3 Konzepte für den Weddingplatz

Im Rah­men des Gut­ach­ter­ver­fah­rens zum Wed­ding­platz haben 3 Büro­ge­mein­schaf­ten aus Landschaftsplaner:innen und Verkehrsplaner:innen 3 Kon­zep­te erstellt. Die­se wer­den am 10. Juni im Rah­men der Gut­ach­ter­sit­zung bewer­tet und ein Kon­zept zur Umset­zung aus­ge­wählt. Die stimm­be­rech­tig­ten Gutachter:innen setz­ten sich aus exter­nen Fach­leu­ten sowie Ver­tre­ten­den der Stadt­teil­ver­tre­tung “mensch mül­ler”, des Bezirks­amt Mit­te und der Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Woh­nen zusammen.

Das Wichtigste der Woche im Wedding

Sturmschaden
Foto: Alex­an­der Hüs­ing / twitter.com/azrael.74

Sabi­ne, wer ist eigent­lich Sabi­ne? Der Sturm soll­te zwar den Wed­ding ordent­lich durch­ein­an­der wir­beln, aber pas­siert ist bis auf einen umge­fal­le­nen Baum im Goe­the­park nichts. Leser Man­fred von der Wed­ding­wei­ser Pinn­wand hoff­te ver­ge­bens, dass der Wed­din­ger Stra­ßen­müll rüber in den Prenz­lau­er Berg weht.  Und was weh­te sonst noch durch den Blätterwald?

Ohne Industrie kein Wedding

In den Osram-Höfen

Als 1861 das weit­ge­hend unbe­sie­del­te und vor allem land­wirt­schaft­lich oder gärt­ne­risch genutz­te Land nörd­lich der Stadt Ber­lin ein­ge­mein­det wur­de, erfolg­te dies gegen den Wil­len der Ber­li­ner Stadt­vä­ter. Mit der Bevöl­ke­rung auf dem Wed­ding und am Gesund­brun­nen woll­ten sie gar nichts zu tun haben, die­se wür­den bald städ­ti­sche Infra­struk­tur und Wohl­fahrt brau­chen. Das ließ hohe Kos­ten erwar­ten. Das war sehr kurz­sich­tig, denn die Gebiets­er­wei­te­rung ver­schaff­te der auf­blü­hen­den Indus­trie neue Erwei­te­rungs­flä­chen außer­halb der dicht bebau­ten Stadt. Und so stieg das vor­städ­ti­sche Gelän­de rund um Wed­ding und Gesund­brun­nen zu einer dicht bebau­ten Stadt vol­ler Arbeits­plät­ze auf.

Max-Josef-Metzger-Platz und Weddingplatz: Stand der Arbeiten

Der neu gestal­te­te Max-Josef-Metz­ger-Platz nimmt deut­lich Form an. Das neue Klet­ter­ge­rüst an der nörd­li­chen Spit­ze des drei­ecki­gen Plat­zes zwi­schen Gericht- und Mül­ler­stra­ße weckt jeden­falls bereits die Neu­gier der Kin­der – auch der neue Spiel­platz gegen­über dem ehe­ma­li­gen Kre­ma­to­ri­um zeigt bereits, mit wel­chen Gerät­schaf­ten er auf­war­ten wird. 

Reinickendorfer Straße: Viel Charakter

Eine glanz­lo­se, nicht ganz gerad­li­ni­ge Stra­ße wie die Rei­ni­cken­dor­fer ver­dient – wie so vie­le Wed­din­ger Stra­ßen – einen zwei­ten Blick. Die ein­zi­ge Bun­des­stra­ße des Wed­ding (B 96) durch­zieht unse­ren Stadt­teil von Nord nach Süd genau an der 2001 recht will­kür­lich gezo­ge­nen Gren­ze zwi­schen Wed­ding und Gesund­brun­nen. Doch gera­de die­se ver­meint­lich nichts­sa­gen­de Stra­ße ohne Sehens­wür­dig­kei­ten ist typisch für die Wed­din­ger Mischung und erzählt viel vom Cha­rak­ter unse­res dicht­be­sie­del­ten Stadtteils.

BAYER am Nordhafen: Nehme Straße, schenke Park

Nordhafen Park gesperrtDer Arz­nei­mit­tel­rie­se Bay­er, der ein­zi­ge Kon­zern mit Sitz im Wed­ding, hat dem Bezirk die Stra­ße Am Nord­ha­fen abge­kauft. Dafür bezahlt das Phar­ma­un­ter­neh­men die Neu­ge­stal­tung der Park­an­la­ge am Schif­fahrts­ka­nal, die an Stel­le des frü­he­ren Nord­ha­fens in den 1950ern ent­stan­den ist.

