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Weddingmelder-Wochenschau #37/17

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Flugzeug
Flug­zeug oder Arbeit, Woh­nen, Bil­dung? Foto: And­rei Schnell

Huch, ist das plötz­lich kalt gewor­den in den letz­ten Tagen. Ob das dar­an liegt, dass die hei­ße Pha­se des Wahl­kamp­fes begon­nen hat? Und es kommt auch kein wär­men­der Trost von der Par­tei der sozia­len Käl­te (wie auch?). Sie hat zwar ihr Herz ent­deckt. Aber nicht für Bil­dung, Arbeits­plät­ze und Woh­nungs­bau, son­dern für Maschi­nen. Die Lie­be zu TXL ent­springt augen­schein­lich einem eher kal­ten Herz, denn kalt­schnäuzg wird von ach so vie­len Urlau­bern gere­det. Die, die von Tegel aus in den war­men Süden wol­len. Bloß: wer auf die – nun ja, kal­ten – Zah­len schaut, der sieht zwei Mil­lio­nen Leu­te, die nach Frank­furt flie­gen. Und zwei Mil­lio­nen nach Mün­chen. Und eine Mil­li­on nach Köln. Und noch eine nach Stutt­gart. Und noch eine nach Düs­sel­dorf. Zum Glück sind ein paar Leu­te barm­her­zig und flie­gen nach Lon­don. Sonst müss­te man Tegel zum Bahn­hof umbau­en. – Und wen hat es noch kalt erwischt? Es steht im Weddingmelder.

Darüber redet der Wedding

1. Fest im kal­ten Regen hin­gen Auto­fah­rer am Don­ners­tag. Die See­stra­ße muss­te gesperrt wer­den. Grund: Schwe­fel­di­oxid ent­wich, als ein Abwas­ser­rohr gerei­nigt wur­de. 19 Men­schen muss­ten ins Kran­ken­haus. Mel­det die Ber­li­ner Zei­tung. Nur weni­ge Tage davor hat­te das Schul­amt die Albert-Gutz­mann-Schu­le an der Pan­ke (gleich beim Amts­ge­richt) teil­wei­se gesperrt. Krebs­er­re­gen­de Chlor­ver­bin­dun­gen (PCB) hin­gen im Klas­sen­zim­mer. Hat die Ber­li­ner Woche gewusst. Dabei war erst am Mon­tag im Virchow-Kli­ni­kum plötz­lich alles so wol­ken­ver­han­gen gewe­sen: das lag aber nicht am Wet­ter, son­dern an gif­ti­gem Gas. Der Ber­li­ner Kurier war dabei.

Albert Gutzmann Schule
PCB im Klas­sen­raum. Nicht gesund. Foto: And­rei Schnell

2. Die Poli­zei kann nicht über­all sein. Allein schon des­we­gen, weil sie stän­dig ange­grif­fen wird. Wie sich im Moment alle (bis auf den Wed­ding­wei­ser) einig sind. Die Lösung? Poli­zei­ro­bo­ter! Vor­teil: die zie­hen auch dann ohne Mur­ren los, wenn es drau­ßen kalt ist. Und foto­gra­fie­ren kön­nen die auch. Die Ber­li­ner Woche macht dar­aus ein “Bit­te recht freund­lich am Leo­pold­platz”.

3. Ach wie gemüt­lich ist es doch, am war­men Kamin zu sit­zen und Seri­en wie “House of Cards” zu gucken. Denn alle wis­sen, dass in Wahr­heit nicht die Poli­ti­ker mit den Fäden der Macht klöp­peln, son­dern pro­fes­sio­nel­le Beden­ken­trä­ger (also Ver­wal­tungs­be­am­te). Und die fin­den einen Eli­se-und-Otto-Ham­pel-Platz doof bedenk­lich. Schwups, schon ist der Name abge­bü­gelt. Hat die Ber­li­ner Woche recherchiert.

4. Für die Freun­de hei­ßer Schie­ße­rei­en im Wed­ding, kommt die­se Nach­richt. Ein Mann starb und drei wei­te­re wur­den 2015 in der Hoch­s­ted­ter Stra­ße (nahe U‑Bahnhof Naue­ner Platz) lebens­ge­fähr­lich ver­letzt. Dar­auf gab es nun Haft­stra­fen. Das Gericht geht aber davon aus, dass nicht allen betei­lig­ten Fami­li­en­mit­glie­der eine Mit­tat bewie­sen wer­den konn­te. Die Ber­li­ner Zei­tung hör­te im Gerichts­saal zu.

