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Weddinger:innen ärgern sich:
Zaun am Plötzensee: Stresstest nicht bestanden

6. Juni 2026
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Die Baumaßnahmen sind abgeschlossen: Ein 1,65 Meter hoher Zaun umgibt fast das gesamte Seeufer – ausgenommen an der geschlossenen Fischerpinte, dem Strandbad und dem Steingarten an der Hans-Schomburgk-Promenade. Doch schon nach den ersten warmen Tagen zeigt sich: Die fast völlige Abriegelung des Sees wird von zahlreichen Badenden nicht akzeptiert.

Der neue, erhöhte Zaun wurde an einigen Stellen bereits zerstört; Badende haben sich Zugang zum See verschafft, wo das Ufer geschützt werden soll. Uns erreichten zahlreiche Zuschriften von Leser:innen, wie die von Alexander: „Dieser Vandalismus macht mich echt fertig. Die Natur in einigen Abschnitten fing gerade erst an, sich ein klein wenig zu erholen. Ich habe kürzlich sogar ein Nutria im See entdeckt.“

Schon Mitte Mai fragten wir uns: Wird dieser Sommer der erste, an dem die Natur am sieben Hektar großen Plötzensee, weitgehend von Menschen abgeschirmt, zur Ruhe kommt? Die Frage kann bereits jetzt mit „Nein“ beantwortet werden. Denn es gibt außer dem Steingarten, wo der Sprung ins Wasser – von einer Mauer aus – von den Behörden stillschweigend akzeptiert wird, keinen kostenlosen Uferzugang mehr. Bei der Abwägung „Natur gegen Naherholung“ wurde der Natur absoluter Vorrang eingeräumt.

Die Initiative „Free.Swimming.Plötzensee“ will sich damit nicht abfinden. Sie fordert die Anerkennung des Steingartens und drei weiterer Zugänge als offizielle Badestellen – verbunden mit Rettungsringen und Warnschildern zur Wassertiefe. „Naturschutz und Naherholung für alle sind kein Widerspruch – generelle Zugänge sind die Lösung“, meinen die Initiatoren. Insbesondere die FKK-Wiese am Westufer des Sees solle wieder einen Zugang erhalten, wünschen sich die Aktivisten.

Einstweilen ärgern sich Weddinger über die mutwillige Beschädigung öffentlicher Einrichtungen, die weit darüber hinausgehen, als sich nur Zugang zu verschaffen: „Die zerstörten Elemente sind auch noch hinter der Absperrung im Wasser – also da, ob überhaupt niemand hin soll“, schreibt Alexander.

Kommentar

Dem Bezirksamt steht im Wahlkampfjahr wieder ein heißer Sommer am See bevor: Fischerpinten-Zukunft und Uferzaun sind zwei Themen, die die Weddinger:innen bewegen. Einfach Zaun drum, Problem gelöst – das kann es eben nicht sein. Gleichzeitig ist die radikale Forderung der Initiative, ganze vier (!) freie Seezugänge einzurichten, mit dem dringend nötigen Naturschutz nicht vereinbar.

Wie auch immer die verfahrene Lage am See ist: Vandalismus an öffentlich finanziertem Eigentum ist durch nichts zu rechtfertigen! Dem Bezirksamt sollte das aber eine Lehre sein, dass bei Nutzungskonflikten auch Ventile geschaffen werden sollten, wenn sich die Auswirkungen in verantwortbaren Grenzen halten sollen. Die Weddinger:innen haben einen Anspruch darauf, dass Naturschutz und Erholungsbedürfnis in Einklang gebracht werden.

Beim Bürger:innengespräch am Freitag, dem 12. Juni um 18:30 Uhr in der Kapernaumkirche in der Seestraße 34 kann Stadtrat Christopher Schriner zu den vielen Punkten Stellung beziehen. Man darf gespannt sein.

Joachim Faust

Joachim Faust

hat 2011 den Blog gegründet. Heute leitet er das Projekt Weddingweiser. Mag die Ortsteile Wedding und Gesundbrunnen gleichermaßen.

