. 14 (Foto: HDFK)„Gekaufte Dressings sind immer Mist“, sagt Adam Mikusch. Diese Zeiten sind jetzt endgültig vorbei. In seiner eigenen Manufaktur mit angeschlossenem Fabrikverkauf stellt der 32-Jährige das her, was er schon vorher gerne als Hobby gemacht hat: pfiffige Salat-Dressings, garantiert nur aus Naturprodukten und ohne Geschmacksverstärker. Die erheben jeden Salat zum Genuss – daher auch der anfängliche Name „Blattgold“ für die Saucen, die in kleinen Flaschen verkauft werden. Doch auch auf Brot, zu Pasta oder als Dip zum Grillgut eignen sich die Weddinger Saucen-Kreationen hervorragend.

Eigentlich hat Adam Mikusch als Grafik-Designer gearbeitet, was man dem in dunkler Holzoptik gestalteten Laden und den Etiketten sofort ansieht. Doch Spaß hat ihm dieser Job am Ende nicht mehr gemacht. „Ich habe dann den Schritt gewagt und aus meinem Hobby einen Beruf gemacht“, erzählt er. Die Idee, mit eigenen Salatdressings auf Märkte zu gehen, hat Adam Mikusch dann den Gründerpreis 2012 als bester Newcomer eingebracht.

Manufaktur heißt „von Hand gemacht“. Genau so werden die Dressings auch noch hergestellt. Handgerührt, nicht mit Wasser gestreckt und ohne Konservierungsstoffe. Als Zutaten findet man in den Berliner Dressings natives Olivenöl aus dem Süden, feinen Apfelessig, im Fass gereiften Balsamico-Essig, frisch zerstoßenen Schwarzen Pfeffer, reines Alpensalz oder gehaltvollen Senf. Die Dressings gibt es in vier Varianten. Auf jedem Etikett befindet sich ein anderes Motiv mit einem fantasievoll gezeichneten Tier – „meine imaginären Mitarbeiter“, scherzt Adam Mikusch.  Seit 2013 gibt es auch eine „Berliner Senfsauce“: die Grillsauce wurde mit vielen Gewürzen veredelt und mit Olivenöl verfeinert.

Aus der kleinen Manufaktur soll mehr werden

Im Moment wohnt Adam Mikusch noch in Pankow. Von der Produktionsstätte aus fährt er mit dem „Blattgold“-Piaggio auf Wochenmärkte und zu einzelnen Feinkostgeschäften. Den Wedding hat er aus mehreren Gründen als Basis ausgewählt. „Der Wedding stellt einen guten Kompromiss zwischen preiswertem Standort und wachsendem Bewusstsein für frische Produkte dar“, sagt er. Im Prenzlauer Berg, glaubt Adam Mikusch, wäre er nur einer von vielen gewesen. „Im Wedding sind die Leute noch genauso naturbelassen wie meine Dressings“, sagt der gebürtige Oberschlesier, der in Trier aufgewachsen ist. Doch im  Wedding soll die Erfolgsgeschichte von Blattgold nicht enden, und nur bei einem Dreirad-Auto wird es wohl auch nicht bleiben, hofft Adam Mikusch: „Erst genießt der Wedding unsere Saucen, dann Berlin und am Ende vielleicht die ganze Welt….“

Blattgold Saucen im SupermarktAktualisierung 2016: Die Manufaktur ist inzwischen nach Hohenschönhausen umgezogen.
[email protected]

Telefon: 030 609 587 21 (unbedingt vorher durchrufen, ob geöffnet ist)

Website mit aktuellen Verkaufsstätten (im Wedding bei EDEKA Reichelt, bei Kaiser’s; außerdem in diversen Supermärkten und auf Karl’s Erdbeerdorf)

Sorten:

Balsamico-Basilikum Dressing perfekt zu frischen Blattsalaten und leichten Nudelgerichten. Auch fruchtige Erdbeeren oder Tomate-Mozzarella werden zum Erlebnis. Zutaten: Balsamicoessig, Honig, Olivenöl, Basilikum, Salz, Pfeffer, Knoblauch

Balsamico-Vanille Dressing veredelt mit echter Bourbonvanille frische Blattsalate und leichte Geflügelgerichte. Auch Desserts wie Eis oder Früchte werden so nuancenreich gekrönt. Zutaten: Balsamicoessig, Honig, Olivenöl, Bourbonvanille, Salz, Pfeffer

Honig-Senf Dressing passt am schönsten zu pikanten Blattsalaten wie Rucola oder Chicoree. Und auch als Grillsauce oder zu Seefisch ein feiner Gaumenkitzel. Zutaten: Senf, Honig, Olivenöl, Apfelessig, Salz, Pfeffer

Berliner Senfsauce – Die perfekt abgestimmte Grillsauce wurde mit vielen großartigen Gewürzen veredelt und mit Olivenöl verfeinert. Ein Orginal aus der Region mit ausgewählten Zutaten für einen neuen puren Geschmack wie selbstgemacht.

