Einem Weddinger Logistiklager-Mitarbeiter reicht’s

Eine Rolle hätten wir noch

Alle reden von denen, die unser Land am Laufen halten in dieser Zeit. Leider hört ihnen kaum jemand zu. Auf unserer Weddingweiser Pinnwand, der Facebookgruppe für alle Themen, die die Weddinger bewegen, hat unser Mitglied Dustin seinem Ärger jetzt einmal richtig Luft gemacht. Er arbeitet in einem Lebensmittellager, ist also durchaus „systemrelevant“. Allerdings: Obwohl er direkt „an der Quelle“ ist, bekommt er selbst kaum noch Artikel im Supermarkt. Grund sind die Hamsterkäufe, die dazu führen, dass nach Schichtende die Regale leer sind.

Corona: zwischen Panik und berechtigter Sorge

Momentan herrscht wohl nicht nur im Wedding absolute Ahnungslosigkeit, wie genau wir mit den Folgen der steigenden Infektionszahlen mit dem Coronavirus umgehen müssen. Hamsterkäufe, die gesellschaftlich und wirtschaftlich vieles auf den Kopf stellen und durch eine mediale Panikmache befördert werden, sind jedenfalls nicht die Lösung. Doch: Wer krank ist, sollte auf jeden Fall zu Hause bleiben. Ebenso ältere Menschen mit schwächerem Immunsystem sowie alle, die Kontakt mit positiv-getesteten Personen hatten. Letzteres führt momentan sogar zur mindestens 14-tägigen Quarantäne. Wie dieser Zustand aussehen kann, berichtet Weddingerin Ines auf unserem Blog im Quarantäne-Tagebuch. Unter anderem beschreibt sie darin, wie Freunde und Nachbarn ihr Lebensmittel vor die Wohnungstür bringen. Unsere Leserin Nina möchte Betroffenen wie Ines im Wedding helfen und startete einen Aufruf auf unserer Facebook Seite „Weddingweiser Pinnwand„. 

Coronavirus: Der wichtigste Faktor sind wir selbst

Coronavirus Atemschutzmasken ausverkauft-Schild in der Leo-Apotheke
Foto: Hensel

Seit ein paar Wochen sind die Augen des ganzen Landes auf den Wedding gerichtet. Denn am Nordufer und an der Seestraße befindet sich das Robert-Koch-Institut. Täglich wird von dort aus die aktuelle Gefährdungslage angesichts des Coronavirus vermeldet. In der Nacht vom Sonntag auf Montag kam dann aus dem benachbarten Virchowklinikum die Meldung, dass der erste Patient, der in Berlin durch eine Routineuntersuchung positiv auf das Coronavirus getestet wurde, auf der dortigen Isolierstation untergebracht wurde.
Die Rettungsstelle der Inneren Medizin musste 24 Stunden lahmgelegt werden, die Mitarbeiter der betroffenen Schicht bleiben nun erst einmal zu Hause, ebenso wie weitere Kontaktpersonen. Auf dem Gelände des Klinikums wurde nun ein eigenes Untersuchungsgebäude für Corona-Verdachtsfälle ausgewiesen, um den restlichen Betrieb nicht zu beeinträchtigen. Worauf kommt es jetzt an?