39 Comments Schreibe einen Kommentar

  1. Ich wohne seit 12 Jahren in der Nähe des Plötzensees und gehe dort gern ins Wasser, u.a. am Steingarten, früher auch an der FKK Wiese. Der Uferbereich hat in den letzten Jahren deutlich gelitten, eine Dokumentation der Schäden würde evtl.der Einsicht einiger Menschen helfen. Der Bereich zwischen Pinte und Steingarten ist betroffen, aber auch das Ufer unterhalb der FKK Wiese. Der Zugang an der FKK Wiese ist wohl auch deshalb besonders umkämpft, weil zusätzlich Leute aus den Kleingärten einen Anspruch auf diesen Zugang erheben. Der Bereich unterhalb des kleinen Spielplatzes beginnt sich zu erholen, weil es dort einen hohen Zaun am Ufer und einen Zaun im Wasser gibt. Uferschutz ist also möglich und wirksam. Notwendig ist er auch und muss durchgesetzt werden.

  2. „Die Natur in einigen Abschnitten fing gerade erst an, sich ein klein wenig zu erholen. Ich habe kürzlich sogar ein Nutria im See entdeckt.“

    Ich sah kürzlich ein Pärchen – und aus naturschutzfachlicher Sicht ist das kein Anzeichen für eine „Erholung der Natur“! Die (südamerikanische) Nutria ist eine invasive Art, gefräßig, und unterhöhlt Uferbereiche. Die Schilf-Flöße am Nordufer sind ihr Weidegrund, die Nutrias balancieren geschickt über den Maschendraht hinweg – insofern war auch diese „Umzäunung“ nicht erfolgreich. Der Sinn des hässlichen Maschendrahts auf den Flößen erschließt sich mir nicht. Auch sonst ist die „Renaturierung“ nicht naturnah ausgeführt geworden, sondern eher ein überdimensionierter Gartenteich, mit Elektrozaun sogar. Pardon, als Biologe habe ich eben eine andere Sicht auf Natur.

    • Oftmals ist es hilfreich die geltenden Gesetze nachzulesen, um die Handlungen der Behörde nachvollziehen zu können. Ein Stadtrat hat kann sich hier nämlich nicht darüber hinwegsetzen.

      Nutria sind nach dem § 30 NatSchG tatsächlich ein Handlungsgrund für das Bezirksamt.
      https://gesetze.berlin.de/bsbe/document/jlr-NatSchGBE2013rahmen

      Vielleicht nicht nur auf das Freibaden oder die Fischerpinte bezogen, möchte ich gerne jedem § 2 näher bringen:

      „(1) Der Schutz von Natur und Landschaft im Sinne einer dauerhaft umweltgerechten Entwicklung ist eine verpflichtende Aufgabe für den Staat und jeden Bürger.“

      Der See ist nicht der Lebensraum von uns Menschen und in 100 Jahren möchte Kinder vielleicht auch darin baden ohne sich zu vergiften. Falls es den See dann überhaupt noch gibt.

      Wo das Land aber sicher was machen könnte wäre bei einem vergünstigten Einlass in die Bäder.
      Oder an Gastronomie entlang des Nordufers?

      • Also, die Zäunungen auf den Flößen sind ein Fraßschutz nach § 30 NatSchG?
        Okay – aber wie wurde das Auftauchen der Nutrias vorhergesehen?,
        und erfüllen die Flöße überhaupt die Vorgabe von §29 (Bestände an Ufern), oder sind sie nicht eher (§29.3): „Bestände der in Absatz 2 genannten Arten in Gärtnereien, Sumpfbeetkläranlagen oder anderen technisch oder fischereiwirtschaftlich genutzten Einrichtungen.“

  3. Um diesem Vandalismus am Zaun des Plötzensee effektiv zu begegnen, wäre vermutlich ein elektrischer Weidezaun die alternative Variante!
    Wenn es erlaubt ist, warum wird das dort nicht installiert?
    Ich würde es befürworten!

