Das Geheimnis vom Hakiki Döner

Meine Frage um die ständige Menschenschlange vor der orangefarbenen Hakiki-Dönerbude am U-Bahnhof Osloer Straße wurde endlich beantwortet.

Auf dem Heimweg von der Weddingweiser-Redaktionssitzung sehe ich sie wieder, wie immer, die lange Menschenschlange vor der Dönerbude an der Osloer. Was ist an Hakiki so besonders, dass hier am Donnerstagabend gegen 21 Uhr lauter Dönerhungrige geduldig anstehen?

Die Kolumne: Heterogene Sehnsucht

Vom Tanzen und vom Pflanzen

Das Ufo ist längst wieder weg. Für ein paar Tage gastierte die Fashion Week in Wedding. Und siehe da: Unser Bezirk ist noch genauso reudig-liebenswert wie ehedem. Viel „gefährlicher“ sind da solche auf Dauer angelegten Projekte wie die Uferstudios, die Osram-Höfe oder das Himmelbeet. Dort sind Menschen zugange, die es doch tatsächlich darauf anlegen, nicht nur sich selbst zu verwirklichen, sondern auch den Wedding ein bisschen besser und lebenswerter zu machen. Das Verrückte: Entgegen aller Vermutungen beweist die großartige Resonanz auf Tanztage, Fastenbrechen auf dem Leo, Designer auf der Brunnenstraße oder Tomatenpflanzen am Ruheplatz, dass es im heterogenen Wedding ganz offensichtlich eine gemeinsame Sehnsucht nach Veränderung gibt. Und immer mehr Menschen bereit sind, diese auch aktiv zu gestalten.

Autor: Ulf Teichert

Wedding ist…

…wenn eine Menschentraube vor der Kirche steht und kaum Einer die gleiche Sprache des Anderen spricht.

Wie jeden Sonntag laufe ich auf dem Weg zum türkischen Bäcker an der katholischen St. Petrus Kirche in der Bellermannstraße vorbei, der Gottesdienst ist gerade vorüber. Also schlängele ich mich durch die Menschentraube auf dem Gehweg hindurch und höre in den Gesprächen der Gläubigen mindestens fünf verschiedene Sprachen.

Wenig später beiße ich daheim genüsslich in mein geliebtes Croissant und lese dabei die Sonntagszeitung. Doch schon auf der Titelseite vergeht mir der Appetit. Wie kann es sein, dass unser Bundespräsident in seiner Gedenkrede zur entsetzlichen Progromnacht am 9. November 1938 immer noch das fordern muss, was in ganz Deutschland selbstverständlich sein sollte: „Wir wollen ein Land sein, das offen ist“. Wie kann es sein, dass 75 Jahre nach den Gräueltaten der Nazis an den Juden rechtes Gedankengut in ganz Europa zunimmt und der Artikel mit dem Satz endet: „Es ist kalt geworden in unserer Gesellschaft“.

Doch dann erinnere ich mich an die bunte Menschentraube vor der roten Backsteinkirche um die Ecke. Lächelnd genieße ich mein türkisches Croissant weiter und denke: Hier im Wedding bin ich Mensch, hier darf ich und Jeder es sein.

Das war der erste Beitrag unserer neuen Serie „Wedding ist…“. Zukünftig werden Weitere folgen und das Lebensgefühl von Menschen im Wedding beschreiben. Wir freuen uns über eure Beiträge zur Serie „Wedding ist…“ an redaktion@weddingweiser.de

Kamine & Wein

Draußen wird es immer kälter und wir sehnen uns nach warmer Gemütlichkeit. Ein  guter Wein am knisternden Feuer eines Kaminofens… Das bietet ein schöner Laden in der Prinzenallee, dessen Name genau das verspricht: „Kamine & Wein“.

