Auch dieses Jahr kommt die Berlinale in den Kiez

Berlinale goes Kiez
Foto: Albert Warth, 2015

Am Donnerstag, den 20. Februar, ist es wieder soweit und die Stadt widmet sich zum – Achtung Jubiläum – 70. Mal den Bären, denn die Berlinale kommt samt neuer Festivalleitung wieder in die Kinos der Hauptstadt. Aber nicht alles wird neu und anders sein, schließlich ist der Wedding dieses Jahr erneut Spielort für gleich zwei Filme!

Berlinale-Team im Wedding im Einsatz

Berlinale goes Kiez: Anne Lakeberg beim Filmgespräch mit Charlotte Rampling (rechts). Foto: Hensel
Anne Lakeberg und Charlotte Rampling (rechts). Foto: Hensel

Berlinale goes Kiez. Und zwar zum mittlerweile vierten Mal ans obere Ende der Müllerstraße, in das uns gut bekannte City Kino Wedding. Wenn am 22. Februar der rote Teppich ausgerollt und mit bekannten Gesichtern der Filmszene gefüllt wird, sind es nicht nur die Weddinger Stammgäste, die sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen wollen. “Natürlich kommt auch internationales Publikum oder aus anderen Stadtteilen Berlins anlässlich der Berlinale in den Wedding. Auch Filmschaffende, die wir zu Gast hatten, haben ein wenig ‘Welt’ in den Wedding getragen, denn sie berichten natürlich auch über die Entstehung des Films, den Kontext oder auch kulturellen Besonderheiten – entweder in den Filmen oder in Bezug auf deren Entstehungsgeschichte”, äußert sich Kinobetreiberin Anne Lakeberg über die Ereignisse der letzten Jahre.

Dieses Jahr erwarten uns neben dem roten Teppich, einer extravaganten Gestaltung (inklusive neuer Beleuchtung des Eiffelturms vor dem Centre Francais) natürlich vor allem auch programmliche Highlights, die euch nicht vorenthalten werden sollen.

Neben der Anwesenheit der beiden Teams um das City Kino und Berlinale Goes Kiez wird es Filmgespräche und natürlich auch Screenings geben. Sehr exklusiv, denn neben “Anne at 13,000 ft” aus der Sektion Forum läuft am späten Abend “Volevo nascondermi”, welcher im Rahmen des Wettbewerbs eine Chance auf einen der begehrten Bären hat!  Eine “Entdeckungsreise in die Welt des aktuellen Films”, sagt Anne über die Auswahl der beiden Filme, die ihren offiziellen Kinostart noch nicht hatten. Auf diese hat sie übrigens, trotz der unverkennbaren Namensgleichheit, keinen direkten Einfluss: “Es ist wirklich eine Menge Koordinationsarbeit. Auch die Filmteams müssen Zeit haben, die sind ja sehr eingespannt während des Festivals.” Sicher ist sich die Kinoleiterin, die das Filmfestival schon als Botschafterin in anderen Kiez-Kinos und als Teil des Auswahlgremiums mit ihrer Expertise bereicherte, dass die Berlinale immer versucht, Filme zu präsentieren, die auch in das Programmprofil und zur Kinokultur des City Kino Weddings passen.

Zwischen den Filmen, welche um 18:00 Uhr und 21:30 Uhr gezeigt werden, gibt es also einiges zu sehen, zu hören und zu staunen. Außerdem befindet sich im unteren Kinofoyer eine Fotoausstellung der beiden Kunstschaffenden Andrea Vollmer und Michael Kuchinke-Hofe, welche junge Filmschaffende aus Südkorea porträtieren. Außerdem wie immer die Möglichkeit, im schönen Kinofoyer gemütlich etwas zu trinken und sich dem Bärentreiben hinzugeben.

Anne at 13,000 ft

von Kazik Radwanski, 75’ (CA/USA) – Sektion Forum

Anne ist Ende 20 und arbeitet in einem Kindergarten in Toronto, die Kinder lieben sie, seit kurzem wohnt sie in ihrer eigenen Wohnung, und beim Fallschirmspringen ist sie in ihrem Element. Die Kamera bleibt in ihrer Nähe, nimmt alle ihre Bewegungen wahr, Begeisterung, Unruhe, Apathie, und registriert ihre Stimmung, die von jetzt auf gleich kippen kann. Ihr Umfeld bemerkt etwas, aber niemand spricht aus, was Annes Problem sein könnte. Anne verhält sich immer erratischer. Die Unvorhersehbarkeit einer Frau unter dem Einfluss von – ja, wovon eigentlich? – ist aufwühlend, man weiß nie, was als Nächstes geschieht. Ein unangenehmes, aber auch berauschendes Gefühl, wie im Bauch, wenn das Flugzeug abhebt und man weiß, dass man bald springen muss. (Berlinale)

Volevo nascondermi

von Giorgio Diritti, 118’ (IT) – Wettbewerb

© Chico De Luigi

Toni, Sohn einer italienischen Auswanderin, wird nach deren Tod von einem Ehepaar in der Deutschschweiz adoptiert. Wegen körperlicher und geistiger Leiden wird er aus der Schweiz ausgewiesen und gegen seinen Willen nach Italien gebracht. Dort lebt er jahrelang in bitterer Armut und ohne festen Wohnsitz am Po-Ufer, verdingt sich als Gelegenheitsarbeiter, bleibt aber immer seiner großen Leidenschaft fürs Zeichnen treu. Als er den Bildhauer Renato Marino Mazzacurati kennenlernt und der ihn überzeugt, sich als Maler zu versuchen, beginnt sein Weg in die Befreiung. Der Film erzählt die Geschichte von Antonio Ligabue, einem revolutionären Einzelgänger der modernen Kunst. Regisseur Giorgio Diritti erzählt mit Leidenschaft von Ligabues Kunst, zeigt seine dunklen Seiten und Schreckensvisionen, aber auch sein Bedürfnis, verstanden und anerkannt zu werden. Der an den Rand gedrängte und häufig verspottete Ligabue weiß: Die Kunst ist für ihn die einzige Möglichkeit, seine Identität zu entwickeln. (Berlinale)

Ticketinfos: Tickets für die Berlinale Goes Kiez gibt es ab heute, Di. 18.2., immer zu den Kinoöffnungszeiten an der Kinokasse oder bereits seit Montag 17.2., 10 Uhr über die Berlinale-Verkaufswege! Das Kontingent an der Kinokasse ist knapp, also besser schnell sein!


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