Der Leopoldplatz bekommt ab dem 10. Januar einen neuen Flohmarkt auf dem Kirchenvorplatz. Ein Neustart, der Freude und Wehmut gleichermaßen auslöst. Denn jahrzehntelang gehörte der alte Trödel fest zum Samstagsbild des Platzes, viele kannten die vertrauten Gesichter, die festen Reihen, das Sortiment. Nun beginnt ein neues Kapitel.

Das neue Konzept rückt etwas in den Mittelpunkt, das in dieser Form bisher kaum möglich war: Jede*r kann mitmachen. Privatpersonen, Familien, Menschen mit einer Kiste voll Kellerfunde – alle sind eingeladen, einen Stand zu mieten. Los geht es bei 30 Euro.
„Ein Flohmarkt, auf dem man gerne stöbert und gerne bleibt“
Entwickelt wurde der neue Markt vom Team des Weddingmarkts. Für Betreiberin Sabrina Pützer stand dabei vor allem eines im Fokus. „Wir wollten einen Flohmarkt mit gemütlicher Atmosphäre schaffen“, sagt sie. „Einen Ort, der die Nachbarschaft anspricht, mitzumachen, vorbeizukommen und zu verweilen.“
Ihr Team hat deshalb ein Konzept entworfen, das viel Luft lässt: breitere Gassen, freie Sichtachsen, kleine Sitzinseln und ein paar niederschwellige Gastroangebote. Dazu ein bisschen Programm, mal Musik, mal etwas für Kinder. „Kurz: ein Flohmarkt, auf dem man gerne stöbert und gerne bleibt.“

Trödel statt Trend – ein bewusst klares Profil
Auch beim Sortiment setzt der neue Leo-Flohmarkt auf eine klare Linie: gebrauchte Schätze, Vintage, Sammlerstücke, aber keine Neuware und kein Kunsthandwerk. „Dafür gibt es ja den Weddingmarkt“, sagt Sabrina Pützer. Der Samstag am Leo soll bleiben, was ihn immer ausgemacht hat: ein echter Trödel, bodenständig, nah am Kiez.
Einige langjährige Händler*innen möchten weiterhin dabei sein – sofern ihr Sortiment ins Profil passt. Für viele im Kiez ein beruhigender Gedanke: Ein Stück alter Marktgeschichte soll nicht verschwinden, sondern sich in den neuen Samstag hinüberretten.
„Diese Mischung wollen wir“ – Privatpersonen als Herz des Markts
Der größte Unterschied zum früheren Konzept ist die aktive Einladung an private Verkäufer*innen. Für die Betreiberin war das ein zentraler Baustein: „Ein Flohmarkt lebt davon, dass auch Privatpersonen mitmachen können“, findet Sabrina Pützer. „Wir wollen eine gesunde Mischung!“ Private Anbieter zahlen eine Grundgebühr von 30 Euro für 3 mal 3 Meter Standfläche. Für gewerbliche Anbieter kostet es 40 Euro Standgebühr plus 15 Euro Standmiete und ggf. Zuschläge für besonders attraktive Standorte. Teurer wird es für Gastrostände, die aber auch über Stromanschlüsse verfügen.
Auf dem Flohmarkt dürfen ausschließlich Gebrauchtwaren und Vintage-Artikel verkauft werden. Es ist aus juristischen Gründen verboten, Neuware, Autoteile, Palettenware, Lebensmittel, Tabakwaren, Kühlschränke oder Waschmaschinen sowie Waffen, Drogen, Nazi-Devotionalien, Pornografie und Markenfälschungen anzubieten.
Der Abschied vom alten Flohmarkt fällt vielen nicht leicht. Nicht alles kann so bleiben wie gewohnt. Doch gleichzeitig entsteht die Chance auf Neues – für Händler*innen, für Familien, für Menschen, die stöbern wollen oder einfach nur schauen, was der Kiez so hergibt.
Eröffnung: 10. Januar
Wann: Jeden Samstag, 10–16 Uhr
Wo: Leopoldplatz, Wedding
Info & Anmeldung: www.leo-flohmarkt.de



