Kleinkrieg wie im Kindergarten

Das Sommertheater um die Weddinger Kinderfarm

Da haben sich zwei Gegner aneinander festgebissen und danach ganz gehörig verspekuliert. Bundesweite und regionale Medien freuen sich klammheimlich über diese Steilvorlage, wenn sie über die Ereignisse in der Weddinger Kinderfarm genussvoll als „Posse“ oder „Groteske“ berichten können. Die Weddinger, egal auf welcher Seite der beiden Kontrahenten sie stehen mögen, sind zumindest entsetzt. Und die wirklich Leidtragenden sind die Kinder und die Tiere, die unter die sprichwörtlichen Räder geraten.

Die Panke entlang (Teil 2)

Gedenkstein WiesenstrIm ersten Teil sind wir schon von der Mündung der Panke am Nordhafen bis zur Pankstraße entlanggewandert – durch eine Art Niemandsland, zwischen Wohnhauszeilen und alten Fabrikgebäuden. Jetzt geht es weiter durch Gesundbrunnen bis fast zum Bürgerpark Pankow.

Wir starten an der Pankstraße 83. Idyllisch fließt hier die kanalisierte Panke zwischen den Brücken der Pankstraße und der Wiesenstraße, entlang begrünter Hinterhöfe und Wohnhäuser der 1950er Jahre. Der erste nachweisbare Siedlungskern des Wedding, ein landwirtschaftliches Gut im Besitz der Stadt Berlin und später des Kurfürsten, erstreckte sich genau hier ab dem 13. Jahrhundert. Die letzten Gebäude des Weddinghofes verschwanden erst während des Mietskasernenbaus der Gründerzeit. Genauso schwer ist heute vorstellbar, dass am 1. Mai 1929 in der Kösliner Straße, die sich hinter den Neubauten befindet, Straßenschlachten tobten, die mindestens 19 zivile Todesopfer forderten. Dieses Gebiet war eine kommunistische Hochburg, die den Beinamen des Bezirks „Roter Wedding“ prägte. Nur ein Findlings-Gedenkstein an der Wiesenstraßenbrücke erinnert heute noch daran – die einst so stadtbildprägenden Mietskasernen sind hier jedenfalls verschwunden.

„Da, wo ich wohne, lebe ich auch“ – Weddinger im Porträt

Wir porträtieren Weddinger in Text und Bild. Heute sprechen wir mit Flo, 40, über sein Leben im Wedding. 

Flo wohnt in der Buttmannstraße. Er ist Erzieher und arbeitet als Nachtwache in einem Behindertenwohnheim in Gießen. Das macht er zwölf Nächte im Monat, den Rest der Zeit verbringt er in Berlin. Flo lebt in einem Ein-Raum-Apartment. Es gibt eine kleine muschelige Küche mit Badeofen, das Zimmer dagegen ist sehr groß und durch ein Hochbett auch sehr geräumig. Die Toilette suche ich vergebens. Sie befindet sich eine halbe Treppe tiefer.