Drei Frauen kämpfen um den Wahlkreis 7 – Katharina Becker im Interview

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Wird es eng? Zumindest wenn man die Linien der Erststimmen-Ergebnisse der letzten Jahre verlängert. - Grafik Andrei Schnell.
Wird es eng? Zumin­dest wenn man die Lini­en der Erst­stim­men-Ergeb­nis­se der letz­ten Jah­re ver­län­gert. – Gra­fik And­rei Schnell.

In Mit­tes Wahl­kreis 7, der aus dem Brun­nen­vier­tel und dem Spren­gel­kiez besteht, tre­ten drei Frau­en gegen­ein­an­der an. Die drei haben gute Aus­sich­ten, im Sep­tem­ber mit den Erst­stim­men ins Abge­ord­ne­ten­haus ein­zu­zie­hen. Neben­ste­hen­de Gra­fik zeigt eine Pro­gno­se auf Basis der gewon­ne­nen Erst­stim­men ver­gan­ge­ner Wah­len. Im Inter­view stel­len sich die drei Kan­di­da­tin­nen vor: Maja Lasic (SPD), Katha­ri­na Becker (CDU) und Jen­ny Neu­bert (Grü­ne).

Katharina Becker im Vorgespräch

Katha­ri­na Becker, die Direkt­kan­di­da­tin der CDU im Wahl­kreis 7, sucht für das Tref­fen das Jää-äär in der Brun­nen­stra­ße aus. Auf eine Art wirkt sie über­ra­schend jung. Es scheint so, als ob sie in dem Tref­fen auch eine Art Übung im Umgang mit Jour­na­lis­ten sieht. Gleich­zei­tig strahlt sie eine Pro­fes­sio­na­li­tät aus, die sie als Seni­or Pro­duct Mana­ger beim Ber­li­ner Inter­net-Inves­tor Rocket-Inter­net auch braucht. Ste­hen­de Wen­dun­gen aus der Par­tei­welt der CDU bringt sie geschickt unter, gleich­zei­tig kommt sie durch­aus sym­pha­tisch rüber.

Direktkandidatin Katharina Becker (CDU). Foto Andrei Schnell
Direkt­kan­di­da­tin Katha­ri­na Becker (CDU). Foto And­rei Schnell

Interview mit Katharina Becker

Wed­ding­wei­ser: Sicher­heit ist ein klas­si­ches CDU-The­ma. Wel­cher Kiez im Wahl­kreis 7 ist gefähr­li­cher – das Brun­nen­vier­tel oder der Sprengelkiez?

Katha­ri­na Becker: Sicher­heit ist ein The­ma für mich. Es kommt dar­auf an, ein Sicher­heits­ge­fühl zu ver­mit­teln, dass die Leu­te sich in ihrem Kiez wohl füh­len, dass sie hier ihre Hei­mat haben, gera­de für Fami­li­en mit Kin­dern ist das wich­tig. Egal auf wel­chem Niveau wir sind, wir müs­sen das The­ma Sicher­heit stän­dig weiterentwickeln.

Wed­ding­wei­ser: Es wird viel über Müll auf Geh­we­gen geklagt. Wird genug geputzt?

Katha­ri­na Becker: Das ist furcht­bar mit dem Müll. Es geht dabei auch um Parks und um öffent­li­che Grün­an­la­gen. Ich den­ke, es ist schwie­rig, das Pro­blem als allei­ni­ge Auf­ga­be der Poli­tik zu sehen. Man muss an das Hei­mat­ge­fühl der Leu­te appel­lie­ren. Mir wur­de als Kind bei­gebracht, Müll nicht ein­fach auf der Stra­ße fal­len zu las­sen. Ich fin­de das ist eine Respekt­lo­sig­keit, wenn sich Leu­te nicht an die­se ein­fa­che Regel hal­ten. Die Poli­tik kann dage­gen dafür sor­gen, dass genug Müll­ei­mer vor­han­den sind, um es den Leu­ten ein­fa­cher zu machen, ihren Müll loszuwerden.