Meine Meinung ist, Flohmärkte sollten für alle umsonst sein. Oder so… fröhnen wir den Kapitalistmus indem ich erst 30 Euro bezahle um dann stundenlang darauf warte mind. 30 Euro zu verdienen. Bestenfalls nocfh ein Trinkgeld für den Kaffee.
Der Artikel ist leider einseitig geschrieben, und kann als Werbemaßnahme für das neue Konzept verstanden werden. Dieser Flohmarkt ist von öffentlichem Interesse, denn er spielt eine große im Wedding, als Treffpunkt, aber auch als Geld- Einnahmequelle. Die Menschen, die diesen Ort seit Jahren maßgeblich mit gestalten, werden durch das neue Konzept vertrieben (zumindest einige), ihre Interessen scheinen nicht wichtig zu sein. Es gibt Stammverkäufer*innen ebenso wie Stammkundschaft, die jeden Samstag anzutreffen ist, Kontakte, die über Jahrzehnte bestehen. Sie sollen durch (deutsche) Kleinfamilien ersetzt werden, die sicherlich auch mal etwas auf dem Flohmarkt verkaufen möchten, die ihn aber zum Leben nicht nötig haben. Natürlich passt dies zur Gentrifizierung, die der Wedding durchmacht. Denn die zahlungskräftigen Kleinfamilien gab es vor ein paar Jahren noch gar nicht. Einen Marktstand konnte man bisher auch als Privatperson mieten und für den Wohlfühlfaktor mit Weihnachtsliedern, Foodtrucks und Lagerfreuer kann man auf den Weddingmarkt gehen. Breitere Gänge und Fluchtwege, so wage ich zu denken, wären auch mit den jetzigen Standbetreibenden und einer besseren Planung umsetzbar. Alles was ich bisher auf diesem Flohmarkt erworben habe, stammt von Wohnungsräumungen. Denn da finden sich aussergewoehnliche, aber erschwingliche Dinge. Die Privaten sind mir schlicht zu uninteressant und zu teuer. #weddingbleibt
Der Leoflohmarkt is doch gut so wie er ist. toll zum stöbern mit tollem Angebot! Lediglich hätte man die Steine für geringen Preis an Privatverkäufer vermieten können. Hier wird wieder was Gentrifiziert was eigentlich gut war. So gut wie der Weddingmarkt (Designmarkt) am Sonntag auch gemeint ist, so wenig fühlen sich viele Menschen die eigentlich im Wedding wohnen hier wohl und eingeladen. Mit diesem Thema sollte im Wedding sehr sensibel umgegangen werden! Lg K.Beyer
Bei einem Infostand dazu sagte mir einer von dem Team des neuen Konzepts, dass die alten Händler „nicht mehr passen“ und dass sie private Händler per Instagram ansprechen wollen – ich finde das absolut nachbarschaftsfeindlich und schlimm. Die bisherigen Händler und Preise waren doch ok. Jetzt wird profit geschlagen, wie überall sonst. Echte Weddinger kann so ein oberflächlicher Ton nicht täuschen und ich denke, ab jetzt wird es nur eine Veranstaltung für Leute mit großem Portmonee. Schade.
Ich find es super, dass der Leo weiter belebt und zugänglich gemacht wird!
3 x 3 Meter für 30€? – Welcher Weddinger kann und will sich das leisten? Ganz schnell können da die Kosten die Einnahmen übersteigen. – Das ist die Fläche eines kleinen Zimmers: Welche Privatverkäufer werden damit angesprochen, und ob es da noch um Trödel geht??
Leider gibt es für Schulkinder in ganz Berlin viel zu wenig Möglichkeiten, ihre Sachen zu verkaufen. Da ist ein große Lücke, die das neue Leo-Konzept aber leider auch nicht füllen will. Schade!
Der Link zur Website von https://www.leo-flohmarkt.de/ gibt einen Fehler 406 aus. Scheint es handelt sich nicht um konformes HTML Gestest mit Firefox 115 und Opera 95*****
Rassismus???? Man kann auch übertreiben. Wo ist da Rassismus? Ich glaub‘ ich spinne. Meine Güte!
Wie traurig! Flohmärkte dieser Art gibt es doch wie Sand am Meer in Berlin und der Leoflohmarkt war eben der Leoflohmarkt. Wenn man weiß, wie es bisher war, dann schreit das neue Konzept für mich nach Rassismus und Gentrifizierung. Da helfen auch nicht die Versprechen, dass manche bleiben dürfen und wer entscheidet dann bitte, wer bleiben darf. Lasst uns unseren Leoflohmarkt!!!