Lange Nacht der Unterwelten zum 20. Geburtstag

Besucher stehen am Pavillon am Bahnhof Gesundbrunnen für Tickets für eine der Touren der Berliner Unterwelten an. Foto: Hensel
Besu­cher ste­hen am Bahn­hof Gesund­brun­nen für Tickets für eine der Tou­ren der Ber­li­ner Unter­wel­ten an. Foto: Hensel

Zum Geburts­tag lädt man nicht ein. Man öff­net sei­ne Tür und schaut, wer kommt. An die­se Geburts­tags­re­gel hält sich auch der Ver­ein Ber­li­ner Unter­wel­ten. Seit nun­mehr 20 Jah­ren erforscht der Ver­ein die Ber­li­ner Unter­welt, macht alte U‑Bahntunnel, Bun­ker und ver­ges­se­ne Räu­me unter der Stadt für die Öffent­lich­keit zugäng­lich. Sei­ne Tür öff­net der Ver­ein, der nahe des Bahn­hofs Gesund­brun­nen sei­ne ober­ir­di­sche Leit­zen­tra­le hat, am Sonn­abend, den 17. Juni. Eigent­lich sind es sehr vie­le Türen, die geöff­net wer­den, denn der Ver­ein schenkt Ber­lin eine Lan­ge Nacht der Unterwelten.


Von 17 Uhr am Sonn­abend bis 2 Uhr am Sonn­tag (18.6.) haben zehn der Unter­wel­ten-Stand­or­te geöff­net, die an der U‑Bahnlinie 8 zwi­schen den Bahn­hö­fen Para­cel­sus-Bad und Her­mann­platz lie­gen und die sonst nur im Rah­men von Füh­run­gen zugäng­lich sind. Wäh­rend der „Lan­gen Nacht“ kön­nen sich die Besu­cher frei in den Anla­gen bewe­gen und die­se selb­stän­dig erkun­den. Ver­eins­mit­glie­der und Mit­glie­der sind aber vor Ort und beant­wor­ten Fragen.

Holger Happel von den Unterwelten führt durch den AEG-Versuchstunnel. Lange Nacht der Unterwelten
Hol­ger Hap­pel bei einer Füh­rung durch den AEG-Ver­suchs­tun­nel. Foto: And­rei Schnell

Die Ber­li­ner Unter­wel­ten zei­gen unter ande­rem den Ope­ra­ti­ons­bun­ker Teich­stra­ße, die ver­schie­de­nen Bun­ker­an­la­gen rund um den Bahn­hof Gesund­brun­nen, die Aus­stel­lung „Mythos Ger­ma­nia“, den AEG-Ver­suchs­tun­nel unter der Vol­ta­stra­ße, Braue­rei­ge­wöl­be nahe der Ber­nau­er Stra­ße sowie den Kreuz­ber­ger Fich­te­bun­ker. Die Orte erzäh­len von der Ent­wick­lung Ber­lins zur größ­ten Indus­trie­me­tro­po­le Euro­pas, vom Auf­bau der unter­ir­di­schen Infra­struk­tur, vom Grö­ßen­wahn der Natio­nal­so­zia­lis­ten und ihrem Pro­jekt „Ger­ma­nia“, vom Über­le­ben im Schutz der Bun­ker wäh­rend des Zwei­ten Welt­krie­ges und von der Tei­lung der Stadt und den Mau­er­durch­brü­chen unter Tage.

Unterwelten-Chef Dietmar Arnold. Foto: Hensel
Unter­wel­ten-Chef Diet­mar Arnold. Foto: Hensel

Die Geburts­tags­gäs­te erwar­tet also ein umfang­rei­ches Pro­gramm und die Chan­ce, die Ber­li­ner Unter­wel­ten ein­mal auf ande­re Art zu erkun­den als im Rah­men von Füh­run­gen. Für ein Imbiss­an­ge­bot ist an ver­schie­de­nen Stand­or­ten gesorgt.

Für den Besuch aller Ein­rich­tun­gen benö­ti­gen die Besu­cher ein Ticket. Bei Direkt­kauf im Ticket- und Buch­shop in der Brun­nen­stra­ße 105 kos­tet es 20 Euro, für Kin­der zwi­schen 10 und 18 Jah­ren ermä­ßigt 15 Euro. Kin­der unter 10 Jah­ren haben frei­en Ein­tritt. Das Ticket- und Pro­gramm­heft ent­hält ein BVG-Trans­fer­ti­cket – gül­tig am Ver­an­stal­tungs­tag von 16.30 Uhr bis 2.30 Uhr aus­schließ­lich auf der U8 zwi­schen den Sta­tio­nen Para­cel­sus-Bad und Her­mann­platz. Der Vor­ver­kauf wird emp­foh­len, die Ticket­an­zahl ist begrenzt.

Zu sehen sind fol­gen­de Stand­or­te der Ber­li­ner Unterwelten:

  • Ope­ra­ti­ons­bun­ker Teich­stra­ße (U Paracelsus-Bad)
  • Zivil­schutz­an­la­ge Pankstra­ße (U Pankstraße)
  • Zivil­schutz­an­la­ge Bloch­platz (U Gesundbrunnen)
  • ehe­ma­li­ge unter­ir­di­sche Toi­let­ten­an­la­ge Behm­stra­ße / Bad­stra­ße (U Gesundbrunnen)
  • Flak­turm­rui­ne Hum­boldt­hain (U Gesundbrunnen)
  • Aus­stel­lung Mythos Ger­ma­nia (U Gesundbrunnen)
  • Luft­schutz­an­la­ge U Gesund­brun­nen / Unter­wel­ten-Muse­um (U Gesundbrunnen)
    AEG-Ver­suchs­tun­nel (U Voltastraße)
  • Gewöl­be der ehe­ma­li­gen Oswald-Ber­li­ner-Braue­rei (U Ber­nau­er Straße)
  • Fich­te­bun­ker (U Her­mann­platz oder U Schönleinstraße)

Mehr über den Ver­ein gibt es im Inter­net. Alle Infos über die Lan­ge Nacht der Unter­wel­ten gibt es auf einer Son­der­sei­te der Unter­wel­ten-Web­sei­te.

Text: Ber­li­ner Unterwelten/Dominique Hensel

Dominique Hensel

Dominique Hensel lebt und schreibt im Wedding. Sonntags gibt sie hier den Newsüberblick für den Stadtteil, fotografiert dort für unseren Instagram-Kanal (Freitag) und hat hier und da einen aktuellen Text für uns - gern zum Thema Stadtgärten, Kultur, Nachbarschaft und Soziales. Hyperlokal hat sie es auf jeden Fall am liebsten und beim Weddingweiser ist sie fast schon immer.

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