  4. Hallo an Alle, auch an die, die nicht gegrüßt werden wollen.
    Achtung Wortspiel Achtung Satire!
    Es scheint, daß die Evolution vielen Menschen (und nicht nur in Berlin und unserem geliebten Wedding) das Hirn und das Herz für die Artgenossen verkümmern lässt. Von dem Respekt gegenüber der Natur / Schöpfung ganz zu schweigen.
    Es scheint ferner, daß die Evolution dafür sorgt, daß unser geliebter Plötzensee ohne selbst sich zu bewegen, aus Mitteleuropa entfernt hat.
    War früher alles besser? Sicherlich nicht immer.
    Wird heute alles besser? Momentan sehe ich das nicht.
    Wir morgen alles besser? Das werden wir dann sehen.
    Die Zukunft ist das, was WIR ALLE daraus machen…wichtig hierbei ist allerdings das Vorhandensein von HIRN und HERZ.
    HerrGOTT lass bitte beides Regnen! Amen.

  5. Der Plötzensee ist doch ein stehendes Gewässer, oder? Wenn alle für sich individuell entscheiden, wo sie ins oder ans Wasser gehen, ist es doch nachvollziehbar, dass dem See die Selbstheilungskräfte ausgehen. Alle Hobbysportler*innen wissen doch, dass Bewegung heilsam ist. Und da sich der Plötzensee nicht bewegen kann, braucht er unsere Hilfe zur Rehabilitation; wenigstens da, wo gesperrt ist!

  6. Warum gibt es nicht 2-3 legale Einstiegsmöglichkeiten in den Plötzensee? Warum das Totalverbot mit hohem Zaun? Wo bleiben die Parkstreifen, die dafür sorgen könnten, dass die Uferbereiche außerhalb der Einstiegsstellen nicht betreten werden?
    Ein paar Klos wären auch gut.
    Kostet die Stadt alles in allem viel weniger als ein Freibad.

    • Ich denke das ist einer dieser Fälle wo es ohne das Einsehen der Bürger nichts wird. Das SGA kann nicht verhindern, wenn nachts um 4 Uhr ein paar Leute mit Akku-Flex kommen und den Zaun absägen. Ich denke auch dass das immer und immer wieder passieren wird, auch wenn man den Zaun repariert. Polizei hat auch andere Sorgen.

      Und das Einsehen der Bürger wird man nicht kriegen, wenn nicht mindestens Steingarten und FKK-Wiese ganz offizielle Badestellen sind. So einfach ist das.

  7. Es braucht schlicht mehr kostenfrei zugängliche Plätze im öffentlichen Raum, gerade für junge Menschen. Wir haben hier viele Menschen und wenig Kapital, durch die hohen Mietpreise überall in der Stadt erhöht sich der Druck auf allen Ebenen. Da bringt es nichts auf Jugend, Gruppenzugehörigkeiten zu schimpfen – der Wohlstand wird wenn überhaupt keinesfalls schnell hier ankommen, das ändert sich auch nicht mit dem Plötzensee. Also am Druck wird sich erstmal nichts ändern. Beschränkung wird nur zu mehr Frust und Vandalismus führen. Wir müssen also zumindest mittelfristig eine preisgünstige Lösung finden, leider. Die FKK- Wiese muss wieder her und das Strandbad sollte einen gemeinnützigen Betreiber bekommen. Alles andere kostet nur noch mehr und Erfolg bleibt fraglich. Für weitergehende Diskussionen ist das hier das falsche Forum, ich persönlich habe es satt frustrierten Leuten beim online-mimimi zuzusehen und das gemeinsame Geifern auf die jeweils anderen zur Selbstdarstellung zu nutzen, dazu gibt es generell zu viel Möglichkeiten….

    • Warum nur junge Menschen?
      Es sind überwiegend junge am See lachend, trinken und rauchend u.a. Cannabis.
      So arm sind die doch nicht.
      Was ist mit der älteren Generation die u.a.
      unseren Staat mit aufgebaut hat damit die jungen Chillen können ?

  8. Lieber Herr Faust,

    vielen Dank für Ihre Berichterstattung. Allerdings möchten wir einer Aussage in Ihrem Kommentar widersprechen: „Gleichzeitig ist die radikale Forderung der Initiative, ganze vier (!) freie Seezugänge einzurichten, mit dem dringend nötigen Naturschutz nicht vereinbar.“

    Das ist eine bloße Behauptung ohne Begründung. Zudem erschließt sich uns nicht, was an vier Zugängen an einem knapp acht Hektar großen See „radikal“ sein soll.

