Fußball in der Kinoliga

Botschafter Philippe Etienne, Béatrice Angrand, Fußballerin Celia Sasic und Dieter Müller, Organisator Birger Schmidt bei "Football en France". Foto: Andrei Schnell
Botschafter Philippe Etienne, Béatrice Angrand, Fußballerin Celia Sasic und Dieter Müller, Organisator Birger Schmidt bei „Football en France“. Foto: Andrei Schnell

Das Centre Français in der Müllerstraße zeigt an diesem Wochende innerhalb des Filmfestivals 11 mm acht Filme der Reihe „Football en France“. Die große Eröffnung des Festivals war am Donnerstag, 17. März, im Kino Babylon am Rosa-Luxemburg-Platz in Mitte. Premiere für die Reihe „Football en France“ war am Freitag um 19.30 Uhr im City Kino im Centre Français. Gast bei der Premiere waren der französische Botschafter Philippe Etienne, die ehemaligen Profispieler Dieter Müller und Célia Šašic‘. Auch der Regisseur des Eröffnungsfilms „Les Rebelles du Foot“ Gilles Rof schritt über den roten Teppich. Heute, Sonnabend, 19. März, laufen ab 17 Uhr drei französische Fußballfilme. Weiter geht es am Sonntag mit zwei Filmen und am Montag noch einmal zwei. Das Kinoprogramm findet sich rechts im Kalender innerhalb der Webseite des Centre Francais: Programm. Die Premiere für die Filmreihe „Football en France“ war für das „Centre Français de Berlin“ ein weiterer Schritt zu einer berlinweit wichtigen Location, nachdem das Kulturhaus am oberen Ende der Müllerstraße jahrelang wenig Schlagzeilen erzeugt hat.

Von links: Gilles Rof, Regisseur des Films "Les Rebelles du Foot" und Florian Fangmann, Geschäfstführer des Centre. Foto: Andrei Schnell
Von links: Gilles Rof, Regisseur des Films „Les Rebelles du Foot“ und Florian Fangmann, Geschäfstführer des Centre. Foto: Andrei Schnell

Film: Les Rebelles du Foot

Der Eröffnungsfilm „Les Rebelles du Foot“ enthält fünf Episoden. Seine Spannung zieht der Film daraus, berühmte Spieler wie Drogba, Caszely, Mekloufi, Pašic‘ und Socrates vor die Kamera zu bringen. Der Film überrascht den Zuschauer damit, dass er zeigt, dass Fußball tatsächlich mehr Themen bietet als Verletzungen und Transfers. Eric Cantona, ebenfalls ein Fußballstar, stellt in dem Film Fußballer vor, die ihre Bekanntheit genutzt haben, um das Leben außerhalb des Stadions zu verändern. Das sind scheinbar kleine Aktionen, wie die Gründung einer Fußballschule inmitten eines Bürgerkrieges (Predrag Pašic‘) oder unglaubliche Geschichten, wie Didier Drogbas Friedensstiftung in der Republik Côte d’Ivoire (Elfenbeinküste). Die Machart des Filmsserinnert ein wenig an die reißerischen Sendungen mancher Nachrichtenkanäle („Wenn die Ingenieure jetzt nicht aufpassen, dann bricht der gesamte Staudamm.“), aber ein Körnchen Wahrheit steckt natürlich im Film.

Programm

Im Publikum und später auf dem Podium: Ex-Profi Celia Sasic. Foto: Andrei Schnell
Im Publikum und später auf dem Podium: Ex-Profi Celia Sasic. Foto: Andrei Schnell

Samstag,19.März,
17.00 Uhr Comme un lion
19.00 Uhr Sur la route avec Sócrates
21.30 Uhr Foot et immigration, 100 ans d’histoire commune

Sonntag, 20. März,

16.00 Uhr Le Ballon d’or (französische Originalversion)
18.00 Uhr Les Seigneurs
20.00 Uhr Les Yeux dans les Bleus

Montag, 21. März,

18.00 Uhr Keeper
20.00 Uhr Les Rebelles du Foot

Auf dem Podium

Der Kinosaal war gut gefüllt. Viele gute Plätze in den ersten Reihen waren leer geblieben. Die Förderer von der DFB-Kulturstiftung bis zum Deutsch-Französischen Jugendwerk waren nicht so zahlreich erschienen, wie vermutlich angekündigt.

Podiumsdiskussion. Von rechts: Dieter Müller, Celia Sasic und Gilles Rof. Am Mikro der Gesprächsleiter. Foto: Andrei Schnell.
Podiumsdiskussion. Von rechts: Dieter Müller, Celia Sasic und Gilles Rof. Am Mikro der Gesprächsleiter. Foto: Andrei Schnell.

Nach dem Film auf dem Podium hatte der Gesprächsleiter sichtlich Mühe zwischen den zwei Sprachen Deutsch und Französisch zu springen. Dieter Müller nutzte das entstehende Vakuum, um selbst Themen zu setzen. Doch das Publikum hatte Spaß daran zu erfahren, wie er einmal das Weingut Rothschild besuchte. Célia Šašic‘ blieb beim Thema, als sie sagte: „Man sagt das so dahin: Die Kraft des Fußballs. Wenn man wie im Film sieht, was hinter diesen Worten stecken kann, dann wird man demütiger.“ Auf die sehr allgemeine Frage, warum sie mit 27 ihre Karriere beendet habe, konnte sie nicht mehr als auf persönliche Gründe verweisen. Die waren offensichtlich, Šašic‘ ist schwanger, was sie auch bereits im Januar bei einer FIFA-Gala verkündet hatte. Unbeantwortet blieb damit die unausgesprochene Frage, vor der wahrscheinlich viele junge Frauen stehen, wie sich Familienplanung und beruflicher Erfolg unter einen Hut bringen lassen – und ob das überhaupt erstrebenswert ist. Regisseuer Gilles Rof kündigte eine Fortsetzung seines Films an, die dann gewissermaßen eine Liga tiefer spielt. Statt Weltfußballer werden dann international weniger bekannte Spieler porträtiert.

Interviews im Foyer

Vor dem Film sagte der französische Botschafter dem weddingweiser, dass er sehr gern in Centre Fançais käme und er erst eine Woche zuvor zur Fête de la francophonie in den Wedding gekommen sei. Seine Botschaft fördere das Institut Français am Kurfürstendamm, während das Centre Français am „Bezirk hänge“, aber „die beiden unterschiedlichen Institute arbeiten gut zusammen“. Dieter Müller sagte dem weddingweiser er sei gern „Ehrengast“, da er den „sozialen Gedanken unterstütze“ und er „käme für den guten Zweck“. „Ich hatte die Anfrage und bin gekommen“. Er freute sich sichtlich, viele Autogramme geben zu können.

LINKS
Französische Webseite des Film Les Reelles du Foot
Sektion Football en France
Webseite des Filmfestivals 11 mm
Über das Centre Francais.
Über das City Kino Wedding.
Weddingweiser über die Fête de la Francophonie.
Weddingweiser über die Französische Filmwoche im letzten Jahr.

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