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Bild: www.kamineundwein.de

Wein

An der Wand des gemütlichen „Kamine & Wein“ reihen sich in offenen Holzkisten die zahlreichen, sorgfältig ausgewählten Weinflaschen aus Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien, Spanien, Portugal, Südafrika und Chile. Das Team hilft gern, den richtigen Tropfen auszuwählen, vom einfachen Alltagswein ab 3,40 Euro bis zu Weinen für besondere Anlässe im mittleren Preissegment. Im offenen Ausschank werden stets ca. 20 Rot- und Weißweine angeboten. Flaschen aus dem Sortiment können für daheim erstanden oder direkt im Laden mit Freunden genossen werden (5,-€ Korkengeld je Flasche). Nichtweintrinker können am lodernden Feuer verschiedene Kaffeevariationen, Bio-Limonaden oder Flaschenbier zu zivilen Preisen genießen. Der kostenlose WLAN-Zugang und die angenehme Musik schaffen Wohnzimmeratmosphäre. Einziger Wermutstropfen ist die fehlende kleine Speise- oder Snackkarte.

 Kamine

In dem gemütlichen Weinladen müssen sich die Gäste nicht um die beliebten Kaminplätze streiten, denn es gibt gleich fünf Kaminöfen. Viele Weitere befinden sich in der Ofenschatzkammer im Gewölbekeller. Der Grund ist die findige Geschäftsidee, Weinladen mit einem Kaminofen-Fachhandel zu verbinden. Wer also den Platz und das nötige Kleingeld zur Verfügung hat, um sich die gemütliche Kaminatmosphäre nachhause zu holen, findet im „Kamine & Wein“ eine große Auswahl guter Kaminöfen mit freundlicher und kompetenter Ofenberatung inklusive Verkauf, Lieferung und Einbau.

Kunst

Das „Kamine & Wein“ ist Kunstraum des Projekts „Kolonie Wedding„, weshalb regelmäßig neue Kunstausstellungen und Kulturveranstaltungen stattfinden. In der großartigen Kulturwoche „Der Wedding liest, was er will“ versprechen hier Veranstaltungen mit den verheißungsvollen Titeln „Quartett für Tagträumer“ oder „Von Schlampen und von anderen guten Menschen“ unterhaltsame Abende.

Wer den Wedding noch mehr entdecken möchte, kann sich im „Kamine & Wein“ Audiogerät und Kopfhörer für die Audiotour „Werkstatt Wedding“ von Stadt-im-Ohr ausleihen. Bei dem gut einstündigen Hörspaziergang werden kreative Gestaltungsräume im Wedding durch verschiedene Künstler vorgestellt. Die Leihgebühr für den Audioguide beträgt 9,00 €.

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Bild: www.kamineundwein.de

Kamine & Wein, Prinzenallee 58, Gesundbrunnen

Öffnungszeiten: Mo.-Sa. 17-24 Uhr, Ofenberatung mit Termin: Mo.+Do. 10-20 Uhr

Tel. 53 64 19 72

Weddingwoche #40: Fragen kostet doch was!

Wann hat sich das Bezirksamt das letzte Mal seinen Internetauftritt „Betroffenenvertretung und Bürgerinitiativen“ angesehen, und ist ihm dabei eventuell aufgefallen, dass die Darstellung zum Teil seit Jahren veraltet ist? Wann hat sich das Bezirksamt das letzte Mal seinen Internetauftritt „Quartiersmanagement im Bezirk Mitte“ angesehen, und ist ihm dabei eventuell aufgefallen, dass die Darstellung seit 2011 veraltet ist? Diese und vier andere Fragen zum teilweise katastrophalen Internetauftritt des Bezirksamtes beinhaltete eine kleine Anfrage der Grünen-Fraktion. Die wurde jetzt vom Bezirksbürgermeister mehr oder weniger ausweichend beantwortet. Ein Dankeschön dafür, dass ein beschämender Zustand erkannt wurde, gab’s nicht. Dafür den Hinweis, dass durch die Beantwortung der Anfrage Kosten in Höhe von 206,40 Euro entstanden sind. Was kostet eigentlich verspielte Glaubwürdigkeit?

Autor: Ulf Teichert

Unsere Kolumne “Weddingweisers Woche” erscheint jeden Samstag in der Bezirksausgabe Wedding des Berliner Abendblatts.