5. Aber hier jetzt eine wär­men­de Geschich­te zur küh­len Jah­res­zeit. Der Tages­spie­gel war im Kiez unter­wegs und traf auf einen Eis­händ­ler, der die Brun­nen­quel­le des Gesund­brun­nens jeder­zeit wie­der frei­le­gen könn­te. Der aber statt des­sen lie­ber bei sei­nem Eis bleibt.

Termine

Zuschauer auf dem Weg zum Favourites Film Festival. Foto: Jonas Friedrich
Zuschau­er auf dem Weg zum Favou­rites Film Fes­ti­val. Foto: Jonas Friedrich

1. So, jetzt die dicke Jacke aus­ge­zo­gen. Hier kommt knudd­li­ges Kino. Was die Ber­li­na­le für Ber­lin ist, das ist das Favou­rites Film Fes­ti­val für den Wed­ding. Dort die Ent­schei­dun­gen einer wei­sen Jury. Hier die Gewin­ner von Publi­kums­her­zen etli­cher Fes­ti­vals. Zu sehen von Mitt­woch bis Sonn­tag. Natür­lich im City-Kino neben dem Eiffelturm.

2. Und nächs­tes Wochen­en­de (23. und 24. Sep­tem­ber) folgt die Lan­ge Nacht der Gerichts­hö­fe. Hin­ge­hen! Solan­ge die Künst­ler in den Höfen noch nicht den Stu­den­ten – ach nee, den stets Stu­die­ren­den – wei­chen muss­ten. Lan­ge Nacht heißt die­ses Mal zwei Tage. Doch wie gewohnt mit ohne Eintritt.

3. Der Wed­ding­wei­ser war noch nie dabei: Geht es da eigent­lich kusch­lig zu beim Run­den Tisch Leo­pold­platz? Am 19. Sep­tem­ber um 17 Uhr in der Schil­ler­bi­blio­thek nahe U‑Bahnhof Leo­pold­platz wird wie­der heiß (oder lau­warm?) dis­ku­tiert über die bun­te Mischung, die es macht.

4. Erin­nert sich noch jemand an den Yoga-Arti­kel vom Juli? Jetzt kommt der Nach­trag. Anna Sta­ed­ler bie­tet BKS Iyen­gar – eine akti­ve und kör­per­ori­en­tier­te Yoga-Form – an. Start: just jetzt. Im Pan­ke-Haus.

PS:

So, und jetzt wird wärms­tens gra­tu­liert: Das Laby­rinth-Kin­der­mu­se­um in der Oslo­er Stra­ße fei­ert Geburts­tag: 20 Jah­re. Die Knei­pe Nuss­brei­te in der See­stra­ße fei­ert: 3 Jah­re. Das Café Cof­fee und Vino in der Bad­stra­ße fei­ert: 1 Jahr. Und mor­gen schreibt der Wed­ding­wei­ser dann noch über das City-Kino: 3 Jah­re. Herz­li­chen Glück­wunsch! (Fra­ge an die Leser des Blogs: Geburts­tag bedeu­tet mit den Jah­ren auch, die Arti­kel wer­den unfrisch. Jemand Lust, neue zu schreiben?)

Das stand im Weddingweiser

An die­ser Stel­le noch ein­mal das Favou­ris­tes Film Fes­ti­val zu erwäh­nen, wäre rich­tig, aber sti­lis­tisch unschön. Na, dann sei hier halt noch ein­mal an die Cake Ave­nue erinnert.

Schau an

Es wird immer käl­ter. Wer braucht da eigent­lich in 2017 noch Kühlschränke?

Der Kühlschrank ist voll. Wird auch alles verbraucht? Foto: Hensel
Der kann bald aus­ge­stellt wer­den. Wenn das mit der Käl­te so wei­ter­geht. Foto: Hensel

Foto unten: Domi­ni­que Hensel

Text und Fotos oben: And­rei Schnell

Andrei Schnell

Man hat mir versichert, es gäbe keine Vorschrift zu gendern und ich sei in dieser Frage frei, nicht wahr? Außerdem: Mein Hintergrund ist ostdeutsch, das beruht auf Erlebnissen. Und: Politik sehe ich mir an wie Sportwettbewerbe. Plus: Lese ich ein Buch lese, dann möchte ich es gleich besprechen. Ich mag Geschichten und Geschichte. Mister Gum möchte ich abschließend erwähnen.

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