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Klimakiez Badstraße gestaltet neuen Stadtplatz:
Der Eulerplatz entsteht ab April

28. März 2023

Wer von der Jüli­cher Stra­ße in die Euler­stra­ße möch­te, der hat zwei Mög­lich­kei­ten. Ent­we­der vor oder nach der klei­nen Stra­ßen­in­sel abbie­gen. Das soll sich noch im April ändern. Eines der Stra­ßen­stü­cke, das näher an der Oslo­er Stra­ße lie­gen­de, soll für den Ver­kehr geschlos­sen wer­den, wobei ein klei­ner Stadt­platz ent­steht. Wie die­ser gestal­tet wer­den soll, kön­nen die Anwoh­nen­den im Rah­men des Pro­jek­tes „Kli­ma­kiez Bad­stra­ße“ mit­ent­schei­den. Am Don­ners­tag (23.3.) gab es ein Tref­fen vor Ort, bei dem die bis­he­ri­gen Wün­sche und Plä­ne vor­ge­stellt wor­den sind.

Beim Kennenlerntreffen am Eulerplatz. Foto: Daniel Dietz
Beim Ken­nen­lern­tref­fen am Euler­platz. Foto: Dani­el Dietz

Das Inter­es­se an der Ver­an­stal­tung vor dem Café Seno­ri­ta Ploff war groß. Mehr als 40 Men­schen waren trotz Nie­sel­re­gens gekom­men, vor­wie­gend jun­ge Men­schen aus der unmit­tel­ba­ren Nach­bar­schaft sowie Fami­li­en mit Kin­dern. Wo sie genau woh­nen, haben sie bei dem Tref­fen einer Kar­te mar­kiert. Man konn­te sehen: rund um den neu ent­ste­hen­den Euler­platz. Ein Nach­bar war so nett und hat eini­ge Regen­schir­me für die Anwe­sen­den mit­ge­bracht. So sind auch die Auf­zeich­nun­gen für die­sen Arti­kel tro­cken geblie­ben (dan­ke!). Die Ver­ant­wort­li­chen vom Pro­jekt „Kli­ma­kiez Bad­stra­ße“ hat­ten Lis­ten mit gesam­mel­ten Ideen aus der Bewoh­ner­schaft, Fotos und Plä­ne für eine Gestal­tung des ent­ste­hen­den Plat­zes mitgebracht.

Vorschläge aus der Nachbarschaft, teilweise gegensätzlich

Auf der Lis­te mit Ideen der Men­schen, die an frü­he­ren Umfra­gen und an meh­re­ren soge­nann­ten Kli­ma­werk­stät­ten teil­ge­nom­men hat­ten, stan­den Begrü­nungs­maß­nah­men (Büsche, Bäu­me, Hoch­bee­te, Wie­se, Laub­baum­hain), aber auch Wün­sche für Akti­vi­tä­ten, die auf dem Platz gewünscht sind: eine Tisch­ten­nis­plat­te, eine Schau­kel, ein Tram­po­lin, ein Park­let, Platz für Hän­ge­mat­ten, eine Tausch­schrank, Platz für Kon­zer­te und vie­les mehr. Die Ideen sind sehr ver­schie­den und teil­wei­se auch gegen­sätz­lich. So wünsch­te sich eine Per­son Sitz­plät­ze für nur jeweils zwei Per­so­nen, um Ansamm­lun­gen von Men­schen zu ver­mei­den. Ande­re Per­so­nen wünsch­ten sich dage­gen vie­le Sitz­ge­le­gen­hei­ten. Auch ein Son­nen­se­gel, vie­le Müll­ei­mer und Tem­po-30-Mar­kie­run­gen ste­hen auf der Wunschliste.

„Wir haben geschaut, was von den Ideen wir geneh­migt bekom­men und was mit den uns zur Ver­fü­gung ste­hen­den Mit­teln bezahl­bar ist“, erklär­te Robert Esau von grup­pe F bei dem Tref­fen am Don­ners­tag. Das Geld stammt aus dem Pro­gramm „Sozia­ler Zusam­men­halt“ und kommt vom Quar­tiers­ma­nage­ment Bad­stra­ße. Die Vor­schlä­ge wür­den dann mit dem Stra­ßen- und Gründ­flä­chen­amt Mit­te (SGA) abge­stimmt. Mit dem dann geneh­mig­ten Plan soll der Stra­ßen­ab­schnitt dann umge­baut wer­den. „Soweit wir wis­sen, soll die Stra­ße schon im April gesperrt wer­den“, sagt Robert Esau. Dann kön­nen auch die Bau­maß­nah­men bald beginnen.

