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Immobilienpoker:
Schrotthaus blockiert Straße

Wie geht es mit der Immobilie weiter?

Schrottimmobilie
Eigen­tü­mer inves­tiert nicht, Burgsdorf­stra­ße gesperrt. Foto: And­rei Schnell

Das ist kein Jah­res­tag zum Fei­ern. Seit dem 26. Okto­ber 2017 ist die Burgsdorf­stra­ße nahe des S‑Bahnhofes Wed­ding voll­stän­dig gesperrt. Grund ist eine soge­nann­te Schrott­im­mo­bi­lie. Das Miet­haus mit der Haus­num­mer 1 ver­fällt seit vie­len Jah­ren, die Eigen­tü­mer inves­tie­ren nicht in den Erhalt. Bereits 2004 sperr­te der Bezirk einen Sei­ten­flü­gel. 2017 stell­te ein Gut­ach­ten Ein­sturz­ge­fahr für das Vor­der­haus fest. Dar­auf­hin hat das Amt die Burgsdorf­stra­ße abge­rie­gelt. Ledig­lich Fuß­gän­ger kön­nen seit dem auf einer Stra­ßen­sei­te den Geh­weg benut­zen. Vier Jah­re sind nun vergangen.

Der Bezirk woll­te das Haus bereits 2015 zwangs­wei­se abrei­ßen. Der Eigen­tü­mer wehrt sich dage­gen juris­tisch. 2018 ver­sprach er in einem Ver­gleich vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt, umfang­reich sanie­ren zu wol­len. Das Ver­spre­chen hat er nicht ein­ge­hal­ten. Damit ging der Streit wei­ter. Der Bezirk tätig­te soge­nann­te Ersatz­vor­nah­men. Dage­gen leg­te der Eigen­tü­mer Wider­spruch ein und bean­trag­te die Aus­set­zung der Voll­zie­hung. Zuletzt hat der Eigen­tü­mer am 19. Juli die­ses Jah­res einen Antrag auf einst­wei­li­gen Rechts­schutz gestellt, so ein Pres­se­spre­cher des Bezirks. Über die­sen Antrag hat das Gericht noch nicht entschieden.

Unter dem Strich blieb die Stra­ße blo­ckiert. Für das Ende der Sper­rung kann nie­mand ein Datum nen­nen. Die Fol­gen für die Nach­bar­schaft las­sen sich nicht in Zah­len fas­sen. Zumin­dest die bezif­fer­ba­ren Kos­ten muss der Eigen­tü­mer tra­gen. Es han­delt sich um 317,12 Euro pro Monat. Die­sen Betrag will der Bezirk laut Stadt­rat Ephraim Gothe beim Eigen­tü­mer eintreiben.

Könn­te der Bezirk das maro­de Haus nicht kur­zer­hand über­neh­men? „Kauf­an­ge­bo­te wur­den bis­lang von der Eigen­tü­me­rin abge­lehnt‟, ant­wor­te­te der Stadt­rat Ende April auf eine Anfra­ge in der Bezirksverordnetenversammlung.

Anfang Okto­ber haben die Stadt­rä­te als Bezirks­amt ein Sanie­rungs­kon­zept für den Block 195 beschlos­sen. Damit kön­nen „die Zie­le des Sanie­rungs­ge­biets grund­stücks­scharf dar­ge­stellt wer­den‟, heißt es in der Begrün­dung des Beschlus­ses. Doch aus dem Block­kon­zept 195 erge­ben sich kei­ne neu­en recht­li­chen Mög­lich­kei­ten für das maro­de Haus in der Burgsdorf­stra­ße 1, wie ein Pres­se­spre­cher des Bezirks sagt.

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Miet­haus in der Burgsdorf­stra­ße 1 ver­fällt seit Jah­ren. Foto: And­rei Schnell

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Der Tex­t stammt aus der Wed­din­ger All­ge­mei­nen Zei­tung (–> E‑Paper), der gedruck­ten Zei­tung für den Wed­ding. Geschrie­ben wur­de er von And­rei Schnell. Wir dan­ken dem RAZ-Verlag!

Andrei Schnell

Man hat mir versichert, es gäbe keine Vorschrift zu gendern und ich sei in dieser Frage frei, nicht wahr? Außerdem: Mein Hintergrund ist ostdeutsch, das beruht auf Erlebnissen. Und: Politik sehe ich mir an wie Sportwettbewerbe. Plus: Lese ich ein Buch, dann möchte ich es gleich besprechen. Ich mag Geschichten und Geschichte. Mister Gum möchte ich abschließend erwähnen.

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