    Unser Konzept sieht vor, den Bürgerinnen und Bürgern den Zugang zum Wasser zu ermöglichen – damit die Uferbereiche gerade nicht betreten werden müssen. Der Steingarten beweist bereits, dass dieses Prinzip funktioniert. Ebenso funktionierte es jahrelang an der FKK-Stelle am Westufer – bis der Bezirk diesen Zugang schlicht geschlossen hat, was nun zu weiteren Konflikten führt.

    Zäune und freie Zugänge schließen sich dabei nicht aus, sondern ergänzen sich. Ein vernünftiger Kompromiss erhöht die Akzeptanz für Schutzmaßnahmen in der Bevölkerung – und das nützt dem Naturschutz langfristig mehr als ein totales Verbot.

    Dürfen wir fragen, worauf sich diese Einschätzung stützt? Und welche Lösung schlagen Sie vor, um die Interessen am See nachhaltig in Einklang zu bringen?

    Mit den besten Grüßen

    Free.Swimming.Ploetzensee

      • Wenn Sie nicht im Plötzensee schwimmen wollen, dann können Sie es deswegen nicht Zehntausenden Weddingern und Moabitern verbieten.

        Wussten Sie, dass vor 100 Jahren, im Jahr 1926, das Bezirksamt Wedding 860.000 Besucher des Strandbads Plötzensee zählte (Wikipedia).

        Glauben Sie wirklich, dass durch Schwimmen die Uferzonen kaputtgehen? – Oder ist Ihnen das eingeredet worden? Denken Sie bitte nach.

        Haben Sie erlebt, wie voll das Strandbad bis 2001 war, als dieses Bad noch von der Stadt betrieben wurde und Schwimmer, ganz besonders Kinder und Jugendliche, hochwillkommen waren?! Es gab günstige Jahreskarten, Ferienkarten oder Jugendermäßigungen. Nach Badeschluss galten Regeln für die Abkühlung Berufstätiger nach Feierabend. In dem bisherigen „Freizeitort für Arbeiterfamilien aus Wedding und Moabit“ serviert heute ein Gastronom Longdrinks an saturierte Party-Steher aus Leipzig.

        Was ist seit 2002 anders? Nicht die Schwimmer haben die heutige Situation herbeigeführt, sondern die Privatisierung des Strandbads und das Bezirksamt.

        • Durch Schwimmende gehen Uferzonen nicht kaputt, aber eben wohl durch Menschen, die sich dort niederlassen, grillen, Gebüsch und andere Pflanzen herausreißen, weil es sich darauf unbequem sitzt oder man das als Brennholz direkt am Wasser nutzt. Badegäste, die auf Bäume klettern und dabei die Bäume schädigen tun das auch. Menschen, die ihren Müll mitbringen, aber nicht wieder mitnehmen ebenso. Menschen die Schwäne und andere Tiere mindestens durch bloße Anwesenheit vertreiben oder gar durch Angriffe auf Schwäne, deren Gelege und und und.

          Dieses Gequatsche von „früher war alles besser und hat ja auch funktioniert“ gehört eben zu einer Zeit, in der sich weniger Leute daneben benommen haben und gesellschaftlich durchgesetzte Regelungen noch möglich waren. Heute bekommt man Schläge angedroht oder wird ignoriert, wenn man denn überhaupt mal den Mund aufmacht.

          Es bräuchte für alle zugänglichen Bereiche einen Sheriff, der die Leute überwacht, weil die Leute statt Anstand und Rücksicht lieber Müll, Wut und Drogen mitbringen.

          Nicht alle, aber ein geringer (aber steigender) Anteil reicht aus, um es für alle ungemütlich zu machen.

          Und wer dann mit den alten Kamellen ankommt, dass das doch früher auch ging, der ist so in der aktuellen Zeit angekommen, wie mein 97jähriger Opa, der auch gerne von damals erzählt, als alles noch ganz anders war.

          Den Sheriff will übrigens auch keiner und auch keiner will den Job haben.

          Manchmal müssen Verbote sein, weil es an Geld und Personal fehlt, das anders zu lösen.

          Ich hab auch noch keinen der Initiative für ein freies Schwimmen für ein besseres Miteinander Müll am See und den Ufern sammeln sehen oder aufklären, direkt da, wo ständig Beschädigungen stattfinden. Stattdessen Forderungen nach 4 Plätzen zum reingehen, was utopisch ob der geringen Größe des Sees ist.

