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City Kino: „Der Wedding braucht ein weiteres Kino!“

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city kino centre francaisFür Anne Lakeberg und Wieb­ke Wol­ter steht fest: die Zeit ist auch in unse­rem Orts­teil reif für ein Pro­gramm­ki­no, das ein brei­tes Publi­kum jen­seits vom Main­stream anspricht. Den pas­sen­den Kino­saal haben die bei­den ange­hen­den Kauf­frau­en für Film­thea­ter­ma­nage­ment auch schon gefun­den: das City Kino Wed­ding, der frisch reno­vier­te Ver­an­stal­tungs­saal im Cent­re Fran­çais an der Müllerstraße.

Erfahrungen aus Filmverleih und Kinobetrieb ergänzen sich

Den brei­ten Publi­kums­ge­schmack deckt natür­lich nach wie vor das Cine­plex Alham­bra ab, mitt­ler­wei­le gibt es dort die letz­ten Kino­sä­le im gan­zen Wed­ding. Denn 1998 schloss das Sput­nik Wed­ding, ein längst abge­ris­se­nes Pro­gramm­ki­no an der Rei­ni­cken­dor­fer Stra­ße, 2002 war auch im Alham­bra Too am Sparr­platz Schluss. Und zuletzt hat 2013 auch das Kino am Ufer auf­ge­ge­ben. „Ein neu­es Kino zu eröff­nen hat ja heut­zu­ta­ge Sel­ten­heits­wert“, sagt Wieb­ke lachend, als wir uns im Cent­re Fran­çais tref­fen. Die 32-Jäh­ri­ge arbei­tet schon lan­ge in Han­no­vers größ­tem Arthouse-Kino am Rasch­platz und hat daher viel Erfah­rung in die­ser Bran­che. Ihre Geschäfts­part­ne­rin Anne, die seit drei Jah­ren im Wed­ding lebt, hat sie bei einer Fort­bil­dung für Beschäf­tig­te der Film­bran­che in Wup­per­tal ken­nen­ge­lernt. „Ich kann­te den Wed­ding aber schon dank mei­ner Freun­de Johan­nes Tolk und Anna Kir­ya­ko­va, bei­de Künst­ler aus der Kame­ru­ner Stra­ße“, erzählt die Han­no­ve­r­a­ne­rin Wieb­ke. „Durch vie­le Besu­che im Wed­ding wuss­te ich, in die­sem Teil Ber­lins ist noch Luft für Neues.”

 

Wiedersehen nach 20 Jahren

Decke City Kino (C)Torben Höke
© Tor­ben Höke

Die 31-jäh­ri­ge Anne, die seit Jah­ren bei einem Ber­li­ner Film­ver­leih arbei­tet, hat das seit 2007 nicht mehr dau­er­haft genutz­te Kino im Inter­net ent­deckt und Kon­takt zum Cent­re Fran­çais auf­ge­nom­men. Der Zufall half allen Betei­lig­ten dann eben­falls auf die Sprün­ge: „Ich fand bald her­aus, dass ich mit Flo­ri­an Fang­mann, dem Geschäfts­füh­rer des Cent­re Fran­çais, in die glei­che Grund­schul­klas­se in Olden­burg gegan­gen bin“, erzählt Wieb­ke. Im Juni 2014 tra­fen sich die Klas­sen­ka­me­ra­den nach 20 Jah­ren wie­der und Anne und Wieb­ke konn­ten das Kino erst­mals in Augen­schein neh­men. „Wir waren sofort vom 60er-Jah­re-Flair des Gebäu­des begeis­tert“, berich­tet Anne. Respekt flößt ihr die Anzahl von 220 Plät­zen ein. „Das ist für ein Pro­gramm­ki­no rela­tiv groß“, erklärt die zukünf­ti­ge Kino­be­trei­be­rin. Der alte 35 mm-Pro­jek­tor wird übri­gens man­gels geeig­ne­ter Kopien erst ein­mal nicht für den Kino­be­trieb reak­ti­viert – statt des­sen wird digi­ta­le Tech­nik zum Ein­satz kom­men. Die Besu­cher kön­nen sich außer­dem auf die Atmo­sphä­re des 1961 eröff­ne­ten Gebäu­des freu­en – schon die viel­far­bi­ge Licht­de­cke im Foy­er dürf­te ein­zig­ar­tig sein.

