Europawahl: Ein Weddinger will antreten

Carsten Spallek
Stadtrat Carsten Spallek (CDU) zieht es nach Europa. Foto: Andrei Schnell

Europa und gar Europapolitik sind weit weg? Zumindest Weddinger könnten durch die Europawahl im Mai nächsten Jahres mehr als sonst berührt werden, tritt doch einer aus ihrem Kiez an. Carsten Spallek, aktuell Schulstadtrat im Bezirk, will sich zur Wahl stellen. „Der Leo war meine Hood“, sagt er augenzwinkernd. Auch die anderen Parteien basteln an ihren Listen für die Europawahl 2019.

Der im Wedding geborene Carsten Spallek wünscht sich den Berliner Listenplatz eins von seiner Partei, der CDU. Der 46-jährige Politiker regiert nicht nur den Wedding (als einen Teil des Bezirks Mitte), er hat auch seine Jugend im Zentrum des Weddings verbracht.  Aufgewachsen ist er in der Genter Straße, wie er dem Weddingweiser in einem Gespräch verrät. Die ersten Schuljahre bis 1984 lernte er in der Möwensee-Grundschule im Afrikanischen Viertel. Sein Abitur machte er 1992 im Ranke-Gymnasium im Brunnenviertel. Dieses Gymanasium hieß zuletzt Diesterweg-Gymnasium und wurde 2011 geschlossen. Auch während seiner Ausbildung bis 1995 blieb er dem Wedding treu und machte bei der Sparkasse am Leopoldplatz eine Lehre zum Bankkaufmann.

Auf dem Weg Europawahl 2019

Carsten Spallek
Carsten Spallek (CDU) bei einem Bürgerfest 2016. Foto: Andrei Schnell

Die Europawahl scheint noch weit hin zu sein. Doch jetzt ist der Zeitpunkt, an dem den Finger heben muss, wer von seiner Partei auf einen aussichtsreichen vorderen Platz der Liste gewählt werden will. Carsten Spallek hat immerhin die CDU-Mitte hinter sich. „Auf der heutigen Sitzung hat der Kreisvorstand meine Kandidatur für das Europäische Parlament einstimmig befürwortet„, schreibt er etwas trocken auf Facebook. Nachdem der Hut in den Ring geworden wurde, ist jetzt die Zeit fürs Schieben und Drücken – und für häßliche Sicheleien. Im Herbst dann will die Berliner CDU auf einem Parteitag alle Bewerber für die Landesliste in eine Reihenfolge bringen.

So will Carsten Spallek punkten

Carsten Spallek
Carsten Spallek – in der Mitte – bei der Eröffnung eines Spielplatzes, der mit EU-Geld finanziert wurde. Foto: Andrei Schnell

„Europa ist nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung“, kommentiert Carsten Spallek den Aufwind der eurokritischen Stimmungen, „da kippt gerade etwas“. Doch Europa sei sowohl als „Friedensprojekt“ („mein Vater hat den zweiten Weltkrieg noch erlebt“), als auch praktisch ein Erfolgsmodell („meine Tochter weiß gar nicht mehr, wie das mit Grenzkontrollen und den zahlreichen Wärhungen ist; sie will einfach irgendwo in Europa studieren oder vielleicht auch wohnen“). Kritisch steht er einer möglichen EU-Erweiterung in Südosteuropa gegenüber. Und mit Blick auf Fördergelder aus Brüssel sagt er, dass Berlin nicht „rausfallen“ dürfe und er wünscht sich mehr positive Statements, wenn mit europäischen Fördertopfen etwas erreicht wurde.

Lebenslauf von Carsten Spallek

Carsten Spallek
Stadtrat Carsten Spallek im Bezirksamt. Foto: Andrei Schnell

Von 1995 bis 1999 war der Politiker öfter in Lichtenberg unterwegs, um BWL an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in der Treskowallee zu studieren. Aktuell lebt er in Schöneberg. „Meine Freundin hatte schlicht eine größere Wohnung als ich“, gibt er als Grund für den Wegzug aus dem Wedding an. Carsten Spallek hat eine Tochter.

Sein politischer Lebenslauf setzt 1995 ein und ist eng mit dem Wedding verbunden. Mit damals 24 Jahren kam er in die Bezirksverordnetenversammlung (BVV). Die BVV kümmerte sich in dieser Zeit noch noch ausschließlich um den Wedding, bevor er zu einem Ortsteil degradiert wurde. 2009 wurde Carsten Spallek Stadtrat für Wirtschaft. Ab 2011 war er Stadtrat für Stadtentwicklung. Seit 2016 ist er Stadtrat für Schule. Das heißt, nachdem er sich durch alle Themen durchgearbeitet hat, bleibt dem CDU-Politiker im Bezirk Mitte als neue Aufgabe nur das schwer erreichbare Ziel, Bürgermeister zu werden. Zieht es ihn deshalb nach Europa?

Nominierungen der anderen Parteien

CDU und CDU treten bei der Europawahl mit Landeslisten an. Die anderen Parteien starten mit bundesweite Listen. Am Kindertag, 1. Juni, will die SPD die Namen auf ihrer Liste für die Bundesrepublik in eine Reihenfolge wählen. Bereits nominiert ist zum Beispiel Annika Klose, die auf Facebook schreibt, dass sie bereits „voller Energie“ ist. Außerdem laut Tagesspiegel im Rennen (Stand 25. April): Gabriele Bischoff, Markus Pauzenberger und Tim Renner.

Der Tagesspiegel berichtet, dass von den Grünen Politikern Erik Marquardt, Anna Cavazzini, Hannah Neumann und Reinhard Bütikofer „Interesse angemeldet“ hätten. Wahl ist im November.

Die Linke stellt ihre Liste erst im Februar, keine drei Monate vor der Wahl, auf. Da ist also noch viel Zeit für Gerangel. Aktuell sitzen Martina Michels und Martin Schirdewan von den Linken für Berlin in Brüssel.

Weiterführende Infos

Die Europawahl wird vom 23. bis 26. Mai stattfinden, schreibt www.politische-bildung.de. (Der genaue Termin stehe noch nicht fest, schreibt der Bundeswahlleiter). Weniger als die Hälfte der Berliner machten bei der letzten Europawahl 2014 ein Kreuzchen bei einer Partei ihrer Wahl.

Carsten Spallek hat eine eigene Webseite und Facebookseite (die gutfuermitte heißt!).

Andrei Schnell beobachtet das politische Geschehen im Bezirk für den Weddingweiser.


2 Kommentare
  1. Ein vollkommen unkritischer Werbebeitrag für den CDU-Hansel. Bitter, aber erwartungsgemäß…
    Darauf kann man getrost verzichten. Danke für nichts.

    1. Ich finde, es ist ein ziemlich sachlicher Beitrag über die mögliche Kandidatur eines Weddinger Politikers zur Europawahl. Wenn andere Weddinger antreten, werden wir sicherlich auch berichten. Aber witzig: CDU-Nähe hat uns wirklich noch niemand vorgeworfen …

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