GESCHLOSSEN: „da Baffi“: Retro-Italiener ohne Kompromisse

Das kleine italienische Restaurant hat es geschafft, dass man nur wegen des guten Essens in den Wedding kommt.

Von außen unscheinbar: das „Da Baffi“

Wenn eine Hobelbank ein Symbol für Handarbeit ist, dann kann ich mir kaum eine bessere Einrichtung für das Da Baffi vorstellen. Pizza sucht man bei diesem Italiener in der Nazarethkirchstraße vergeblich. Stattdessen kommen Köstlichkeiten der italienischen Küche auf den Tisch, die man sonst wohl nur an Festtagen von einer echten „Mamma“ serviert bekommt. Oder eher Pappa, denn der Vater von Inhaber Frederico Pesta war Restaurantbesitzer im norditalienischen Bologna. Gemeinsam mit seinen Freunden Francesco Righi (aus Cesena) und Wibke Isenberg (eigentlich aus Düsseldorf) setzt er nun mediterrane Akzente mitten im Wedding.

Über die Speisekarte kommt man ins Gespräch

„Bei der Übersetzung ins Deutsche verliert die Speisekarte an Gehalt“, sagt die Inhaberin Wibke Isenberg. Die Bezeichnungen bleiben folglich im Original. Und genauso überlässt man dann auch die Auswahl des passenden Weins getrost dem qualifizierten Personal. Das schlichte Ambiente erinnert ein wenig an die frühen Tage des gastronomischen Aufstiegs des Prenzlauer Bergs. Aber das ist ohnehin nebensächlich. Hier geht es um’s Essen, Genießen, Wohlfühlen mit Leib und Seele. Auch wenn man es eher beiläufig erfährt: Gedacht hat man sich sowieso, dass die Pasta täglich frisch von Hand gemacht wird. Besonders zu empfehlen sind auch die Trüffel, die Francescos Mama nach Berlin liefert.

Und wer sich im Sommer auf den Bänken vor dem Da Baffi den Wind des Leopoldplatzes um die Nase wehen lässt, kann sich an dem Stromkasten erfreuen, der kurzerhand zur Speisekartentafel umgewidmet wurde.

Der Name ist übrigens ein Ausruf nach einem guten Essen: Da leccarsi i baffi – da leckst du dir den Bart.

Autor: Marcus Bauer

Das Restaurant hat seit dem 21. Dezember 2014 geschlossen..
http://dabaffi.com, Nazarethkirchstraße 41,

„Mercatino“: Mediterran in der Müllerstraße

Das Mercatino fällt in der Müllerstraße aus der Rolle
Das Mercatino fällt in der Müllerstraße aus der Rolle

Besonders an regnerischen Tagen funktioniert es sehr eindrücklich: Denn wenn man aus der Ungemütlichkeit der oberen Müllerstraße in Berlin-Wedding einen Blick in dieses langgezogene Lokal wirft, spürt man, dass hier ein etwas anderer Geist wirkt. Das Mercatino ist eines der wenigen alteingesessenen Geschäfte an dieser Straße, wo sonst ein ständiges Kommen und Gehen den Rhythmus vorgibt. Steht in den meisten gastronomischen Einrichtungen des Kiezes der niedrige Preis im Vordergrund, setzt dieser Feinkostladen vor allem auf Qualität. Oder sollte man besser sagen „Lebensqualität“? Hier gibt es guten Kaffee,  mediterrane Feinkost an einer Theke und italienische Weine und Grappa. Zusammengehalten wird alles durch den Proprietario Emanuel Xezonakis, der für seine Kunden immer einige Worte übrig hat. Dass er eigentlich Grieche ist, spielt an dieser Stelle keine Rolle…

Ein paar Tische und Stühle machen den Laden an dieser Verkehrsschneise zu einem Zufluchtsort , an dem man sich auch gerne länger niederlässt.Die blanken Backsteinwände mit den Holzregalen in unterschiedlichen Größen sorgen für ein zeitloses und geschmackvolles Ambiente. Im vorderen Bereich zur Müllerstraße hin gibt es auch Stehtische für den Espresso zwischendurch, während der hintere Ladenteil zu einem längeren Aufenthalt einlädt. Eigentlich handelt es sich beim Mercatino um ein Partyservice-Unternehmen mit angeschlossenem Laden an der Müllerstraße 118. Wenn das warme Licht aus dem Mercatino auf die draußen vorbeieilenden Passanten scheint, interessiert das die Gäste im gemütlichen Weinlokal aber kaum. Sie sind vielleicht einfach nur froh, dass es diesen Ort schon seit so vielen Jahren gibt. Einen Haken hat das „südeuropäische Exil“ im Wedding aber doch: das Mercatino hat nur zu den üblichen Ladenöffnungszeiten geöffnet. Nur am Donnerstagabend kann man bis 22 Uhr dort einkehren.

Müllerstr. 118, Tel. 030 452 80 49,

geöffnet Mo-Mi, Fr 9-18.30 Uhr, Donnerstag 9-22 Uhr, Samstag 9 – 14.30 Uh

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