Wasser marsch! – Straßenbrunnen im Wedding

Straßenbrunnen Foto Ute Pothmann
Tegeler Straße

Vor dem Haus Nr. 34 in der Tegeler Straße steht ein Straßenbrunnen. Er ist einer von gut 50 Schwengelpumpenbrunnen, die in den verschiedenen Weddinger Kiezen stehen. Die meisten dieser Brunnen kommen recht unspektakulär in der Form schlanker, unverzierter Säulen daher, deren zylindrische Baukörper überwiegend aus einem Stück fabriziert wurden. Doch die Unterschiede liegen, wie so oft, im Detail: Die Brunnen unterscheiden sich durch die Form der Handgriffe und die Form der Beschwerungskörper, die das Pumpen erleichtern. Sie unterscheiden sich durch die Form des Schwengelansatzes und des Wasseraustrittsrohrs sowie die Muldenform am Brunnenfuß, in der Fachsprache „Tränkstein“ genannt. Auch die Position von Schwengel und Rohr zueinander ist nicht immer gleich.

Jenseits der Natur – Volksherrschaft im Garten

Ausgang mit Schild
Foto: Sulamith Sallmann

Was heißt hier Demokratie für alle? „Jenseits der Natur – Volksherrschaft im Garten“ ist ein Kunstprojekt, das ein Ökosystem als Demokratie behauptet, in der alle Lebewesen eine Stimme haben. Das Bild von Natur als stummer Ressource und kränkelnder Schutzbefohlener wird durch eine politische Gemeinschaft aller Lebewesen ersetzt. Die erste Organismen-Demokratie in Deutschland ist seit 2019 eine Grünfläche zwischen Osloer Str. 107 und 108 in Berlin. Im Mai 2020 beginnt eine neue Regierungsperiode mit dem 2. Parlament der Lebewesen: In Vertretung von 200 Spezies, von Bakterien bis zu Bäumen, entscheiden 15 Parlamentsmitglieder über die Entwicklung der Gemeinschaft. Aufgrund der Covid-19-Situation tagt das Parlament am 9. Mai 2020 digital und kann im Onlinestream mitverfolgt und kommentiert werden.

Himmelbeet – Aktivität – Solidarität

Foto: Himmelbeet

Save the Date! Am 1. Mai startet der erste Pflanzenverkauf von 11-19 Uhr im Eingangsbereich vom himmelbeet. Wenn ihr noch auf der Suche nach Pflanzen für den Balkon oder das eigene Beet seid, solltet Ihr die zwei Termine diese Woche nicht verpassen. Wer am Freitag keine Zeit hat, kann sich auch den Sonntag, 3. Mai von 11- 19 Uhr vormerken. Zu den Abstands- und Hygieneregeln wird es Infos zum genauen Ablauf am Gartentor geben. Und auch sonst gibt es Neuigkeiten zum Himmelbeet in Corona-Zeiten.

Nur mal kurz in den Baumarkt?

Warteschlange vor dem Baumarkt

Draußen im Park liegen oder stundenlang die Sonne genießen ist im Moment etwas schwierig – Zeit also, den Balkon aus dem Winterschlaf zu holen. Baumärkte dürfen noch geöffnet haben, sie gehören in Berlin zu den systemrelevanten Betrieben. Was wäre der Deutsche auch ohne seinen Baumarkt? Wenn man sich die teilweise mehrere hundert Meter langen Schlangen vor Bauhaus, OBI, Hellweg und Co. anschaut, wird klar: Die Menschen brauchen in Zeiten der Ausgangsbeschärnkungen Beschäftigungen oder haben vielerorts Projekte in Angriff genommen, für die sie auch mal willens sind, stundenlang anzustehen.

Das neue ElisaBeet am Friedhofsrand

St Elisabeth Friedhof
Eingang zum Friedhof St. Elisabeht in der Wollankstraße. Foto Andrei Schnell

Es wird konkreter mit dem Gartenprojekt auf der Friedhofsfläche des St. Elisabeth-Kirchhofs zwischen Wollank- und Steegerstraße. Der naheliegende Name „ElisaBeet“ wurde von den Teilnehmenden der ersten Infoveranstaltung am 26. Februar gekürt. Jetzt wurde ein Fahrplan vorgestellt, wie es mit dem neuen Garten weitergehen soll.

Himmelbeet auf Friedhofserden

Friedhof
Friedhof. Foto Weddingweiser

19.02.2020 Vorsicht Fehlschluss: diese Meldung gehört nicht in die Reihe von Berichten, wonach das Himmelbeet einen neuen Standort braucht (zuletzt Weddinger Allgemeine Zeitung). Dennoch ist es eine gute Nachricht für die Gemeinschaftsgärtner, dass die evangelische Kirche sie als Ratgeber und praktische Helfer für die Friedhofsnachnutzung St. Elisabeth II in der Wollankstraße beauftragt hat. Jonathan Kuhlberger und Romain Elleboudt vom Himmelbeet suchen am Mittwoch, 26. Februar, in der Carl-Kraemer-Grundschule Mitstreiter.

St. Paul – Friedhof mit Zukunft

Friedhof St. Paul
(C) HORTEC Esther Bertele

Auf dem Friedhof St. Paul an der Seestraße sollen im Rahmen des Berliner Förderprogramms für Nachhaltige Entwicklung (BENE) auf einer rund 1,2 Hektar großen Teilfläche neue grüne Nutzungen entstehen. Gemeinsam mit Anwohnern, Friedhofsbesuchern, Kitas, Schulen, sozialen und kulturellen Einrichtungen, dem NABU, Künstlerinnen und Künstlern aus der Umgebung sollen die Bereiche Umweltbildung und Naturschutz, Kunst und Kultur auf dem Friedhof entwickelt und neue Angebote und Aufenthaltsqualitäten geschaffen werden. Dazu findet am Samstag, den 22.Februar von 11 bis 12 Uhr eine Infoveranstaltung an der Seestraße 124 statt.

Rückblick auf zehn Jahre im Wedding

Zehn Jahre Rückblick Wir schauen zehn Jahre zurück. Die Älteren werden sich noch erinnern: Noch im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends war der Wedding für Menschen außerhalb des Wedding so attraktiv wie – sagen wir – Nordkorea. Das hatte auch Vorteile. Die Weddinger konnten die schönen Ecken ihres von Auswärtigen gemiedenen Stadtteils unter sich genießen, bei niedrigen Mieten und mit guten Einkaufsmöglichkeiten. Nur wenn es ans Ausgehen ging, musste man wohl oder übel auch schon einmal den Wedding verlassen, meistens jedenfalls.

Aus und vorbei – dank des ungebremsten Zuzugs neuer Berliner aus dem In- und Ausland ist auch der Wedding mit seiner zentralen Lage in den Strudel des Immobilienmarktes geraten. Erst hatten wir kein Glück (selbst hier wurden die Wohnungen knapp), dann kam auch noch Pech dazu (die Mieten und auch die Immobilienpreise stiegen). Alteingessene Bewohner der Kieze können sich die Mieten im Wedding nicht mehr leisten. Statt von einem Lottogewinn träumt man im Wedding heute von einer bezahlbaren Wohnung. Wer umziehen muss, für den heißt es: an den Stadtrand oder weg aus Berlin. Dafür sind ganz neue Nachbarn in die Kieze gezogen, die früher einen großen Bogen um den einstigen Arbeiterbezirk Wedding gemacht hätten. Ein Trostpflaster dieser Entwicklung: Für schicke Geschäfte, Cafés, Bars und Restaurants müssen sie jetzt nicht mehr in den Prenzlauer Berg fahren.