Warum wir (manchmal) nach Prenzlauer Berg fahren

Mitte ist Schitte, Prenzlberg ist Petting. Real Sex is only Wedding. Wahre Worte, die das PrimeTime-Theater als Text zu seiner Erkennungsmelodie verwendet. Doch manchmal kann einem die raue Wirklichkeit unseres gnadenlos ehrlichen Wedding zu viel sein. Wie erholsam und gesittet geht es hingegen in unserem Nachbarstadtteil Prenzlauer Berg zu! Und geben wir es offen zu: Manchmal lassen sich dort einfach Dinge entdecken, die es im Wedding so nicht gibt. Wir haben unsere Leserinnen und Leser gefragt, aus welchen Gründen sie in den Nachbarstadtteil fahren – müssen oder wollen. Die Online-Zeitung Prenzlauer Berg Nachrichten hat übrigens die gleiche Frage an ihre Leser gestellt…

Staufalle für Weddinger – das nervt!

Stausymbol (Quelle: Wikimedia Commons)

Meinung Wer mit dem Auto in den Sommerferien in den Urlaub fährt, der steht im Stau. Das weiß jeder. Neuer dagegen ist diese Weddinger Wahrheit: Wer mit dem Auto nicht in den Urlaub fährt, steht auch im Stau. Das liegt an den alten und den neuen Baustellen, die Staus bringen, die sich auch in unserem Stadtteil bemerkbar machen: an der Bösebrücke und bis 21. August an der Rudolf-Wissell-Brücke. Und die nerven uns noch mehr als dieser verregnete Sommer!

Kommt das Haus von Rosa Parks zur Bösebrücke?

So sah Rosa Parks' Haus vor dem Abriss in Detroit aus. Foto: externe Quelle - ©Fabia Mendoza
So sah Rosa Parks‘ Haus vor dem Abriss in Detroit aus. Foto: externe Quelle – ©Fabia Mendoza

AKTUALISIERT MÄRZ 2017: Rosa Parks kommt in die Hauptstadt. Zumindest ein Teil von ihr. Weil Detroit ihr Vermächtnis nicht erhalten wollte, steht das Haus der US-Bürgerrechtlerin bald in Berlin. Wie es dazu kommt und wer dahinter steckt…

Lesermeinung: Fehlgeleitet an der Behmstraße

Hostelo: Ecke Behmstraße/ Jülicher StraßeDie Sanierung der hundertjährigen Bösebrücke schreitet voran – die Autofahrer in Richtung Osten werden seit einem Jahr durch dicht bebaute Wohngebiete über Nebenstraßen umgeleitet. Das ist nicht nur für die Fahrzeuglenker ärgerlich: für die vielen Anwohner der Jülicher, Behm- und Malmöer Straße ist es mit Ruhe und guter Luft nun vorbei. Unsere Leserin Eli findet, dass die Zusicherungen der Senatsverwaltung nicht eingehalten wurden. Hier ihr Bericht aus Anwohnersicht:

Bösebrücke: Eine Nahtstelle muss geflickt werden

Bösebrücke Bornholmer Str
Schön, aber sanierungsbedürftig

Aktualisiert August 2017

Bei der Theater-Sitcom Gutes Wedding Schlechtes Wedding wird sie – da Einfallstor für Prenzlwichser – als „böse Brücke“ tituliert. Viele Berliner bezeichnen sie fälschlich als Bornholmer Brücke. Und beim Mauerfall am 9. November 1989 spielte sie eine besondere Rolle. Die Rede ist von der Bösebrücke, einer fast 100 Jahre alten Bogenbrücke aus Stahl. Auch heute schon ist sie mit nur 31 Metern Breite ein schmaler Durchlass – mit einem Gleis für die Straßenbahn und vier Autospuren. Jetzt ist Halbzeit bei der Sanierung.

Bahnhöfe im Wedding: Bornholmer Straße

S Bhf Bornholmer S-BahnEin eigenartiges Schauspiel unter der Bösebrücke. Zwei rot-gelbe S-Bahnen fahren nebeneinander, nur für ein paar Sekunden, so dicht, dass sich die Fahrgäste zuwinken könnten, doch trennt eine Betonmauer sie voneinander. Alle anderthalb Minuten wird bei der einen Bahn die Türschließung betätigt, und etwas zu schnell für die enge Kurve fährt sie auch. Die andere hingegen fährt am Bahnsteig ohne Halt vorbei. Die Züge nehmen unterschiedliche Richtungen, eine verschwindet im Ostteil, die andere im Westteil Berlins. Die Episode zeigt: unter all den Absurditäten, die die Teilung der Stadt ab 1961 mit sich brachte, nahm der Bahnhof Bornholmer Straße eine herausragende Stellung ein.