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Alles Linien, Flächen und Punkte in der Galerie oqbo

Zeitgenössische Zeichnungen im Mittelpunkt einer Ausstellung
4. Mai 2021
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In der kleinen aber feinen Galerie oqbo in der Brunnenstraße 63 wird zurzeit in der Ausstellung „The Body of Drawing, # 2 – Körper / Bodies“ der Fokus auf eine Sparte der Kunst gelegt, die oft eher im Hintergrund gezeigt wird: die zeitgenössische Zeichnung. Noch bis 19. Juni können Interessierte durchs Fenster einige Bilder sehen – oder, sobald wieder möglich und nach den jeweiligen Corona-Regeln, die Galerie besuchen und alle Zeichnungen betrachten.

Ausstellung Galerie oqbo
Blick in die Ausstellung „The Body of Drawing“ in der Galerie. Fotos (2): Dominique Hensel

Die Zeichnung

Die Zeichnung ist die ursprünglichste Art des Menschen, sich auszudrücken. Sobald ein Kind einen Stift in den Händen halten kann, beginnt der visuelle Ausdruck seines Lebens. Mit wenigen Strichen werden so Mama, Papa, Bruder, Schwester und die Umgebung dargestellt. In Frankreich sind in den Höhlen von Lascaux gezeichnete Jagdszenerien aus der eurasischen Altsteinzeit zu finden, die vor rund 45.000 Jahren entstanden. Heute können im Kunst- und Schreibwarenhandel die verschiedensten Arten von Papier gekauft werden. Fährt die Käuferin oder der Käufer mit der Hand über die Oberfläche der Zeichnung werden die unterschiedlichen Papierarten als sinnlicher Eindruck wahrgenommen.

Ausstellung Körper / Bodies

Ausstellung in der Galerie oqbo

Die hochkarätige Ausstellung von Zeichnungen, die noch bis zum 19. Juni zu sehen ist, wurde von der Künstlerin Hanna Hennenkemper und dem Kunsthistoriker Ludwig Seyfarth zusammengestellt und ist eine Besonderheit in unserem Wedding. In der kleinen Galerie in der Brunnenstraße, nahe der Bernauer Straße in einem Ladengeschäft können die Zeichnungen der fünf Künstlerinnen und Künstlern Britta Lumer, Nicole Wedel, Hanna Hennenkemper, Oliver Thie und Friedericke Feldmann angeschaut werden. Die Materialität der Zeichnungen jeder einzelnen Arbeit ist besonders. Teilweise ungerahmt kann unmittelbar die Haptik des Papiers und die dargestellten Linien und Flächen betrachtet werden. Zum Repertoire der Zeichner gehört nicht nur Papier, es sind auch Kunstwerke auf Leinwand und Folie zu sehen. Alle haben eines gemeinsam: hauptsächlich Linie, Fläche und Punkte transportieren den Inhalt sowie die Stimmung und den Ausdruck der Zeichnung.

Für alle Kunst- und Kulturhungrigen unserer Zeit ist ein Besuch der Ausstellung sehr empfehlenswert. Die Kuratorin Hanna Hennenkemper führt nach voriger Terminvereinbarung mit viel Fachwissen durch die Ausstellung. Wer mehr über die einzelnen Künstlerinnen und Künstler erfahren möchte, findet ein reichhaltiges Katalogangebot vor.

Hat die Besucherin oder der Besucher noch nicht genug von der Kunst an den Wänden, dann kann er oder sie die Schubfächer der drei Grafikschränke der Galerie öffnen. Dort befinden sich weitere Papierarbeiten von zirka 150 Künstlerinnen und Künstlern, die es zu entdecken gilt. Es ist ratsam, viel Zeit für die Erkundung der Kunst der Galerie mitzubringen.

Galerie oqbo
Die Galerie oqbo in der Brunnenstraße. Foto: Dominique Hensel

Kontaktinformationen

Julia Ziegler von Galerie oqbo berichtet, dass der ungewöhnliche Name der Galerie bei der Gründung vom Teammitglied Dirk Lebahn, der sich um die Grafik kümmert, beigesteuert worden ist. oqbo wird immer klein geschrieben, es handelt sich um ein optisches Palindrom, egal, ob man das Wort von oben oder von unten betrachtet. Als Palindrome werden in der Sprachwissenschaft Wörter bezeichnet, die rückwärts gelesen das selbe Wort ergeben wie vorwärts. Zum Beispiel Otto ist von vorne und von hinten gelesen immer Otto.

Galerie oqbo, Raum für Bild Wort Ton, Brunnenstraße 63, 13355 Berlin, Telefon: (0157) 75 36 63 52, E-Mail: info@oqbo, Öffnungszeiten: Donerstag, Freitag und Samstag 15 bis 18 Uhr

Künstler:innen : Friederike Feldmann, Dagmara Genda, Andrea Éva Györi ,Hanna Hennenkemper, Britta Lumer  , Oliver Thie, Nicole Wendel 

Stand 28. April 2021 war ein Besuch der Ausstellung nach Terminbuchung und mit einem tagesaktuellen negativen Test möglich. Wer die Ausstellung besuchen möchte, sollte sich vorher über die aktuellen Corona-Bedingungen informieren. Teile der Ausstellung können übrigens auch durchs Galeriefenster angeschaut werden.

Susanne Haun

Susanne Haun

Susanne Haun studierte Kunstgeschichte und Philosophie an der Freien Universität Berlin. Seit 2002 ist sie als Bildende Künstlerin und Autorin in Berlin aktiv.
Von 1993-2005 arbeitete sie als Systemanalytikerin und Entwicklerin für verschiedene ARD Sendeanstalten.

Als Autorin veröffentlicht sie seit März 2009 täglich Beiträge zur eigenen Kunst und Kunstgeschichte in ihrem Blog www.susannehaun.com und interagiert dort sowie auf weiteren Social Media Plattformen mit über 12.000 Follower. Zudem unterhält Susanne Haun einen Kunstsalon in ihrem Atelier. Hier werden regelmäßig aktuelle Themen zur Kunst von geladenen Gästen referiert und diskutiert.

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