          Die Fischerpinte reaktivieren: top!
          Dort von den Stegen aus eine Einstiegsmöglichkeit schaffen: top!

          Den Bereich am ehemaligen Rosengarten / jetzt Steinufer so zugänglich gestalten, dass auch Menschen mit Rollstuhl ans Ufer kommen oder man mit Stand-up-Paddle und ohne Kletterpartie das Wasser erreicht: top!

          Den Bereich an der FKK wiese wieder zugänglich machen und vielleicht mit einem Handlauf für einen sicheren Zugang zum Wasser sorgen: top

          Alle Forderungen darüber hinaus betrachte ich persönlich als realitätsfern und als ein ebenso an einander vorbei arbeiten, als Vandalismus zu betreiben oder dem Bezirksamt gänzlich böse Absichten zu unterstellen.

          Ob der Betreiber mit dem Strandbad alles richtig macht, kann man in Frage stellen.
          Ob es direkt neben dem Strandbad eine kaum genutzte und eingezäunte Fläche geben muss, an der gefühlt 2x im Jahr Vereine irgendwas feiern und tun, kann man auch diskutieren.

          Jedenfalls kann man nicht ständig nach mehr verlangen, den Naturschutz komplett außer Acht lassen und behaupten, dem Uferbereich dort ginge es toll…

          Denkt mit euren Hirnen, trefft euch und überlegt euch gemeinsam produktive und umsetzbare Strategien. Vielleicht auch mit mehr Engagement und Aufklärung aus der Bevölkerung heraus.

          Denn so sollte eine Gesellschaft eigentlich funktionieren. Miteinander.

          Stattdessen ist es ein Leid mit anzusehen, wie die zivilgesellschaftliche Seite immer nur fordert und selbst bisher keine Leistung zu messen ist, neben Wut und „ich will, ich will, ich will“.

          Mir hat man als Kind beigebracht, dass es den Willi so nicht gibt, der einem alles ermöglicht und den Hintern pudert.

          • „Ich hab auch noch keinen der Initiative für ein freies Schwimmen für ein besseres Miteinander Müll am See und den Ufern sammeln sehen“

            Florian, das Betreten der Uferbereiche ist strafbewehrt verboten, daher kann so eine Initiative gar nicht aufkommen! Bitte mach mal eine Kronkorken-Kippen-Zählung auf der FKK-Wiese und ihrem Umfeld im Vergleich mit einigen beliebigen Quadratmetern in einem Berliner Park – das Potential zum Müllsammeln ist da, wirste sehen.

          • Moin Boris,

            mit den Möglichkeiten zur Sauberhaltung ist nicht nur der gesperrte Uferbereich gemeint, aber auch den hat keiner gereinigt und sich gekümmert, als noch der kleinere Zaun da stand und es Gang und Gebe war, dass da alle rüber machen.

            Dass es auch anders geht, Positivbeispiel FKK Wiese, kann ich auch bezeugen, aber so ist es halt am See genau an dieser einen Stelle und sonst sind Kippenstummel und Kronkorken überall in Massen vorhanden, weil vielen scheißegal.

            Scheint auch einen Zusammenhang zu geben zwischen den Nackten und dem Ausbleiben der lauten Nachbarn. Vielleicht sollte man also generell wieder mehr FKK leben?

    • Ich persönlich halte vier Badestellen für eine Maximalforderung. Zwischen 0 und 4 liegt als Kompromiss zwei – ein Zugang am Steingarten und ein Zugang an der FKK-Wiese. Damit ist den Interessen beider Seiten Genüge getan – aber das ist nur meine Meinung.

      • Es sind überwiegend junge Menschen, die sich dort abkühlen wollen. Sie haben ja kaum noch kostenfreie Möglichkeiten in Berlin. Was den Naturschutz betrifft: man sollte sich lieber darum kümmern, dass an der Straße davor ( Dohnagestell) regelmäßig Müll abgeladen wird, in die Natur. Oder auch darum, daß man in diesem Park nicht mehr in Ruhe spazieren kann, weil Radler die Wege in Rennstrecken verwandeln ohne Rücksicht auf kleine Kinder, Hunde, ältere Menschen. Man muss beiseite springen weil sie ihre Klingel nicht finden.

