Die Zukunft des Nahverkehrs im Wedding

Foto (c) Andi Weiland
S-Bahnhof Wedding (c) Andi Weiland

Nach Jahren des Sparens ist der Berliner Nahverkehr an einem Tiefpunkt angekommen: Bei der U-Bahn fehlen Fahrzeuge, die S-Bahn ist eine einzige Störung im Betriebsablauf, die Busse und Straßenbahnen stehen mehr im Stau als dass sie fahren. Der Senat hat das erkannt und plant wieder größer. Wir haben einmal zusammengestellt, was der neue Nahverkehrsplan für den Wedding bedeutet.

Hier soll sich im Radverkehr bald etwas tun

Es war eine schwere Geburt. Das Abgeordnetenhaus von Berlin hat aber tatsächlich Ende Juni die erste deutsche Mobilitäts-Verordnung verabschiedet, die zahlreiche Verbesserungen für Berlins Radfahrende vorsieht. Neben vielen ohnehin schon geplanten Maßnahmen gibt es auch einige Veränderungen, die sich auf den Wedding und seine unmittelbare Nachbarschaft auswirken.

Was wir über die neue S-Bahn zum Hauptbahnhof wissen

S-Ban-Brücke, fotografiert in der Tegeler Straße. Foto: HenselLassen wir mal alle Probleme beim Bau der als S 21 bezeichneten neuen S-Bahn-Linie außen vor, die zu Planungsänderungen, Bauzeitverlängerungen und provisorischen Zwischenlösungen geführt haben. Der Bau schreitet jetzt jedenfalls weiter voran und wir können uns auf eine neue S-Bahn-Verbindung vom und zum Hauptbahnhof freuen. Diese wird am Ende eine gute Milliarde Euro gekostet haben und könnte Ende 2020 eröffnet werden.

Parkraumbewirtschaftung bis zur Badstraße?

Auch östlich der Müllerstraße wird jetzt ein integriertes Verkehrskonzept entwickelt. Am 22. Februar präsentierten die vom Bezirk beauftragten Verkehrs- und Landschaftsplaner im Cittipoint die Ergebnisse des Verkehrs- und Freiraumkonzeptes Nebenstraßen, das sie für den Brüsseler Kiez und seine Umgebung erstellt haben. Unterdessen sind jedoch auch östlich der Müllerstraße die Planer aktiv geworden: Ein großer Bereich zwischen Müllerstraße, See- beziehungsweise Osloer Straße und Badstraße bis hin zum Humboldthain und zur Liesenstraße wird zur Entwicklung eines Konzepts der Parkraumbewirtschaftung untersucht, außerdem soll ein Konzept für den Fußgänger- und Fahrradverkehr.

Verkehr: Die Ausnahme ist im Wedding die Regel

Parken ohne Nummernschild auf der Badstraße. Foto Andrei Schnell.
Zweite-Reihe-Parker in der Badstraße. Foto Andrei Schnell.

Manchmal staunt man, wie nah eine gefühlte Realität der Wirklichkeit kommt. Beispiel: Verkehr. Am Freitag (12.1.) hat die Polizei fast vier Stunden auf den Hauptstraßen im Wedding und in Gesundbrunnen Autos kontrolliert. Man vermutet schon, dass die Beamten bei einem Teil der Wagen Grund zur Beanstandung gehabt hätten – Falschparken und so. Tatsächlich waren es, man glaubt es kaum, 80 Prozent!

Kutschi: Einflugschneise in den nördlichen Wedding

Dieser wichtige Verkehrsknotenpunkt liegt zwar nicht im Wedding, aber so dermaßen haarscharf an der Bezirksgrenze, dass auch viele Weddinger dort umsteigen, einkaufen oder essen gehen. Klar, dass wir vom Weddingweiser den Kurt-Schumacher-Platz in Reinickendorf nicht ignorieren können. Seit jeher verkürzen die Berliner seinen sperrigen Namen zu Kutschi. Klingt ein bisschen schnoddrig und ein wenig lieblos. Aber es sagt bereits alles darüber, wie dieser Platz wahrgenommen wird.