Das Wichtigste der Woche im Wedding

Brexit sei Dank ist Berlin plötzlich die einwohnerreichste Stadt der EU (Würde man die Vororte mitzählen, wäre es allerdings der Ballungsraum Paris). Auch nach der viel zu kurzen Übergangsphase nach dem Austritt der Briten bleiben uns im Wedding noch so schöne britische Straßennamen wie Londoner Straße, Edinburger Straße oder (am schönsten:) Windsorstraße. Und wie zum Trost auch ein Restaurant, das britisches Pub Food anbietet, das Hirsch & Hase in der Brunnenstraße. Und natürlich das (bald 20 Jahre alte) Offside mit seiner exorbitanten Auswahl an Whiskey. Take care!

Und sonst?

Baustelle einer BrückeDas wird eine ziemliche Berg- und Talfahrt , wenn dereinst die neue S 21 (City S-Bahn) mit vier Wägelchen vom Gesundbrunnen über Wedding zum Hauptbahnhof gurkt. Geplanter Start für das Stummel-Bähnchen: irgendwann Mitte 2021. Was wir jetzt schon über die neue S-Bahn wissen, steht hier.

Die Schulkinder haben ihre Halbjahreszeugnisse bekommen und dürfen sich in den Winterferien entspannen. Die Lehrerinnen und Lehrer natürlich auch. Ebenso wenig passiert gerade in Sachen Schulbau in Mitte, wie der Tagesspiegel herausfand. So wurde 2018 nicht einmal die Hälfte der zur Verfügung stehenden Gelder abgerufen. Die Gründe dafür hat der Bezirk sicherheitshalber nicht genannt.

Die unendliche Geschichte mit der Verdrängung von Künstlern könnte mit den Uferhallen ein weiteres Kapitel bekommen. Die Künstler haben sich längst zusammengeschlossen, um die ehrgeizigen Pläne der neuen Eigentümer des Geländes kritisch zu begleiten und die Stadt in die Pflicht zu nehmen. Die Morgenpost hat alles zusammengefasst.

Der Mietendeckel ist beschlossen. Eure Miete vom 18. Juni 2019?: Die gilt nun 5 Jahre. Wobei, möglicherweise habt ihr Anspruch auf eine Senkung, aber kein Recht auf eine Erhöhung. Das sind die schnellen Fakten, die detaillierten hat die TAZ. Als vor 2 Jahren das Haus von Amma65 in der Amsterdamer/Malplaquetstraße vom Investor Jakob Mähren aufgekauft werden sollte, prüfte der Bezirk Mitte zum ersten Mal sein Vorkaufsrecht. Am Ende ging die Geschichte glimpflich aus, aber besagter Jakob Mähren hat sich zum Mietendeckel geäußert: „Der Mietendeckel hat zur Folge, dass sich vor allem kurzfristig orientierte Investorengruppen zurückhalten. Für langfristig agierende Investoren wie uns ist Berlin nach wie vor der attraktivste Wohnimmobilienmarkt Deutschlands.“ Kurz gesagt: die ganz schlimmen Spekulanten sind (etwas) abgeschreckt, aber gut ist noch lange nichts. Dennoch besser als nichts. Nun fehlt nur noch der Neubau.


EISHOCKEY-STADTDERBY,heute  19.00, FASS Berlin vs. ECC Preussen Juniors Berlin, Erika-Hess-Eisstadion, Eintritt 5,00 50 Leser/Leserinnen erhalten Freikarten für das Spiel, sofern Sie sich unter der E-Mailadresse christopher.scholz@fass-berlin.de melden!


Kultursenator Klaus Lederer startet das Projekt „Initiative für postkoloniales Erinnern in der Stadt“. Das berichtet der Tagesspiegel. Die beschlossenen Straßenumbenennungen im Afrikanischen Viertel sind nur der Anfang. Egal wie man dazu steht: Das Wissen über die Kolonialgeschichte Deutschlands ist noch immer nicht sehr verbreitet. Das Bewusstsein dafür zu schaffen ist ein guter und wichtiger Ansatz. Aber Berlin sollte es sich dabei nicht zu einfach machen, „nur“ die Namen von Schildern zu entfernen – die Auseinandersetzung mit der Geschichte muss umfangreich und intelligent erfolgen – denn scheinbar vergisst der Mensch am Ende doch schneller als gedacht.

Passend dazu hat auf der Weddingweiser Pinnwand ein User auf die Ausstellung „Six Songs, Swirling Gracefully in the Taut Airim Gropiusbau aufmerksam gemacht. Der Fotograf Akinbode Akinbiyi zeigt dort Bilder des menschlichen Zusammenlebens. Einige Bilder sind im Afrikanischen Viertel entstanden.

Die Wahl des thüringischen Ministerpräsidenten mit Stimmen der AfD hat ganz Deutschland in Atem gehalten – in diesem Zusammenhang ein Gruß aus dem Wedding.


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