Recht auf Stadt im Wedding

Die Ufer­hal­len- und sich soli­da­ri­sie­ren­de Künstler*innen machen ab heu­te mit 20 künst­le­ri­schen Pla­ka­ten im U‑Bahnhof Pankstra­ße und im Wed­din­ger Stadt­raum auf die Bedro­hung der Ufer­hal­len, einen der wich­tigs­ten Ber­li­ner Pro­duk­ti­ons­or­te für Kunst- und Kul­tur, aufmerksam.

Im Som­mer 2017 wur­de das Are­al von einem Fir­men­ge­flecht der Sam­wer-Brü­der durch Erwerb der Akti­en­mehr­heit über­nom­men. 2019 wur­de ein Bau­vor­ha­ben vor­ge­stellt, wel­ches eine mas­si­ve Nach­ver­dich­tung mit viel­ge­schos­si­gen Neu­bau­ten auf dem Gelän­de vor­sieht. Ob die Mieter*innen mit­tel­fris­tig blei­ben kön­nen, ist wei­ter­hin unklar. Mit der künst­le­ri­schen Pla­kat­ak­ti­on soll vor allem die Nach­bar­schaft über die Situa­ti­on und mög­li­che Zukunfts­sze­na­ri­en infor­miert wer­den, denn auch für sie könn­te die geplan­te Über­bau­ung wesent­li­che Kon­se­quen­zen haben: Die Gen­tri­fi­zie­rungs­pro­zes­se mit stei­gen­den Mie­ten und Ver­drän­gung sind aus ande­ren Stadt­tei­len und Metro­po­len lan­ge bekannt.

Die Pla­ka­te sind sehr divers und spie­geln damit die Hete­ro­ge­ni­tät künst­le­ri­scher Pra­xis auf dem Gelän­de: Sie ver­bin­den poli­ti­sche For­de­run­gen mit Poe­sie und ent­wer­fen Uto­pien für das Are­al, machen auf die Immo­bi­li­en­spe­ku­la­tio­nen auf­merk­sam oder kom­mu­ni­zie­ren die For­de­run­gen der Künstler*innen für das Gelän­de. Die Pla­ka­te hän­gen ab sofort im umlie­gen­den öffent­li­chen Raum der Ufer­hal­len. Vier Groß­pla­ka­te wer­den im U‑Bahnhof Pankstra­ße ausgestellt.

Plakat Recht auf Stadt im Wedding

Die Künstler*innen:

Ste­fan Alber, Ele­na Alon­so Fernán­dez, Ras­mus Bell, Ila­ria Biot­ti, Peter Dobrosch­ke, Danie­la Brahm/Les Schlies­ser, Har­riet Groß, House of North/Fubbi Karls­son + Nel­la Rie­ken, Sebas­ti­an Gum­pin­ger, Nil­le Svensson/Formfront, Peter Kla­re, Andre­as Koch, Rai­ner Neu­mei­er, Man­fred Peckl, Hans­jörg Schnei­der, Klaus Staeck, Ina Wudtke 

Kura­to­rin: Isa­bel­le Meiffert

Damit schließt die­se Akti­on an eine Rei­he frü­he­rer Akti­vi­tä­ten an. 2019 wur­de mit einer Aus­stel­lung künst­le­ri­scher Eigen­be­darf auf dem Gelän­de ange­mel­det. Im Früh­jahr 2020 ist das gleich­na­mi­ge Buch zur Aus­stel­lung erschie­nen, das die Ufer­hal­len samt der dort arbei­ten­den Künstler*innen vor­stellt und ein Gespräch zu den Mög­lich­kei­ten im Kampf um den Erhalt von Kul­tur­stand­or­ten ent­hält. Im Okto­ber 2020 fand die Fol­ge­aus­stel­lung, das Ufer­hal­len-Mani­fest statt, das den Blick auf Raum­fra­gen ins­ge­samt erwei­tert hat.

Das Pro­jekt wird geför­dert von der Ber­li­ner Senats­ver­wal­tung für Kul­tur und Euro­pa. Infos auf der Web­site des Ufer­hal­len e.V.

Palakat "Recht auf Stadt im Wedding"


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