Uferweg-Benutzer müssen auf die Straße ausweichen

Seit kur­zem ist die öffent­li­che Stra­ße eine Pri­vat­stra­ße der Bay­er AG. Spä­ter wird die über­flüs­sig gewor­de­ne Stra­ßen­flä­che in die Grün­an­la­ge ein­be­zo­gen. Dafür wird der Ufer­weg  auf vier Meter ver­brei­tert. Die Pla­nung des neu­en Parks hat übri­gens das glei­che Büro über­nom­men, das auch die Ufer­zo­ne der zukünf­ti­gen “Euro­pa-City” Hei­de­stra­ße gestal­ten wird. Die Grün­flä­chen wer­den aus­ge­lich­tet und land­schafts­pla­ne­risch über­ar­bei­tet, schreibt die Ber­li­ner Woche, die den Land­schafts­pla­ner Heck befragt hat: “Drei Land­schaft­s­trep­pen” sol­len die Spa­zier­gän­ger vom obe­ren Weg an der Bay­er-Gren­ze zum Ufer füh­ren. Dort sind Bän­ke und 40 Meter brei­te Sitz­li­ni­en aus Gra­nit geplant. Die Ufer­ter­ras­sen aus den ers­ten Plä­nen wird es nicht geben, weil am Becken­rand eine Schiffs­an­le­ge­stel­le ist. Drei soge­nann­te Bas­tio­nen – Relik­te aus der Zeit, als im Nord­ha­fen Schif­fe per Kran mit Bau­ma­te­ri­al bela­den wur­de – wer­den zu Aus­sichts­platt­for­men umgestaltet¹.

Hin­ter­grund:

Aussicht Park am Nordhafen.jpgDie Park­ge­stal­tung ist Teil des Bay­er-Mas­ter­plans. Der Kon­zern woll­te sein 18 Hekt­ar gro­ßes Gelän­de zwi­schen Nord­ha­fen, Sel­ler­stra­ße, Mül­ler­stra­ße und Bahn­tras­se ursprüng­lich zu einem “Phar­ma Cam­pus” ent­wi­ckeln. Dazu gehö­ren ein 80 Meter hoher Büro­turm und drei wei­te­re Gebäu­de für Mit­ar­bei­ter-Restau­rant und Kon­fe­renz­zen­trum. Wann die­se Plä­ne umge­setzt wer­den, ist aller­dings der­zeit noch unklar.

Der klam­me Bezirk Ber­lin-Mit­te freut sich jeden­falls, eine Grün­an­la­ge abge­tre­ten zu haben, deren Umge­stal­tung über­fäl­lig war und die nicht zur schi­cken neu­en Euro­pa-City an der Hei­de­stra­ße gepasst hät­te. Da traf es sich gut, dass mit der benach­bar­ten Bay­er AG ein Part­ner zur Ver­fü­gung steht, der das nöti­ge Geld mit­bringt und im Gegen­zug einen neu­en Bebau­ungs­plan² für sein in die Jah­re gekom­me­nes Werks­ge­län­de mit­ten in Ber­lin erhal­ten hat.

 

² Quel­le: berlin.de

Die Panke entlang (Teil 1)

Unschein­bar, über­baut, kei­ne Ein­bin­dung in die übri­ge Innen­stadt – so lieb­los zeigt sich der Lauf der Pan­ke auf ihren letz­ten Metern. Aber nicht nur der Pan­ke, son­dern der gan­zen Gegend ist durch Krie­ge und den Mau­er­bau übel mit­ge­spielt wor­den. Die dich­te Bebau­ung von einst ist zwar unwie­der­bring­lich ver­lo­ren, aber die vie­len klei­nen und gro­ßen Sehens­wür­dig­kei­ten loh­nen trotz­dem einen Spa­zier­gang pankeaufwärts…

Wo der Wedding noch flüssig ist: Wirtschaft an der Panke

Die Pan­ke und die Indus­trie ste­hen in enger Bezie­hung zuein­an­der. So bedeu­tend wie die Pan­ke für die wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung Ber­lins war, so sehr hat der Fluss unter den schäd­li­chen Umwelt­ein­flüs­sen zu lei­den. Nur: wie konn­te es dazu kom­men, dass der Wed­din­ger Fluss im Volks­mund als “Stinke­pan­ke” bekannt ist? Immer­hin wur­de im Mit­tel­al­ter in Ber­nau, nahe des Pan­ke-Quell­ge­biets, aus Pan­ke­was­ser noch beson­ders schmack­haf­tes Stark­bier gebraut…