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BVG:
U‑Bahn: Taktverdichtung mit CBTC

Die U8 könnte eines Tages auch vollautomatisch betrieben werden

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In Ber­lin ist es offen­bar ein­fa­cher, einen selbst­fah­ren­den Bus zu bau­en als eine auto­ma­ti­sier­te U‑Bahn. Die BVG will auf der U5 und irgend­wann auch auf der Linie U8 Bah­nen ein­set­zen, die ohne mensch­li­che Hil­fe fah­ren kön­nen. Aber für das auto­no­me Fah­ren muss sich die U8 in der Schlan­ge hin­ten anstel­len, zuerst kommt die U5 an die Rei­he. „Ziel ist die Umrüs­tung bis 2030‟, sagt ein Pres­se­spre­cher der BVG. 

U-Bahnhof
Noch benö­ti­gen U‑Bahnen Fah­rer. Foto: Andre­as Süß/BVG

„Anschlie­ßend‟ wird die U8 prak­tisch ohne Fah­rer aus­kom­men. Vor­teil der neu­en Tech­nik wäre, dass die Züge einen enge­ren Takt fah­ren könn­ten. Denk­bar wäre eine Takt­fol­ge von 90 Sekun­den, statt aktu­ell meist fünf Minu­ten. Mög­lich machen soll das CBTC. Das Kür­zel steht für Com­mu­ni­ca­ti­on-Based Train Con­trol. Im Kern geht es um viel Soft­ware und einen Stre­cken­com­pu­ter, mit dem die Züge kommun­zie­ren. Auf die­se Wei­se wer­den Signa­le über­flüs­sig. CBTC ist in einer anfäng­li­chen Aus­bau­stu­fe ledig­lich eine ande­re Art der Zug­si­che­rung. Genaue Infos zu CBTC bie­tet – wie immer – Wikipedia.

Das Sys­tem lie­ße sich aber theo­re­tisch aus­bau­en, sodass die gel­ben Bah­nen kom­plett auto­ma­ti­siert fah­ren könn­ten. Doch die BVG geht davon aus, dass es wei­ter­hin U‑Bahnfahrer geben wird. Ihre Auf­ga­be wird es blei­ben, an Bahn­hö­fen den Ein- und­Aus­stieg der Fahr­gäs­te zu über­wa­chen und die Abfahrt des Zuges aus­lö­sen. Einer zu 100 Pro­zent voll­au­to­ma­ti­sier­ten Fahrt ohne mensch­li­ches Ein­grei­fen steht vor allem ein gro­ßes Pro­blem ent­ge­gen. Der Pres­se­spre­cher der BVG erklärt: „In Ber­lin haben wir eine gro­ße Zahl an unter­schied­li­chen Zug­ty­pen mit unter­schied­li­chen Tür­an­ord­nun­gen. Es müss­ten also nicht nur alle Bahn­hö­fe von Grund auf umge­baut wer­den, son­dern auch eine kom­plett ein­heit­li­che Fahr­zeug­flot­te ange­schafft wer­den.‟ Denn die Anfor­de­run­gen an die Sicher­heit ver­lan­gen, dass Fahr­gäs­te bei einer auto­no­men U‑Bahn durch zwei Türen gehen müs­sen. Das ist zum einen die bekann­te Tür des Wag­gons. Die zwei­te Tür wäre eine, die durch eine neu zu bau­en­de Wand an der Bahn­steig­kan­te führt. Eine U‑Bahnstation wür­de dann einer Hotel­hal­le glei­chen, in der die Gäs­te vor den Fahr­stuhl­tü­ren warten. 

Die Stadt Nürn­berg hat sich für ein ver­gleich­ba­res auto­ma­ti­sches Sys­tem ent­schie­den. Die dor­ti­gen Lini­en U2 und U3 fah­ren kom­plett ohne Fah­rer. Ent­wi­ckelt hat das Sys­tem das Elek­tronik­un­ter­neh­men Siemens. 

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Der Text stammt aus der Wed­din­ger All­ge­mei­nen Zei­tung (–> E‑Paper), der gedruck­ten Zei­tung für den Wed­ding. Geschrie­ben wur­de er von And­rei Schnell. Wir dan­ken dem RAZ-Verlag!

Andrei Schnell

Man hat mir versichert, es gäbe keine Vorschrift zu gendern und ich sei in dieser Frage frei, nicht wahr? Außerdem: Mein Hintergrund ist ostdeutsch, das beruht auf Erlebnissen. Und: Politik sehe ich mir an wie Sportwettbewerbe. Plus: Lese ich ein Buch, dann möchte ich es gleich besprechen. Ich mag Geschichten und Geschichte. Mister Gum möchte ich abschließend erwähnen.

2 Comments

  1. Hal­lo Herr Schäfer

    nun dann war man in Sin­ga­pur eben schnel­ler … nur was hat der Gestank von Urin mit die­sem Arti­kel bzw mit selbst­fah­ren­den Zügen zu tun 

    son­ni­gen Muttertag

  2. Vor 19 Jah­ren begann man fah­rer­los mit der Metro durch Sin­ga­pur zu fah­ren, und an Urin­ge­stank an den Bahn­hö­fen kann ich mich auch nicht mehr erinnern…

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