        • Schon merkwürdig – immer wieder dieses unsägliche „zu teuer-Argument“ fürs Freibad!
          Einfach mal abends mit offenen Augen durch den Wedding gehen (egal ob Sprengel-, Brüssseler- oder Malplaquekiez) und sich anschauen, wie gut besucht die dortigen Bars und Restaurants sind! Da redet niemand mehr von zu teuer, wenn für die Pizza >15€ oder den Drink mind. 10€ über die Theke wandern!
          Aber klar – das Feindbild des geldgierigen Privatinvestors beim Freibad muss im linken Wedding gepflegt werden!

      • Die Eskalation geht von der Vorgängerin des heutigen Stadtrats aus – mit ihrer Dark-Fantasy Räuberpistole, die Schwimmer seien an allem schuld und hätten sogar einen Schwan ermordet.

        Eine Besucherlenkung ist das A und O für den Schutz der Ufer. Tatsächlich sollte es dem Bezirksamt darum gehen, die zahlreichen Besucher vom Lagern und Herumwandern direkt am Ufer abzuhalten. – Auch Schwimmen hält davon ab! Wie free.swimming.ploetzensee richtig schreibt.

        Option II – die nur zweitbeste:
        Der heutige Gastronom des Strandbads will mit seiner hochpreisigen Strandbar die Besucher aus Wedding und Moabit gar nicht zu sich lenken, sondern vielmehr von sich weglenken.

        Daher ist die Lenkungsfunktion zwischen den Liegewiesen und dem See auszugestalten – für alle Sonnenhungrigen, Sportbegeisterten oder After work-Grüppchen sowie auch die Schwimmer. Sie sollen nicht am Ufer lagern, sondern davon überzeugt werden, die Liegewiesen aufzusuchen, um von dort den Blick auf den See und seine natürlich erhaltenen Ufer zu genießen.

        Zweckmäßig ist dabei nicht eine bestimmte Anzahl, sondern dass die Besucherlenkung funktioniert. Es liegt auf der Hand, dass für die großen Liegewiesenflächen, die sich auf ungefähr 1 Kilometer Länge zwischen dem Ostufer und der Straße Dohnagestell hinziehen, eine einzige Einstiegstelle sehr wenig ist. Zumal der Steingarten auch die Funktion als Zielort und Aussichtspunkt für Spaziergänger wahrnimmt. Das Vorbild für weitere Einstiegstellen sollte die schmale Steintreppe an der FKK-Wiese sein, weil sie einen effektiven Uferschutz darstellt.

        Dasselbe gilt analog auch für die über 100 Jahre alte Fischerpinte, die mit ihren Stegen auf Stelzen steht und von der aus kein Besucher das Ufer betrat.

        Option I:
        Die beste Lösung wäre, das hochwertige Strandbad, das sich nach wie vor im öffentlichen Besitz befindet (wie Bahn und Post … haha!), seinem Zweck wieder zuzuführen: Dieses wunderschöne Freibad wurde 1922-29 erbaut als „Wassersportplatz Plötzensee“, zusammen mit dem Volkspark Rehberge, um einen „Freizeitort für Arbeiterfamilien aus Wedding und Moabit“ zu schaffen (siehe Wikipedia).

        An dem Berliner Oberbürgermeister der Goldenen Zwanziger Jahre, der für die Finanzierung des „Wassersportplatzes Plötzensee“ sorgte und ihn höchstpersönlich einweihte – Gustav Böß der Deutschen Demokratischen Partei DDP -, sollten sich die drei Parteien (Grüne, Linkspartei, SPD), die heute die Situation am Plötzensee in die Sackgasse getrieben haben, ein Beispiel nehmen!

        • Vieles im Kommentar ist so total in Ordnung und gut formuliert.

          Eine Schuld an die Schwimmer von Seiten des Amtes wäre mir jedoch nicht bekannt.

          Die Gruppe, die dort Schäden verursacht sind Besuchende oder wenn man auf gendergerechte Sprache verzichten muss, weil es schmerzt, Besucher. Die, die nicht einsteigen, schwimmen, aussteigen, abtrocknen, tschüss.