 

Am 2. und 4. Wochenende gibt’s Filme

Wiebke Wolter Anne Lakeberg (C)Torben Höke
© Tor­ben Höke

Der frisch reno­vier­te und mit moder­ner Kli­ma­tech­nik aus­ge­stat­te­te Mul­ti­funk­ti­ons­saal im Anbau des Cent­re Fran­çais wird am 11. Sep­tem­ber wie­der eröff­net. Er kann für unter­schied­li­che Ver­an­stal­tun­gen gemie­tet und genutzt wer­den. Nur an jedem zwei­ten Wochen­en­de wird er zum Kino. „An jedem zwei­ten und vier­ten Sams­tag des Monats gibt es um 17 und 19 Uhr sowie am Sonn­tag um 14 Uhr eine Vor­füh­rung des glei­chen Films.„Dieser Haupt­film soll ein mög­lichst brei­tes Publi­kum anspre­chen“, erklä­ren die bei­den Kino­be­trei­be­rin­nen. An jedem zwei­ten Sams­tag­abend um 21 Uhr hin­ge­gen soll es immer ein beson­de­res cine­as­ti­sches Erleb­nis geben. „Wir stel­len uns für die­se Auf­füh­rung etwas Jun­ges, Kul­ti­ges oder Expe­ri­men­tel­les vor“, beschrei­ben Wieb­ke und Anne ihre Idee. Aber auch Ziel­grup­pen wie die Bewoh­ner des benach­bar­ten Senio­ren­heims, eth­ni­sche Com­mu­nities im Wed­ding oder Ver­ei­ne möch­te das City-Kino-Team anspre­chen. „Wir wün­schen uns ein Kino für mög­lichst vie­le Kiez­be­woh­ner“, erklä­ren Wieb­ke und Anne ihr Kon­zept, „und wir hof­fen, dass die Wed­din­ger uns mög­lichst zahl­reich unterstützen!“

Der Wed­ding­wei­ser ver­lost für alle Film­vor­füh­run­gen am Sams­tag abend jeweils 3 x 2 Frei­kar­ten, auch für die Eröff­nungs­fei­er. Mehr Infor­ma­tio­nen über die Ver­lo­sungs­mo­da­li­tä­ten gibt es regel­mä­ßig in unse­rer Face­book-Grup­pe “Wed­ding­wei­ser Pinnwand”.

Die gro­ße Eröff­nung ist am Sams­tag, den 13. Sep­tem­ber  um 20.00 h mit der fran­zö­si­schen Erfolgs­ko­mö­die “Mon­sieur Clau­de und sei­ne Töch­ter”, der Film wird im fran­zö­si­schen Ori­gi­nal mit Unter­ti­teln gezeigt. Am Sonn­tag, den 14. Sep­tem­ber um 14 Uhr ist der Film in der deut­schen Fas­sung zu sehen.

Regu­lä­rer Betrieb ab 11. Okto­ber

Ein­tritts­preis: 6 Euro

Mül­ler­str. 74, U Rehberge

Das Pro­gramm steht auf der Face­book­sei­te des City Kinos

 

 

Joachim Faust

hat 2011 den Blog gegründet. Heute leitet er das Projekt Weddingweiser. Mag die Ortsteile Wedding und Gesundbrunnen gleichermaßen.

3 Comments

  1. […] Koope­ra­ti­on mit unse­ren Freun­den vom City Kino Wed­ding und dem Cent­re Fran­çais Ber­lin möch­ten wir am Frei­tag, den 13. März 2015 im „City Kino“ […]

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