Coronavirus: Der wichtigste Faktor sind wir selbst

Coronavirus Atemschutzmasken ausverkauft-Schild in der Leo-Apotheke
Foto: Hensel

Seit ein paar Wochen sind die Augen des ganzen Landes auf den Wedding gerichtet. Denn am Nordufer und an der Seestraße befindet sich das Robert-Koch-Institut. Täglich wird von dort aus die aktuelle Gefährdungslage angesichts des Coronavirus vermeldet. In der Nacht vom Sonntag auf Montag kam dann aus dem benachbarten Virchowklinikum die Meldung, dass der erste Patient, der in Berlin durch eine Routineuntersuchung positiv auf das Coronavirus getestet wurde, auf der dortigen Isolierstation untergebracht wurde.
Die Rettungsstelle der Inneren Medizin musste 24 Stunden lahmgelegt werden, die Mitarbeiter der betroffenen Schicht bleiben nun erst einmal zu Hause, ebenso wie weitere Kontaktpersonen. Auf dem Gelände des Klinikums wurde nun ein eigenes Untersuchungsgebäude für Corona-Verdachtsfälle ausgewiesen, um den restlichen Betrieb nicht zu beeinträchtigen. Worauf kommt es jetzt an?

Gelassenheit und Vertrauen

Robert Koch Institut

Dass Berlin keine Insel der Glückseligen bleiben würde und die ersten Infektionen auch hier auftreten werden, war nur eine Frage der Zeit, logisch – Großstadt und so. Es wird weitere Fälle geben und es werden weitere Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. Sie werden mal übertrieben, mal maßvoll sein – doch das Gesundheitssystem in Deutschland ist hoch entwickelt; man kann der Herausforderung ruhig entgegensehen.

Der vielleicht wichtigste Faktor sind jedoch wir, die Bevölkerung. Wir erinnern uns an Vorsichtsmaßnahmen, die gerade in der Grippezeit immer gelten: häufiges Händewaschen, Desinfektion, in die Armbeuge niesen, bei Krankheitssymptomen zu Hause bleiben. Übertriebene Hamsterkäufe, die Verbreitung von Sensationsnachrichten im Freundes- oder Bekanntenkreis und andere Panikreaktionen sind jedenfalls nicht hilfreich oder angebracht. Die globalisierte Welt dreht sich kurz etwas langsamer, aber unsere Gesellschaft kann zeigen, dass sie sich für die Lösung von Problemen bereit zeigt. Es werden in den nächsten Jahren sicherlich noch andere, viel schwierigere Herausforderungen kommen. Die im Wedding anzutreffende Gelassenheit und ein kleiner Vertrauensvorschuss ins Gesundheitssystem helfen sicher mehr als jeder falsch getragene Mundschutz.

Wenn ihr Symptome zu erkennen glaubt, ruft bitte zuerst die Hotline der Senatsverwaltung (Tel. 030 90 28 28 28) oder den Hausarzt an. Bitte nicht gleich in die Rettungsstelle gehen, da sich dort eventuell Infizierte aufhalten könnten.


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