Schlagwörter: Designer

Die Weddingmarkt-Termine in dieser Saison

Stand beim Weddingmarkt. Foto: Marcel Nakoinz
Stand beim Weddingmarkt. Foto: Marcel Nakoinz

Zurück zu den Wurzeln, wo alles vor fünf Jahren begann: der Kunst- und Designmarkt Weddingmarkt wird in dieser Saison wieder auf dem Leopoldplatz stattfinden. Der erste Markt findet am 7. Mai statt.

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Happylab: Ideenschmiede für Kreative

Das Happylab in der Demminer Straße Ecke Brunnenstraße. Foto: D. Hensel
Das Happylab in der Demminer Straße Ecke Brunnenstraße. Foto: D. Hensel

„Do it yourself“ und mach deine Vision wahr – unter diesem Motto steht die neue High-Tech-Werkstatt Happylab, die Ende September an der Demminer Straße 3 eröffnet hat. Hier sollen kreative Köpfe, Designer, Künstler, Startups und Hobby-Bastler digitale Produktionstechnologien und technisches Know-How finden.

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„ManuFactory“: Die Porzellan-Werkstatt im Wedding

Die Werkstatt in der Lüderitzstr. 13
Die Werkstatt in der Lüderitzstr. 13

Uta Koloczek bietet im unscheinbaren Afrikanischen Viertel etwas ganz Besonderes an: eine Werkstatt für Künstler, Designer oder Privatleute, die einmal gerne selbst mit dem Werkstoff Porzellan arbeiten möchten.

Eine Gussform für Porzellan
Eine Gussform für Porzellan

Schräg gegenüber einer Töpferei in der Lüderitzstraße hat die 32-jährige Keramik-Designerin eine auf Porzellan spezialisierte Werkstatt eingerichtet. „Porzellan hat andere Eigenschaften als Ton und ist nicht einfach zu bearbeiten“, sagt Uta Koloczek. Porzellan besteht aus weißem Kaolin-Gestein und ist weniger porös als Tonerde. Es wird flüssig in Gipsformen gegossen, die man bis zu 70 Mal wiederverwenden kann., „Ein Töpfer fährt seinen Ofen nicht auf die Temperatur von 1300 Grad Celsius hoch, die für das Brennen von Porzellan erforderlich ist“, erklärt die gebürtige Thüringerin, die in Halle an der Burg Giebichenstein und in den USA studiert hat. Im Hobbybereich ist die komplizierte Porzellanherstellung daher eine Seltenheit, und auch Künstler, die mit dem Material einmal experimentieren wollen, stehen bei den bekannten Porzellan-Manufakturen oft vor verschlossenen Türen. Hier setzt Uta Koloczeks Geschäftsidee an, ihre spezialisierte Werkstatt für Kurse zu öffnen und Künstlern auch einen Arbeitsplatz in ihren Räumen für eine Tagesmiete von 20 Euro anzubieten. Sie empfindet ihre Werkstatt für Keramik als Schnittstelle, die es in dieser Form in Berlin kein zweites Mal gibt. Gleich nebenan befindet sich eine Manufaktur für Lederwaren, deren Betreiberin in vielerlei Hinsicht auf eine ähnliche Art arbeitet und ihre Waren verkauft wie Uta Koloczek.


Ironisch-verspielte Porzellan-Chihuahuas
Ironisch-verspielte Porzellan-Chihuahuas