Wo wohnst du? die Teilnehmenden des Treffens markierten auf einer Karte, wo sie wohnen. Foto: Hensel
Wo wohnst du? die Teil­neh­men­den des Tref­fens mar­kier­ten auf einer Kar­te, wo sie woh­nen. Foto: Hensel

Temporäre und permanente Maßnahmen

Wie das Team erklärt, wird das SGA selbst zuerst aber meh­re­re per­ma­nen­te Maß­nah­men umset­zen. Der klei­ne Stra­ßen­ab­schnitt soll zunächst mit soge­nann­ten Beton­schwei­nen abge­sperrt wer­den, so dass der über­haupt Platz ent­steht. Zwei Baum­schei­ben in dem ent­ste­hen­den Bereich sol­len ver­grö­ßert wer­den (Ent­sie­ge­lung). Außer­dem sol­len auf dem Vor­platz vor dem Seno­ri­ta Ploff zwei Bäu­me gepflanzt wer­den, wobei die Baum­schei­ben eben­falls ent­sie­gelt wer­den. „Das sind die per­ma­nen­ten Maß­nah­men. Alles, was dann kommt, ist tem­po­rär und wird nicht fest mit dem Boden ver­bun­den. Hier will das SGA erst sehen wie es läuft“, sagt Robert Esau. Ob die Maß­nah­men dau­er­haft blei­ben, hän­ge von den Bewohner:innen ab. Die Idee ist, dass sich eine Quar­tiers­platz-Grup­pe fin­det, die die ein­zel­nen Ele­men­te nicht nur baut, son­dern sich auch künf­tig dar­um küm­mert. „Das soll etwa so sein wie beim Bel­ler­mann­gar­ten, wo das sehr gut funk­tio­niert und wo es eigent­lich kei­ne Bewer­den und auch kei­nen Van­da­lis­mus gibt“, sagt Robert Esau. Wich­tig sei, dass zu sehen ist, dass sich jemand kümmert.

Hier soll der Platz entstehen. Die Straße vorn wird für den Autoverkehr geschlossen. Der Verkehr wird künstig auf dem zweiten Straßenarm fahren. Foto: Hensel
Hier soll der Platz ent­ste­hen. Die Stra­ße vorn wird für den Auto­ver­kehr geschlos­sen. Der Ver­kehr wird künf­tig auf dem zwei­ten Stra­ßen­arm fah­ren. Foto: Hensel

Wel­che tem­po­rä­ren Maß­nah­men wer­den denn nun umge­setzt, woll­ten die Anwe­sen­den beim Tref­fen am Don­ners­tag wis­sen. Ein zwei­tei­li­ges Park­let nahe der Dile­ke­rei sol­le es geben, eine Tisch­ten­nis­plat­te sowie eine gro­ße Flä­che mit Holz­h­ech­sel­stück­chen, die eine Kita gern nut­zen möch­te. Meh­re­re Hoch­bee­te sol­len zum Gärt­nern ein­la­den. Ein Mate­ri­al­con­tai­ner ist eben­so geplant. Auch eine Graf­fi­ti­wand soll es auf dem Platz geben. Dann gebe es noch wei­te­re Wün­sche, die nur even­tu­ell umge­setzt wer­den, „wenn sich jemand fin­det, der das wirk­lich baut und sich dann küm­mert“. Dabei geht es zum Bei­spiel um klei­ne mobi­le Ram­pen für klei­ne Kin­der mit Lauf­rä­dern und Tret­rol­lern. Die Dile­ke­rei habe sich zudem einen mobi­len Ofen gewünscht – zum Backen von Piz­za und Kuchen.

Theresia Titzmann und Robert Esau von grupp f sind zuständig für das Projekt "Klimakiez Badstraße". Foto: Daniel Dietz
The­re­sia Titz­mann und Robert Esau von grup­pe F sind zustän­dig für das Pro­jekt “Kli­ma­kiez Bad­stra­ße”. Foto: Dani­el Dietz

Platzgestalter und ‑kümmerer willkommen!

Fast alle Anwe­sen­den äußer­ten sich grund­sätz­lich erfreut dar­über, dass der Euler­platz ent­ste­hen wird. Nicht alle waren aber mit allen geplan­ten Ele­men­ten ein­ver­stan­den. „Ich hat­te das Gefühl, dass eine sehr posi­ti­ve Stim­mung und schon Vor­freu­de auf den kom­men­den Bau des Plat­zes bei den Teil­neh­men­den herrsch­ten“, fasst Robert Esau die Stim­mung nach dem Tref­fen zusam­men. Wer noch Fra­gen habe oder Anre­gun­gen zur Gestal­tung des Plat­zes, kön­ne sich gern mel­den. Kon­takt ist über The­re­sia Titz­mann ([email protected]) und Robert Esau ([email protected]) mög­lich. Wer möch­te, kann sich auch ein den News­let­ter ein­tra­gen las­sen und erfah­ren, wann es wie wei­ter­geht mit dem Pro­jekt. Auch wei­te­re Men­schen, die Ideen haben, mit­bau­en und sich spä­ter küm­mern wol­len, sind herz­lich will­kom­men. Genaue Daten ste­hen zwar noch nicht fest. Klar ist aber, dass die ers­te gemein­sa­me Bau­ak­ti­on im Mai sein soll.

Mehr über das Pro­jekt „Kli­ma­kiez Bad­stra­ße“ gibt es auf der Web­sei­te und auf dem Insta­gram-Kanal.

Dominique Hensel

Dominique Hensel lebt und schreibt im Wedding. Jeden zweiten Sonntag gibt sie hier den Newsüberblick für den Stadtteil. Die gelernte Journalistin schreibt für den Blog gern aktuelle Texte - am liebsten zu den Themen Stadtgärten, Kultur, Nachbarschaft und Soziales. Hyperlokal hat Dominique es auf jeden Fall am liebsten und beim Weddingweiser ist sie fast schon immer.

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