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Verkehr der Zukunft:
Forschung am selbstfahrenden Bus

14. Dezember 2021
selbstfahrender Bus
Test des selbstfahrenden Busses auf dem AEG-Gelände. Foto: Andrei Schnell

Einem Auto das selbstständige Fahren im Straßenverkehr beizubringen, ist ein weites Feld. In den früheren AEG-Fabriken im Brunnenviertel forscht Professor Steffen Müller von der Technischen Universität (TU) mit seinem Team an diesem Thema. Er arbeitet unter anderem an einer Teilfrage, deren Beantwortung für Laien einfach scheint. Wie kann das selbst steuernde Fahrzeug das Verhalten von Fußgängern und Radfahrern vorhersehen und darauf angemessen reagieren? Intentionserkennung und Gestenerkennung nennt der Wissenschaftler als Stichworte. „Wir forschen an Fahrstrategien, die so etwas berücksichtigen können‟, sagt Steffen Müller. Er und seine Mitarbeiter wollen eine Software entwickeln, durch die ein autonom fahrender Bus zum Beispiel erahnen kann, ob ein Fußgänger die Straße überqueren wird oder nicht. „Es sind die für menschliche Fahrer scheinbar ganz einfachen Interaktionen mit anderen Verkehrsteilnehmern, die für einen Computer schwer zu deuten sind‟, erklärt Steffen Müller. Gesten und Winkzeichen können das sein. Ein herkömmliches Computerprogramm scheitert häufig an dieser Aufgabe. „Man kann für diese Aufgabe Methoden der künstlichen Intelligenz (KI) einsetzen, beispielsweise neuronale Netze zur Objekterkennung“. Auch bei der Entscheidung Bremsen oder Weiterfahren wollen die Wissenschaftler im Brunnenviertel auf KI setzen.

Die beiden Minibusse der Firma Navya, die Steffen Müller für seine Forschung nutzt, befinden sich gewissermaßen in Zweitverwertung. Denn zunächst fuhren die beiden Gefährte für ein anderes Forscherteam innerhalb des Virchow-Krankenhauses. Damals zeigten sie sich in BVG-gelbem Lack. Rund 200.000 Euro hat ein Minibus bei der Anschaffung 2017 gekostet. Nach Abschluss der Testfahrten hat die Charité die Fahrzeuge der TU übereignet, damit sie der Forschung weiterhin zur Verfügung stehen können. Völlig frei fahren können die Modelle nicht. Die Busse mit je elf Sitzplätzen benötigen eine zuvor auf zehn Zentimeter genau eingemessene Route. Diese Mühe haben sich die Forscher für den Fabrikhof zwischen Gustav-Meyer-Allee und Voltastraße nicht gemacht. Sie fahren die Busse per Fernbedienung in einer Halle. „Damit haben wir genug Daten für unsere ersten Forschungsziele‟, sagt der Wissenschaftler.

Am Rande erwähnt: Selbstfahrende U-Bahnen hält Professor Steffen Müller aus Sicht der Wissenschaft für ausgeforscht. Dass Berlin sie nicht einsetzt, das hat nichts mit fehlender Grundlagenforschung zu tun.

Die Doktoranden Clemens Groß und Alexander Kaiser im Testbus. Foto: Andrei Schnell
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Der Tex­t stammt aus der Wed­din­ger All­ge­mei­nen Zei­tung (–> E‑Paper), der gedruck­ten Zei­tung für den Wed­ding. Geschrie­ben wur­de er von And­rei Schnell. Wir dan­ken dem RAZ-Verlag!

Andrei Schnell

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Meine Feinde besitzen ein Stück der Wahrheit, das mir fehlt.

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