„Die Arbeit mit Porzellan ist im Wesentlichen eine sehr handwerklich-technische“, sagt die Werkstattbetreiberin, die seit 2010 im Weddinger Sprengelkiez lebt. Doch sie ist eben auch Designerin und vertreibt ihre eigenen Kollektionen. „Porzellan-Figurinen kennt man aus Omas Vitrine, aber nur wenige haben eine Neuinterpretation gewagt“, beschreibt Uta Koloczek ihre Herangehensweise. Herausgekommen sind originelle Vierbeiner wie Möpse und Chihuahuas, die in ihrer Grundform in der Thüringer Manufaktur Reichenbachgegossen werden. Dabei müssen die Füße und der Schwanz einzeln an den Körper angebracht werden, weshalb Uta Koloczek diese Arbeit ausgelagert hat. „Ich arbeite mit einer großen Bandbreite an Mustern“, erzählt die Designerin, „das geht von kitschig-ironisch bis schick. Es sollen Wohnaccessoires sein, die Spaß machen sollen.“

Uta Koloczek und ihr Erfolgsprodukt
Uta Koloczek und ihr Erfolgsprodukt

Mit Humor hat sie die Hunde und auch Totenkopfäffchen entworfen und verziert. Auch wenn sie weiß, dass es nur wenige Menschen im Wedding geben dürfte, die sich solche Figurinen leisten können – über die Mitarbeit bei der renommierten Porzellanfabrik Goebel ist es ihr aber immerhin gelungen, dass einige der Porzellanhunde auch schon bei Karstadt am Leopoldplatz verkauft wurden.

ManuFactory Kurse + Werkstatt

Uta Koloczek

Lüderitzstr. 13

Mail: utakoloczek@gmx.de 
Tel.: 0178-3725521

Ziemlich nah am Prenz’lberg: das „Gemischtwaren“

Das "Gemischtwaren" in der Eulerstraße
Das „Gemischtwaren“ in der Eulerstraße

Designertaschen und Kinderkleidung im Wedding?

Schon seit neun Jahren wohnt Kerstin Janssen in der Eulerstraße, eine sehr ruhige Wohngegend zwischen der schneisenartigen Osloer Straße und dem Gesundbrunnencenter. Die Designerin, die mit Tita Berlin auch ein eigenes Taschen-Label besitzt, nutzt das Ladenlokal im Erdgeschoss seit einigen Jahren als ihr Atelier und hat die Veränderungen im Kiez hautnah miterlebt. „In den letzten Jahren sind hier in unmittelbarer Nähe sieben Kindergärten entstanden“, sagt die 43-Jährige, die selbst zwei Kinder hat. Die Eltern, oft aus Pankow oder Prenzlauer Berg, finden hier am Gesundbrunnen einen Kindergartenplatz für ihre Kleinen und entdecken dadurch den Kiez. „Die Leute ziehen ihrem Kindergartenplatz hinterher“, erzählt Kerstin Janssen. Schon jetzt ist es schwieriger geworden, eine bezahlbare Wohnung in diesem Teil des Wedding zu finden.

Nicht nur Kinderklamotten
Nicht nur Kinderklamotten

Rasant schnell verändert sich die Bewohnerschaft

Der Kiez ist in Bewegung geraten, das Straßenbild hat sich durch die vielen Kinder gewandelt. Und Kerstin Janssen ist Teil davon: „Ich bin ein Freund von Veränderungen“, sagt die Designerin, die früher selbst im bachbarten Prenzlauer Berg gewohnt hat. „Im Atelier zu arbeiten kann eine einsame Arbeit sein, und da habe ich die Idee gehabt, aus dem Raum einen Laden zu machen.“ So ist das „Gemischtwaren“ entstanden. In dem freundlich gestalteten Laden gibt es neben den Taschen, die Kerstin Janssen unter ihrem Label vermarktet, auch Kinder-Second Hand-Kleidung und Produkte anderer Designer.

