Dass bei der Berlinale nach 20 Jahren wieder der Goldene Bär an einen deutschen Film vergeben wird, ist etwas Besonderes – und in diesem Jahr gewinnt auch ein Stück weit der Wedding. Denn mit Ilker Çatak wurde 2026 ein Regisseur und Drehbuchautor ausgezeichnet, dessen Lebensweg hier begann. Sein Großvater kam aus Kayseri in Kappadokien nach Deutschland und arbeitete bei der AEG. Nach eigener Aussage verbrachte Ilker seine ersten Jahre am Gesundbrunnen. Zwischen Hinterhöfen, Straßenleben und einer Nachbarschaft, die von Migrationserfahrungen geprägt ist, lagen die frühen Eindrücke, die immer wieder in seinen Arbeiten nachhallen.

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Der diesjährige Gewinner des Goldenen Bären, der wichtigsten Auszeichnung der Internationale Filmfestspiele Berlin, wurde 1984 als Sohn in eine türkische Arbeiterfamilie in Berlin geboren. Nach der Grundschule besuchte Ilker Çatak das Bertha-von-Suttner-Gymnasium im benachbarten Reinickendorf. Seine Kindheit blieb jedoch von Bewegung geprägt: Bereits mit zwölf Jahren zog er mit seiner Familie nach Istanbul – eine Erfahrung, die seine Perspektive auf Fragen von Herkunft und Zugehörigkeit nachhaltig beeinflusste.

Der Film „Gelbe Briefe“ spielt zwar in der Türkei, als Hintergrund wurden aber Drehorte in Deutschand gewählt, mit türkischen Schauspielern . Derya und Aziz, ein Theaterpaar in Ankara, geraten in politische Repressionen: Aziz wird suspendiert und angeklagt, Derya erhält per „gelbem Brief“ ihre Kündigung. Die Familie zieht nach Istanbul und kämpft mit Geldsorgen und wachsendem Druck. Während Aziz an einem neuen Stück arbeitet, nimmt Derya eine staatliche Serienrolle an, was Konflikte auslöst. Als Tochter Ezgi verschwindet, müssen beide ihre Differenzen überwinden und gemeinsam handeln. Kinostart in Deutschland wird Anfang März sein.
Viel Beachtung fand übrigens auch Çataks Film „Das Lehrerzimmer“ (2023), der sogar für den Oscar nominiert war.

Çataks Weg vom Gesundbrunnen bis zur Berlinale-Bühne wirkt wie eine eigene filmische Erzählung: Ein Regisseur, dessen erste Erinnerungen im Wedding verortet sind, erhält auf internationalem Parkett eine der bedeutendsten Filmauszeichnungen – eine Verbindung, die im Kiez sicher mit Stolz wahrgenommen wird.


Hallo an Alle, auch an die, die nicht gegrüßt werden wollen,
anbei eine kleine Filmdoku- Perle aus dem Gebiet “Plumpe”.
Gezeigt werden u.a. Abrissarbeiten an der Ramlerstraße Lortzingstraße, sehr eindrucksvoll.
Wenn ich nicht irre, wurden dort auch Teile der US Serie Holocaust gedreht, muss so 1978 oder 1979 gewesen sein.
Hier der Link: https://www.youtube.com/watch?v=JQBssr6iEkg
Schönen Abend.