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Raum für Nachbarschaft:
Neues Leben in einer alten Waschküche

Eröffnung des neuen Raums im Brunnenviertel verzögerte sich wegen Corona

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Ein sel­te­ner Moment in einer Stadt wie Ber­lin, in der die (Frei-)Räume immer knap­per wer­den: In der Feld­stra­ße im Brun­nen­vier­tel eröff­net am 27. Okto­ber ganz offi­zi­ell ein neu­er Raum für die Nach­bar­schaft. Doch das Pro­gramm in der Wasch­kü­che hat in den ver­gan­ge­nen Wochen schon lang­sam begon­nen: mit Sport für Senio­ren, einer Foto­aus­stel­lung und einem wöch­ten­li­chen Nach­bar­schaft­sca­fé. Ein­ge­la­den sind laut Hei­ke Mohaupt-Won­ne­mann alle Men­schen im Kiez, nicht nur ältere.

Der Name weist auf die Ver­gan­gen­heit des Rau­mes hin. Bis in die 1970er Jah­re waren Wasch­kü­chen im Kel­ler von Wohn­häu­sern üblich. Auch in der Feld­stra­ße 10 gab es eine sol­che Ein­rich­tung. Sie waren oft auch Orte, an denen sich Nach­barn tra­fen und ins Gespräch kamen. Mit den Wasch­ma­schi­nen in den Woh­nun­gen ver­schwan­den auch die Gemein­schafts­wasch­kü­chen. Auch der Ver­mie­ter in der Feld­stra­ße 10, die städ­ti­sche Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft Dege­wo, leg­te die­se Wasch­kü­che im Tief­pa­terre still, weil sie kaum noch genutzt wurde.

Mit Mit­teln vom Quar­tiers­ma­nage­ment Acker­stra­ße wur­de die alte Wasch­kü­che in einen Raum für die Nach­bar­schaft umge­baut. Als die Coro­na-Pan­de­mie begann, war die neue Wasch­kü­che gera­de fer­tig gewor­den. Ein Trä­ger war da bereits gefun­den: die evan­ge­li­sche Ver­söh­nungs­ge­mein­de in der Ber­nau­er Stra­ße über­nahm den Betrieb. In der Nach­bar­schaft wur­den Ideen gesam­melt, noch ganz kurz vor dem Lock­down fand eine ers­te Aus­stel­lung mit Foto­gra­fien der Stu­den­ten der nahen Hoch­schu­le für Medi­en, Kom­mu­ni­ka­ti­on und Wirt­schaft statt ehe sich die Türen gleich wie­der schlossen.

Waschküche in der Feldstraße
Die ursprüng­li­che Nut­zung als Wasch­kü­che gibt es nur noch auf Bil­dern – wie hier aus dem Jahr 2012. Foto: Micha­el Becker

Im August begann Hei­ke Mohaupt-Won­ne­mann, die Lei­te­rin der Wasch­kü­che, mit den ers­ten Ange­bo­ten. Mitt­wochs ab 16 Uhr lädt sie zum Nach­bar­schaft­sca­fé ein, mon­tags ab 10.30 Uhr zu „Bewe­gung für Senior:innen“. Die Bür­ger­re­dak­ti­on hat eine Redak­ti­ons­sit­zung in der Wasch­kü­che gehabt, eine Foto­aus­stel­lung über die Ent­ste­hung des Gemein­schafts­gar­tens Nie­mands­land hängt an den Wän­den. Am 29. Okto­ber ab 19 Uhr sind Inter­es­sier­te zu einem Licht­bil­der­vor­trag mit Archiv­fo­tos von Ralf Schmie­de­cke ein­ge­la­den. „Das his­to­ri­sche Brun­nen­vier­tel rund um den Gar­ten­platz“ ist der Vor­trag über­schrie­ben. Die offi­zi­el­le Eröff­nung fin­det schon am 27. Okto­ber von 16 und 20 Uhr statt. Was sonst noch los ist in dem neu­en Raum, wird vor­erst auf Zet­tel gedruckt und ins Fens­ter gehängt. Online gibt es die Infor­ma­tio­nen unter www.waschküche-brunnenviertel.de. Tele­fo­nisch ist Hei­ke Mohaupt-Won­nen­mann erreich­bar unter (030) 54 88 89 67.

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Der Text stammt aus der Wed­din­ger All­ge­mei­nen Zei­tung (–> E‑Paper), der gedruck­ten Zei­tung für den Wed­ding. Geschrie­ben wur­de er von Domi­ni­que Hen­sel. Wir dan­ken dem RAZ-Verlag!

Dominique Hensel

Dominique Hensel lebt und schreibt im Wedding. Sonntags gibt sie hier den Newsüberblick für den Stadtteil, fotografiert dort für unseren Instagram-Kanal (Freitag) und hat hier und da einen aktuellen Text für uns - gern zum Thema Stadtgärten, Kultur, Nachbarschaft und Soziales. Hyperlokal hat sie es auf jeden Fall am liebsten und beim Weddingweiser ist sie fast schon immer.

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