Baustelle Mitte Museum: Betreten 1x erlaubt

Das Mitte Musem in der Pankstraße. Foto: Dominique Hensel
Das Mitte Musem in der Pankstraße. Foto: Dominique Hensel

Im Mitte Museum hantieren derzeit die Handwerker mit ihrem Werkzeug. Das regionalgeschichtliche Museum für Mitte, Tiergarten, Wedding in der Pankstraße wird nämlich gerade umgebaut und öffnet erst wieder im ersten Halbjahr 2018. Trotzdem können geschichtlich Interessierte gerade jetzt vieles über die Vergangenheit der Ortsteile lernen. Weil die Ausstellungsräume und auch das Archiv in der Bauzeit geschlossen sind, lädt das Haus zu verschiedenen Veranstaltungen nach dem Motto „Mitte Museum – unterwegs!“ ein.

Die Bauarbeiten am alten Schulgebäude

Das Mitte Museum ist bereits seit April geschlossen. Während der zweijährigen Schließzeit wird das Haus modernisiert und barrierefrei umgebaut. Das denkmalgeschützte Museumsgebäude wurde von 1864 bis 1866 nach einem Entwurf von Stadtbaurat Adolf Gerstenberg und Baumeister Petersen als Gemeindeschule errichtet worden. Es war der erste öffentliche Bau in den 1861 nach Berlin eingemeindeten Vororten Gesundbrunnen und Wedding. Heute zählt das für den spätklassizistischen Stil typische Gebäude zu den ältesten erhaltenen Schulgebäuden Berlins. Seit 1987 wird es als Museum genutzt.

Die Plane weißt auf die Sanierung hin. Bis 2018 ist das Mitte Museum geschlossen. Foto: Dominique Hensel
Die Plane weißt auf die Sanierung hin. Bis 2018 ist das Mitte Museum geschlossen. Foto: Dominique Hensel
Auf dem aktuellen Bauplan stehen die Sanierung der Altbausubstanz sowie der Umbau zu einem barrierefreien Haus. Im ersten Halbjahr 2018 soll es mit einer Sonderausstellung zur Renaissance wiedereröffnet werden. Der Arbeitstitel der Schau lautet „Berlin an der Schwelle der Neuzeit“. Auch die Dauerausstellung wird in aktualisierter Form dann wieder zu besichtigen sein. Die Info-Rufnummer des Museums bleibt in der Bauphase unverändert (030) 4606019-0.

Das Außerhaus-Programm

Während der zweijährigen Schließzeit finden Veranstaltungen außerhalb des Museums statt, insbesondere Stadtführungen und Workshops. In einer 40 Seiten umfassenden Broschüre kann das Programm bis Dezember 2016 nachgelesen werden. Die Publikation weist auf Stadtführungen, Führungen für Schulklassen sowie die Veranstaltung im Rahmen des Tages des offenen Denkmals am 11. September hin. Das Programm liegt bei den Bürgerämtern, den Bibliotheken, in der Gedenkstätte Berliner Mauer, Bernauer Straße 111, und den Berliner Unterwelten, Brunnenstraße 105, aus. Es soll ab September auch als PDF auf der Internetseite des Museums www.mittemuseum.de veröffentlicht werden.

Touren für Kinder

Zum Außerhaus-Programm des geschlossenen Museum gehören auch Stadtführungen für Kinder. Museumspädagoge Oliver Goldacker erkundet das nächste Mal am 8. September mit den Kids den Weddinger Kiez. Wo genau liegt der Ursprungsort des alten Dorfes Wedding? Wie sah es dort früher aus und wer lebte hier? Woher kommt eigentlich der Name Wedding? Mit anschaulichen Bildern und Geschichten geht es auf eine Zeitreise durch den Wedding. Der Stadtrundgang führt über eine der wichtigsten Straßen des Weddings, die Müllerstraße. Der Besuch einer Gewerbehofanlage zeigt, wie sehr Industrie und Handwerk diesen traditionsreichen Ortsteil geprägt haben. Die Tour verläuft auch entlang der Panke.
Jeweils donnerstags, 9-12 Uhr: 8.9., 6.+13.10., 3.+10.11. und 1.12. Weitere Termine auf Anfrage. Treffpunkte werden individuell vereinbart. Information und Anmeldung: Oliver Goldacker, Tel. (0176) 237 538 58, E-Mail: goldacker@mittemuseum.de

Neue Stadtführung „Berlin mit Hut“

Das Mitte Museum veranstaltet auch Stadtführungen für unbegleitete geflüchtete Jugendliche, Schüler ab zehn Jahren aus Willkommensklassen sowie für alle Neu- Berliner. Hüte aus unterschiedlichen Epochen begleiten die Teilnehmer als erläuternde Requisiten, leicht verständliche Schautafeln überbrücken Verständigungsprobleme. Ein Übersetzungsdomino wird von denjenigen in Gang gesetzt, die Englisch oder Deutsch verstehen und wiederum in eine andere Sprache übersetzen können. An ausgewählten Stationen wird das historische Stadtbild vor Ort erkundet: die mittelalterliche Stadtmauer, das Rote Rathaus und das Nikolaiviertel. Kapitel aus Berlins Geschichte werden mit kleinen Spielszenen, musikalischer Untermalung und Bildmaterial dargestellt. Am Ende der Tour können die Teilnehmer gemeinsam von der Kuppel des Berliner Doms aus den Panoramablick über die Stadt genießen.
Termine: jeweils donnerstags, 8.9. und 29.9., 10-16 Uhr. Dauer je Führung: drei Stunden, Beginn und Treffpunkt werden individuell vereinbart, Information und Anmeldung: Michael Mohr, Telefon (030) 91 60 32 85

Sonderöffnung zum Tag des offenen Denkmals

Wegen der Baumaßnahmen ist das Mitte Museum eigentlich geschlossen. Dennoch öffnet das Haus in der Pankstraße 47 am 11. September im Rahmen des Tages des offenen Denkmals für Besucher. Zwischen 11.30 und 13 Uhr führt Monika Kleiner durch das 150 Jahre alte Gebäude. Treffpunkt ist vor dem Grundstück Pankstraße 58 – gegenüber dem Museum.

Text und Fotos: Dominique Hensel

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