Gemeinschaftsgarten Himmelbeet befürchtet Kündigung

Weddinger Stadtnatur: Der Gemeinschaftsgarten Himmelbeet. Foto: HenselDie Betreiber des Gemeinschaftsgartens Himmelbeet am Leopoldplatz befürchten eine Kündigung ihres Mietvertrages zum Ende des Jahres. Hintergrund ist ein geplantes Bauvorhaben für ein Fußballbildungszentrum. Am Montag ging das Gartenprojekt mit einem Aufruf an die Öffentlichkeit. Eine Petition wurde gestartet, die bis heute mehr als 1700 Personen unterzeichnet haben. Ein Mobilisierungstreffen fand am Montag in dieser Woche statt.

Auf der derzeitigen Fläche des Gemeinschaftsgartens in der Ruheplatzstraße Ecke Schulstraße soll ein Fußballbildungszentrum entstehen, der Verein Amandla EduFootball und die Oliver-Kahn-Stiftung wollen an dem Standort ein soziales Projekt entstehen lassen. Zwei Jahre lang hatten der Verein, der Gemeinschaftsgarten und das Bezirksamt Mitte an einer Lösung gearbeitet und zuletzt laut Aussage des Himmelbeets einen Kompromiss gefunden. Das Fußballbildungszentrum und der Gemeinschaftsgarten sollten die Fläche demnach gemeinsam nutzen, der Garten aufs Dach des neuen Gebäudes ziehen (Beitrag: Das Himmelbeet zieht auf’s Dach!).

Die betreffende Fläche in der Ruheplatzstraße gehört dem Bezirk Mitte. Das Gartenprojekt hat das Gelände 2013 vom Bezirk zur Nutzung überlassen bekommen. Damals war die Initiative mit dem Versuch gescheitert, einen Gemeinschaftsgarten auf dem Dach des Schillerpark-Centers zu errichten.

Mehrere Bezirkspolitiker unterstützten das Himmelbeet als das Projekt in der Gründungsphase einen Ausweichstandort suchte. Der damalige Bezirksbürgermeister Christian Hanke (SPD) setzte sich für das Himmelbeet ein, zog sogar Pflänzchen fürs Himmelbeet groß. Auch die bis 2016 für Bezirksgrundstücke zuständige Stadträtin Sabine Smentek (SPD) (jetzt: Staatssekretärin in der Senatsinnenverwaltung) war eine Unterstützerin des Gemeinschaftsgartens.

Vor dem Hintergrund des aktuellen Bauprojekts äußerte sich Staatssekretärin Sabine Smentek im Gespräch mit dem Weddingweiser vor einem Jahr noch begeistert vom Gemeinschaftsgarten und dem gefundenen Kompromiss, den Garten aufs Dach des neuen Gebäudes zu verlegen. Das Team des Himmelbeets war zuversichtlich und begrüßte den Bau des Fußballbildungszentrums. Die Bezirksverordnetenversammlung hatte sich im Mai 2016 einstimmig für die Doppelnutzung und somit für den Erhalt des Himmelbeets ausgesprochen.

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