/

Stückpremiere des Kieztheater:
Theaterkomödie über Geschlechterkampf

Wenn Geschlech­ter­rol­len zum Lachen sind, dann liegt es für Thea­ter­ma­cher nahe, eine Komö­die dar­über auf­zu­füh­ren. Und was wäre für eine sol­che Mann-Frau-Komö­die bes­ser geeig­net als die män­ner­feind­li­che Welt der Ama­zo­nen? So heißt das Stück denn auch Ama­zo­nen, das am Sonn­abend, 11. Juni, um 18 Uhr im Sprint-Medi­en­hof in der Prin­zen­al­lee 25/26 Pre­mie­re hat. Anschlie­ßend fei­ert das neue Kiez­thea­ter mit den Gästen. 

amazonen
Auf­füh­rung Ama­zo­nen im Sprint-Medi­en­hof. Foto: And­rei Schnell

Matri­ar­chat, Patri­ar­chat oder wah­re Lie­be? Was ist die Lösung für alle Pro­ble­me? Man ahnt die Ant­wort, die das Stück Ama­zo­nen gibt. Natür­lich steht die Lie­be über allem. Die Namens­ge­be­rin­nen für die Komö­die ent­stam­men der grie­chi­schen Mytho­lo­gie. In dem sagen­um­wo­be­nen Reich der grie­chi­schen Anti­ke regier­ten Frau­en, sie beherrsch­ten Kriegs- und Jagd­hand­werk und sperr­ten die Män­ner aus. In der Auf­füh­rung des neu­en Kiez­thea­ter-Ensem­bles wird dar­aus der Stoff für gutes Volks­thea­ter. Ob König oder Köni­gin, auf der Büh­ne wer­den sie alle zur Witz­fi­gur. Die Ama­zo­nen des Stü­cke­schrei­bers und Sach­sen Thor Trup­pel sind dabei etwas zeit­ge­mä­ßer als die über 2.000 Jah­re alten Vor­bil­de­rin­nen. Sie und die ollen Grie­chen beschäf­tigt nicht die Fra­ge Krieg oder Nicht-Krieg, son­dern krie­ge ich ihn, oder nicht?

Lachen ist die beste Medizin

Das Stück Ama­zo­nen in der Auf­füh­rung des Sprint-Medi­en­ho­fes ist vor allem eines: komisch. Da sind Män­ner dep­pert, ist Tra­ves­tie zu sehen, wer­den Pop­songs par­odiert und Kos­tü­me kos­tü­mie­ren unpas­send. Klar, dass Her­bert Weber, eine trei­ben­de Kraft hin­ter dem Kiez­thea­ter im Sprint-Medi­en­hof, auf der Büh­ne mit von der Par­tie ist – die­sen Spaß lässt er sich nicht nehmen. 

Die Welt steht auf der Büh­ne kopf, Geschlech­ter­rol­len kom­men ins Rol­len und der Zuschau­er kann über alles (befreit) lachen. Und – so die Hoff­nung der Thea­ter­leu­te – anschlie­ßend in sei­nem rea­len Leben man­che Rol­le eben­falls nicht mehr so ernst neh­men. Her­bert Weber, der selbst zum ers­ten Mal mit 17 Jah­ren schau­spie­ler­te, for­mu­liert es so: “Wir kom­men nicht mit dem Zei­ge­fin­ger”. Aber in einem Stadt­teil, in dem Mäd­chen nicht allein nach Bran­den­burg fah­ren dürf­ten, nicht allein schwim­men gehen dürf­ten, da kön­ne für man­chen Vater bereits die ver­dreh­te Idee, dass Frau­en regie­ren könn­ten, Anstoß zum Nach­den­ken genug sein. Mög­li­cher­wei­se. So Her­bert Weber.

Auf­füh­rung Ama­zo­nen im Sprint-Medi­en­hof. Foto: And­rei Schnell

Kieztheater als Theater geboren in der Nachbarschaft

Her­bert Weber hat im März 2021 zur Grün­dung des Kiez­thea­ters auf­ge­ru­fen. Zuvor hat­te er im Sprint Medi­en­hof Erfah­run­gen mit ver­schie­de­nen Schü­ler­thea­ter-Grup­pen gesam­melt. Manch einer erin­nert sich viel­leicht an Street­kidz, Chi­cken-Tik­ka oder Die Wed­ding-Sto­ry. Mit dem Kiez­thea­ter woll­te er aus­drück­lich auch Erwach­se­ne aus der Nach­bar­schaft zum Thea­ter­spie­len brin­gen. „Ich wün­sche mir mehr Zusam­men­halt und Aus­tausch inner­halb des Kiezes”, sagt er. Coro­na brach­te dem Zeit­plan eine Ver­spä­tung ein, das Kiez­thea­ter ist erst jetzt, im Som­mer 2022, mit dem Stück fer­tig geworden.

Das aktu­el­le Ensem­ble des Kiez­thea­ters besteht aus ehe­ma­li­gen Schü­lern, die in ihrer Jugend viel Zeit im Sprint ver­bracht haben, stu­den­ti­schen För­der­leh­re­rin­nen und Jugend­li­chen, die der­zeit im Sprint Deutsch ler­nen. Mit dabei ist ein “rus­si­scher Öl-Mana­ger”, wie es iro­nisch in einer Mit­tei­lung des Sprint-Medi­en­ho­fes heißt, Lehr­amts­stu­den­ten, Hob­by­schau­spie­ler, zwei Pun­ker und eine Kran­ken­schwes­ter. Regie führt der Thea­ter­päd­ago­ge Kai Schu­bert, der im Wed­ding beim Morph­thea­ter in der Frei­en­wal­der Stra­ße aktiv ist.

Dank an Spender

Wie jede gute, unter­stüt­zens­wer­te Sache bit­tet auch der Sprint-Medi­en­hof um digi­ta­le Bank­no­ten und Spen­den. Hier geht es zur Kam­pa­gne auf Bet­ter­place. Für die aktu­el­le Insze­nie­rung Ama­zo­nen hat die Ber­li­ner Spar­kas­se einen gro­ßen finan­zi­el­len Bei­trag bei­gesteu­ert, die Stif­tung Werk­schu­le und das Netz­werk Stif­tun­gen und Bil­dung ebenso.

Service-Informationen

Ein­tritt: 5 Euro / Schü­ler frei / Ticket­ver­kauf über Event­bri­te

Ter­mi­ne:

  • Pre­mie­re mit anschlie­ßen­der Fei­er ist am Sonn­abend, 11. Juni, 18 Uhr.
  • Sonn­tag, 12. Juni, 16 Uhr
  • Sonn­abend, 18. Juni, 18 Uhr
  • Sonn­tag, 19. Juni, 16 Uhr
  • Sonn­abend, 25. Juni, 18 Uhr
  • Sonn­tag, 26. Juni, 16 Uhr

Ort: Unter frei­em Him­mel im Hin­ter­hof Prin­zen­al­lee 25/26 (Sprint-Medi­en­hof)

Die eige­ne Stück- und Werk­be­schrei­bung der Macher steht auf foerderunterricht-sprint.de.

Amazonen
Auf­füh­rung Ama­zo­nen im Sprint-Medi­en­hof. Foto: And­rei Schnell

Andrei Schnell

Meine Feinde besitzen ein Stück der Wahrheit, das mir fehlt.

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.