Das Erstaunliche ist nicht, dass die Produkte natürlich ihren Preis haben, sondern, dass sie der Ladeninhaberin aus den Händen gerissen werden. „Das Geschäft, das ich im August 2011 eröffnet habe, läuft sehr gut“, sagt Kerstin Janssen. „Es ist so ein Tante-Emma-Effekt: die Leute schreiben hier an, man kennt sich und die Kinder.“ Der Laden, das Umfeld und das Publikum erinnern an den Prenzlauer Berg Mitte der 1990er Jahre. Viele Kreative scheinen den nahe gelegenenen Ortsteil Gesundbrunnen mit noch niedrigen Mieten und schöner Altbausubstanz in rasender Geschwindigkeit für sich zu entdecken. Wenn aber junge türkische Mütter ab und zu auch mal ins „Gemischtwaren“ hereinschauen, ist das der Beweis, dass sich dieser Kiez immer noch im Wedding befindet. Das lässt hoffen, dass nicht eines Tages alle alteingessenen Mieter verdrängt werden, sondern eine gute Mischung erhalten bleibt.

Kerstin Janssens Kunden kommen gezielt in ihren Laden, auch von weit her – nichts Ungewöhnliches für Menschen, die gutes Design schätzen. Dass es aber auch Laufkundschaft für einen Designerladen im Wedding gibt, zeigt das Ausmaß der Veränderungen.

Gemischtwaren (mit Online-Shop)

Eulerstr. 18 (nahe S+U Gesundbrunnen)

geöffnet Di – Fr 11-16 Uhr

Mehr zum Thema: Montagehalle – Handgemachte Mode-Unikate aus dem Wedding

An der Togostraße tut sich was

Ein ungewohntes Bild im WeddingDas Gebiet zwischen Togostraße, Kameruner Straße und der Seestraße ist das größte geschlossene Altbaugebiet im Afrikanischen Viertel in Berlin-Wedding. Ich habe den Eindruc, dass sich der Togokiez immer mehr zu einem Anziehungspunkt für Kreative entwickelt.  Kein Wunder, lebt es sich hier doch ganz passabel in preiswerten Altbauten. Die Verkehrsanbindung ist hervorragend, es gibt viel Gastronomie und ein Kino, und dauch ie vielen Einkaufsmöglichkeiten an der Müllerstraße und am Leopoldplatz sind nah.

Man muss jedoch den Kiez gar nicht verlassen – es lohnt sich vielmehr, sich einmal genauer in den Straßen umzusehen. So hat sich eine Salatdressing-Manufaktur namens „Blattgold“ in der Kameruner Straße 14 angesiedelt. Ganz untypisch für den Wedding ist die Bezeichnung des Manufaktur-Ladens als „Haus der feinen Kost“. An der Ecke Togo-/Kameruner Straße hält sich seit Jahren der Bioladen „Naturkost“. Wo sich doch sonst im Wedding kein solches Geschäft dauerhaft etablieren konnte – hier funktioniert es offensichtlich.

Im gegenüberliegenden Eckhaus Kameruner Straße 14 / Togostraße befindet sich seit November eine neue Galerie. Von Donnerstag bis Sonntag werden dort noch bis zum 4. Dezember „Drei Orte, zusammengelegt“ gezeigt.

Kreative Pioniere sitzen seit einiger Zeit in der Togostraße 79 a in der „Montagehalle Berlin„. Unter dem Motto „1 Laden, 2 Leute, 3 Labels“ wird dort Mode aus dem Wedding erdacht und hergestellt.

Schon zum zweiten Mal findet vom 1. bis 4. Dezember der Weddinger Wunderbazar im Advent mit Mode, Malerei, Accesoires, Taschen, Filz, Strick, Comics, Fotografie und Keramik statt. 12 Designer und Künstler aus der Monbtagehalle und einem Projektatelier präsentieren am Donnerstag von 19 – 23 Uhr und Freitag, Samstag und Sonntag von 11 – 19 Uhr ihre Werke.

Man darf gespannt sein, wie sich dieser Teil des Afrikanischen Viertels in den kommenden Jahren entwickelt. Vielleicht strahlt diese urbane und kreative Meile auch in die nördlicheren Teile des Afrikanischen Viertels aus. Dies ist jedoch schwer vorstellbar – dort dominieren noch die reinen Wohngebiete.