Milieuschutz ist irreführend

Straßenszene Badstraße
Soll das Milieu geschützt werden oder die Gier begrenzt werden? Foto: Andrei Schnell

Meinung Der Wedding bekommt zu den bestehenden noch vier weitere Gebiete mit Milieuschutz hinzu. Es ist an der Zeit, einen irreführenden Alltagsbegriff zu beerdigen. Sollen „Negativgruppen“ wie das „Milieu“ bleiben dürfen oder nicht? Das ist ein politischer Streit aus dem Jahr 1978. Heute, 40 Jahre später, ist diese Frage längst durch eine ganz andere Frage abgelöst worden.

Weddingmelder-Wochenschau #4/17

Gesundbrunnen ist: ein Bahnhof und ein Center. Jetzt ist klar: das erste Rewe-Center Berlins mit 3.300 qm und 35.000 Artikeln entsteht dort an der Stelle von Real. Während die einen shoppen, nutzen andere wiederum die ersten Sonnenstrahlen, um in der Panke mal ganz spontan anzubaden. War da sonst noch was?  Falls ja, dann erfahrt ihr es natürlich wie immer in unserer Weddingmelder-Wochenschau.

Milieuschutzgebiete: Der Wedding soll erhalten bleiben

Erhaltungsgebiete Wedding
(c) BA Mitte

Alle haben es längst gewusst: bevor der Wedding kommt, wird er einfach verdrängt. Aufgehübscht, totsaniert und am Ende kommt die Ferienwohnung. Diese angstvolle Verheißung wurde ein Jahr nach der ersten Grobanalyse nun durch eine bezirksweite Analyse des Stadtraumes noch einmal bestätigt. Jetzt soll durch drei Erhaltungsgebiete die „typische Berliner Mischung“ auch bei uns im Wedding erhalten werden. Während andere noch über die Wirkung solcher Maßnahmen diskutieren, bleibt man in der Genter Straße 33 bis 45 scheinbar ganz entspannt.