Wed­ding­wei­ser: Soll­te man die Men­schen zu mehr Respekt erziehen?

Katha­ri­na Becker: Poli­tik soll­te Men­schen nicht erzie­hen. Natür­lich könn­te man mit höhe­ren Stra­fen arbei­ten, aber das kann nicht die ein­zi­ge Lösung sein. Wir wol­len kei­nen über­re­gu­lier­ten Staat. Man kann infor­mie­ren und erklä­ren, wie lan­ge es dau­ert, bis Müll und Plas­tik ver­rot­ten. Man muss sicht­bar machen, was es jetzt schon kos­tet, den Leu­ten hinterherzuräumen.

Wed­ding­wei­ser: Ab 1. August gilt das Min­dest­ab­stands­um­set­zungs­esetz. Ist beim The­ma Spiel­hal­len damit alles erledigt?

Katha­ri­na Becker: Nein. Spiel­hal­len haben oft den Ruf, in Wahr­heit ganz ande­re Geschäf­te zu betrei­ben. Ich den­ke da an das Stich­wort Geld­wä­sche. Aber es ist nicht fair, alle über einen Kamm zu sche­ren. In die­ser Situa­ti­on hel­fen Kon­trol­len. Die sind für bei­de Sei­ten wich­tig, für den Spiel­hal­len­be­sit­zer und für den Bür­ger. Der Bür­ger soll sehen: Die Spiel­hal­len sind dank der Kon­trol­len mehr­heit­lich ver­nünf­ti­ge Betrie­be. Es soll nicht dar­um gehen, dass Exis­ten­zen aus­ge­löscht wer­den. Ich möch­te nicht, dass jeder Spiel­hal­len­be­sit­zer in Ver­ruf gerät. Die Wir­kung des Geset­zes ist soweit schon in Ord­nung, solan­ge nicht ver­ges­sen wird, dass die Betrei­ber auch Unter­neh­mer sind, die seit 30 Jah­ren ihrem Gewer­be nach­ge­hen und jetzt mit den neu aus dem Boden sprie­ßen­den Hal­len über einen Kamm gescho­ren werden.

Wed­ding­wei­ser: Tra­gen Fahr­rad­we­ge zur Sicher­heit bei? Braucht zum Bei­spiel die Brun­nen­stra­ße einen Fahrradweg?

Katha­ri­na Becker: Ich bin grund­sätz­lich ein gro­ßer Freund von ver­nünf­ti­gen Fahr­rad­we­gen. Durch sie wird es für Rad­fah­rer, Auto­fah­rer und Fuß­gän­ger siche­rer. Aber wenn der Rad­weg ein­fach auf der Stra­ße auf­ge­malt wird, ver­liert man wie­der­um eine Spur für die Auto­fah­rer. Da muss man genau schau­en, ob viel­leicht der Fuß­gän­ger­weg breit genug ist. Im Par­la­ment wür­de ich mich für einen sinn­vol­len Umgang mit den vor­han­de­nen Mit­teln für Rad­ver­kehr ein­set­zen, nicht unbe­dingt für mehr Geld.

Schlußbemerkung

Im Wahl­kreis 7 (Brun­nen­vier­tel und Spren­gel­kiez) kämp­fen drei Frau­en um das Direkt­man­dat. Der Wed­ding­wei­ser hat mit ihnen gespro­chen. Hier geht es zum Inter­view mit Maja Lasic (SPD), Katha­ri­na Becker (CDU) und Jen­ny Neu­bert (Grü­ne).

Inter­view, Gra­fik und Foto: And­rei Schnell

Andrei Schnell

Mit ostdeutschem Hintergrund bin ich im Weddingspektrum einer von vielen anderen Sonderlingen. Ich vergleiche Politik gern mit Sport, dann ist sie spannend und nicht bierernst. Wenn ich ein Buch lese, frage ich mich immer, wo ich es besprechen kann. Ich reporte ja für Weddingweiser, Weddinger Allgemeine Zeitung und Kiezmagazine. Ich mag Geschichten und Geschichte.

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