Zukunft der Uferhallen steht auf dem Spiel

Fabrik- und VerwaltungsgebäudeFrüher BVG-Werkstätten, heute Kulturstandort erster Güte: Die Uferhallen zwischen Uferstraße und Gottschedstraße haben sich seit 2007 zu einem vielfältigen Standort für Ateliers und andere künstlerisch genutzte Räume entwickelt. Seit dem Erwerb des Geländes durch einen Investor im Jahr 2017 steht diese Vielfalt auf dem Spiel. Nun haben sich die im Uferhallen e.V. zusammengeschlossenen Mieterinnen und Mieter mit einem Appell an die Öffentlichkeit gewandt. Sie fordern von der Politik ein Bekenntnis zu freien Kreativräumen in zentraler Lage.

Kulturexpedition #22: Unverblümt trifft Ausufern

Das Plakat zur Kulturexpedition im Juni. Grafik: georg + georg
Das Plakat zur Kulturexpedition im Juni. Grafik: georg + georg

Im Juli erwartet die Besucher der 22. Kulturexpedition ein spannendes Programm: eine Führung durch die Uferhallen und Uferstudios mit Werkstatt-, Ausstellungsbesuch und offener Probe, eine Weddinger (T)Rauminstallation, chilenische Cumbia-Musik und ein geräuschvoller orchestraler Abschluss zum Mitmachen. Die Unverblümt Kulturexpedition startet am 4. Juli um 17.20 Uhr in den Uferstudios.

Piano Salon Christophori: Klavierkonzerte in der Werkstatt

Christoph Schreiber Piano (C) Julia WernickeIm Piano Salon Christophori sammelt und restauriert ein Neurologe und Freund der Kammermusik historische Konzertflügel. Internationale Musiker geben außerdem regelmäßig in der Werkstatt in den Uferhallen Wedding Konzerte. Jetzt versammeln sich dort erstmals Weltklasse-Pianisten zu dem Festival „Klavier total“.

„Café Pförtner“ – So gemütlich kann ein Linienbus sein

Die Berliner haben ein besonderes Faible für das „Ehemalige“, da ist der Wedding keine Ausnahme: Getanzt wurde im ehemaligen Hallenbad, gespielt in der ehemaligen Zündholzfabrik  … und gegessen wird im ehemaligen BVG-Pförtnerhäuschen. Das kleine Backsteinhaus, in dem das Restaurant Pförtner seine legendäre Pasta zaubert, hat seinen Gästen viel zu bieten. Sogar einen Bus.

Die Weddinger Spuren des Architekten Jean Krämer

"Jean Krämer - Architekt. Und das Atelier von Peter Behrens." - Grafik: Verlagshaus Römerweg.
„Jean Krämer – Architekt. Und das Atelier von Peter Behrens.“ – Grafik: Verlagshaus Römerweg.

Das Cover zeigt die Uferhallen. Jean Krämer hat sie von 1926 bis 1931 als Straßenbahnbetriebshof entworfen und gebaut. Krämer (1886 – 1943) war ein Architekt, der heute fast vergessen ist. Das Buch“Jean Krämer – Architekt. Und das Atelier von Peter Behrens“ dokumentiert nun das Werkt des Baumeister, der viele Spuren in Berlin hinterlassen hat – wichtige davon im Wedding. Der Band ist aber noch mehr als ein vollständiges Werksverzeichnis. Den Autoren ist es gelungen, dass Inge Fernando, die Tochter Krämers, ihre Erinnerungen an ihren Vater aufschreibt. Am Rande weist das Buch darauf hin, dass es Krämer war, der die erste Berliner Ampel – am Potsdamer Platz – entworfen hat (heute steht dort eine Nachbildung der historischen Ampel).

Die Panke entlang (Teil 2)

Gedenkstein WiesenstrIm ersten Teil sind wir schon von der Mündung der Panke am Nordhafen bis zur Pankstraße entlanggewandert – durch eine Art Niemandsland, zwischen Wohnhauszeilen und alten Fabrikgebäuden. Jetzt geht es weiter durch Gesundbrunnen bis fast zum Bürgerpark Pankow.

Wir starten an der Pankstraße 83. Idyllisch fließt hier die kanalisierte Panke zwischen den Brücken der Pankstraße und der Wiesenstraße, entlang begrünter Hinterhöfe und Wohnhäuser der 1950er Jahre. Der erste nachweisbare Siedlungskern des Wedding, ein landwirtschaftliches Gut im Besitz der Stadt Berlin und später des Kurfürsten, erstreckte sich genau hier ab dem 13. Jahrhundert. Die letzten Gebäude des Weddinghofes verschwanden erst während des Mietskasernenbaus der Gründerzeit. Genauso schwer ist heute vorstellbar, dass am 1. Mai 1929 in der Kösliner Straße, die sich hinter den Neubauten befindet, Straßenschlachten tobten, die mindestens 19 zivile Todesopfer forderten. Dieses Gebiet war eine kommunistische Hochburg, die den Beinamen des Bezirks „Roter Wedding“ prägte. Nur ein Findlings-Gedenkstein an der Wiesenstraßenbrücke erinnert heute noch daran – die einst so stadtbildprägenden Mietskasernen sind hier jedenfalls verschwunden.

„Oleanna“ und die Macht der Worte in der „Alten Kantine“

SAMSUNG CAMERA PICTURES
„Oleanna“, Alte Kantine Wedding. Foto: Katja Hantsche

Klein und verschüchtert sitzt Studentin Carol (Friederike Drews) auf ihrem Platz am Schreibtisch des Professors John (Thomas Giegerich). Sie hat Angst, die Prüfung nicht zu bestehen und möchte ihn um Hilfe bitten. Carol setzt an, von ihren Sorgen zu berichten, John illustriert gefällig die seinen, geht auf und ab, setzt sich auf den Schreibtisch, spricht ins Publikum. Er ist selbstsicher, das hat er gelernt – als Kind für dumm gehalten, hat er es doch geschafft und lehrt nun andere. Dennoch entweicht ihm Kritik an der Schikane, die das System, der Lehrbetrieb in seinen Augen ist. Eine Machtheischerei, in der er jedoch ein gemachter Mann geworden ist. Die Professur auf Lebenszeit steht bevor, parallel wird ein gemäßes Haus für die Familie gebaut, er ist ein gemachter Mann.

„Oleanna“: Muss es denn immer Mitte oder Kreuzberg sein?

Mamets Theaterstück „Oleanna“ in der Alten Kantine Wedding

Im Wedding haben sich drei Generationen zusammengefunden, um das Theaterstück „Oleanna“ von David Mamet zu inszenieren. Damit möchte das Ensemble neue Wege im Theaterbetrieb gehen. Auf ihrer Agenda stehen: sauberes Schauspiel und alternative Spielstätten.