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Grünfläche, die zur Nutzung einlädt:
Park-Check: Für Chiller, der Schillerpark

Der Schillerpark ist nicht der spektakulärste Park im Wedding. Muss er auch nicht sein. Er liegt einfach mitten im Ortsteil, versorgt uns mit Schatten, Wiesen, Kinderplansche, Hügeln und jeder Menge Geschichte – und wartet entspannt darauf, dass alle selbst merken:

Hier lässt sich der Wedding ziemlich gut aushalten.

Eigentlich ist der Schillerpark ein Park im Doppelpack. Die Barfusstraße schneidet ihn in zwei Hälften, die sehr unterschiedlich funktionieren.

Südlich der Barfusstraße liegt der repräsentativere Teil: breite Wege rund um die große rechteckige Spielwiese, die steinerne Bastion mit einem klassischen Schillerdenkmal, alte Bäume und dieser weitläufige Charakter, der sagt: Hier darf nicht nur spaziert, sondern auch Fußball gespielt, gelesen und herumgelungert werden. Man sieht den Wedding drumherum, ob vom höchsten, ummauerten Teil der Bastion oder auch von der Spielwiese aus – dieser Park ist mittendrin. Sogar eine Feuerwache grenzt unmittelbar an die Südwestecke des Parks an der Edinburger / Ungarnstraße an. Beeindruckend ist in jedem April das weltgrößte Faustballturnier auf der großen Spielwiese, wenn Dutzende Teams gleichzeitig gegeneinander antreten.

Spannend ist auch die östliche schmale Verlängerung des Parks zwischen Schwyzer, Brienzer und Ungarnstraße. Dort ist erst 2026 mit dem Jugendort Schillerhöhe ein neuer Treffpunkt entstanden – etwas versteckt, aber sinnvoll: mit Streetball, Calisthenics, Tischtennis und Sitzmöglichkeiten. Damit bekommt der Park am Rand noch einmal eine andere Funktion. Nicht nur Kinderspielplätze und Picknickwiese, sondern auch ein Ort für Jugendliche, die im öffentlichen Raum oft eher geduldet als mitgedacht werden.

Nördlich der Barfusstraße wird der Park etwas verwunschener und familiärer. Eine hügelige, von einer Senke durchzogene Wald- und Wiesenlandschaft, in der man die nahe Großstadt kaum noch erahnen kann. Hier liegen auch ein Spielplatz und die Plansche, also der Bereich, in dem Kinder ihren Spaß haben und Erwachsene versuchen, nicht komplett nass zu werden. Gerade an heißen Tagen ist das ein großer Vorteil: kein Freibad-Drama, kein Eintritt, keine Umkleidekabinen-Odyssee. Handtuch mitnehmen, Wasser an, fertig. Die Bäume stehen auf den Hügeln oder in Baumgruppen. Bemerkenswert ist die Schillereiche, der erste im Park gepflanzte Baum (in der Hügelkette nördlich der Barfusstraße).

Aber auch sonst gibt es genügend Bäume für Schattenflucht und jede Menge Wiesen für alle, die Bewegung nur in sehr lockerer Form planen. Wer joggen will, joggt. Wer an den Outdoor-Sportgeräten entlang der Edinburger Straße (Höhe Türkenstraße) trainieren will, kann das ohne Anmeldung tun. Wer nach einer Runde lieber auf der Bank sitzt, hat ebenfalls alles richtig gemacht. Der Schillerpark urteilt nicht.

Geschichte gibt es nebenbei auch. Der Park wurde Anfang des 20. Jahrhunderts als erster Volkspark Berlins angelegt, also nicht als Grünfläche zum Anschauen, sondern gedacht für die körperliche Aktivität. Gleich nebenan liegt die Siedlung Schillerpark, die zum UNESCO-Welterbe der Berliner Moderne gehört. Die steinerne Bastion selbst ist inzwischen stark sanierungsbedürftig; die Sanierung wird für 2027 geplant.

  • 1941 wurde der Park durch die Nationalsozialisten verändert: Die Terrassenanlage des Schillerparks wurde verändert, die bis dahin dort aufgestellte Ringerplastik von 1906 an die Catcherwiese im Volkspark Rehberge umgesetzt. Erst 1941 wurde das Schillerdenkmal, eine Kopie des 1869 geschaffenen Schillerdenkmals von Reinhold Begas, aufgestellt. Das Gussmaterial für die Schillerdenkmal-Kopie war zuvor aus dem eingeschmolzenen Rathenau-Denkmal im Volkspark Rehberge gewonnen worden.
  • Zwei historische Toilettenhäuschen gibt es im Park: eines wurde zum Parkcafé Schiller-Oase (Dubliner Str./Bristolstr.), das zweite ist stark einsturzgefährdet (Edinburger/Barfusstr.). Moderne Toiletten gibt es an der Plansche (Dubliner Str./Bristolstr.) und am Parkeingang Ungarnstr./Indische Straße.
  • Der Schillerpark ist der einzige Park im Wedding, der von einem Bus durchquert wird (Linie 120). Die Haltestelle am Park heißt Bristolstraße.
  • Ausreichend viele Wiesen fürs Picknick, viel Schatten
  • Angebote für Kinder: Plansche, Spielplatz
  • Sportmöglichkeiten (große Wiese zum Kicken), Jugendort

Fazit: Der Schillerpark hat genug Platz für alle, die einfach mal raus müssen. Der Park selbst ist kein Ziergarten, eher ein zuverlässiger Sommerfreund. Einer, der nicht fragt, warum man schon wieder mit Decke, Wassermelone und drei halbvollen Trinkflaschen auftaucht. Chillig eben!

weddingweiserredaktion

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