          Die die bleiben, manchmal mit halbem Hausstand. Manchmal ohne Baumschutz mit Hängematten im Uferbereich, manchmal mit Feuerstellen. Die, die gerne an Bäumen klettern und diese schädigen. Massen an Menschen, die Wege in die karge Erde trampeln und Grünzeug abrupfen. Müll hinterlassen.

          Oder sind wir was diese Tatsachen angeht unterschiedlicher Meinung?

      • Wenn die Erholungssuchenden an Regeln gehalten hätten und das Ufer zu ihrem Selbstzweck beschädigt hätten, dann hätten wir eine andere Situation.
        habe selbst gesehen wie ein junger Mann mit einem paddel am Ufer rum stocherte. Jetzt sind fie alle empört.
        Jeder ist duch scheinbar selbst genug. Zu viele Leute auch die unsere Kultur bereichern sollten führen sich unmöglich am Treppengeländer auf.

  9. Das war leider zu erwarten. Nicht nur ist dieser Vandalismus ja ein berlinweites Ärgernis, nein, hier im Falle des Plötzensees wurde im Vorfeld ja regelrecht agititiert gegen diesen Zaun, in welchem zudem mancher Weddingweiser-Leser auch noch sein Grünen-Bashing kanalisiert und freien Lauf lässt.

    Selbst wenn es diese öffentlich zugänglichen Badestellen gäbe, so würde sich der Bade-Andrang definitiv nicht auf dieses Stellen beschränken. Wenn das OA hier nicht langfristig regelmäßig präsent(er) ist, werden die so dringend notwendigen und absolut gerechtfertigten ökologischen Maßnahmen für die Katz‘ und innerhalb weniger Jahre auf den ökologischen Stand vor den Maßnahmen zurückgetrampelt sein!

      • Auch gegen die mittelfristige Wieder-Zerstörung des ökologisch aufgewerteten Ufers des Plötzensees wird kein Kraut gewachsen sein. Das liegt am unzureichenden personellen Zustand des Ordnungsamtes. Das liegt aber auch an einer zerstörerischen, aktivistivischen Minderheit, die in der Zerstörung dieses leider notwendigen Zauns ihrem ideologischen Kampf gegen „law and order“ frönen. Und damit es auch stets moralisch passt, wird dieser Vandalismus als Dienst für die Allgemeinheit, als soziale Gerechtigkeit verklärt (zum Beispiel „wir sorgen dafür, dass alle Menschen jederzeit und überall am Plötzensee baden können).

        Nach-mir-die-Sintflut-Aktivismus.

    • Seit 150 Jahren baden die Menschen, vor allem junge Menschen, im Plötzensee. Die Probleme entstanden erst 2004, da den Weddingern und Moabitern das Strandbad weggenommen wurde. Das Bezirksamt hat es in der Hand, es ihnen wieder zurückzugeben!
      Käfige lösen keine Probleme.

      • Ich spreche mich ebenfalls ausdrücklich dafür aus, dass das Strandbad zurück in öffentliche Hand kommt bzw. deutlich günstiger wird.

        Aber wertvolle Natur (Klimawandel) aus Trotz zu zerstören, um dem Bezirksamt zu zeigen, wo der Hammer hängt, dafür fehlt mir wohl der notwendige Intellekt.

  10. Das ist nicht nur ein Problem am Plötzensee, sondern berlinweit. Viele haben nicht die Disziplin um Regeln einzuhalten, weil sie nicht verstehen, dass nur so ein friedliches Miteinander möglich ist.
    Das trifft auf Vermüllung zu, illegale Müllentsorgung (vor irgendeiner Haustür), Parken, Vandalismus usw. usw. Das macht diese ehemals schöne Stadt kaputt. Vielleicht liegt es an mangelnder Intelligenz, Erziehung oder dass bei einigen Mitbürgern in ihren Herkunftsländern schnell der Gummiknüppel gezückt wird, um Regeln durchzusetzen und im Familiensystem Gewalt auch eine großeRollespielt. Den demokratischen Unterschied scheinen einige nicht zu begreifen.

  11. Es fehlt weiterhin ein Naturschutzkonzept für den Plötzensee. Seit Jahren gibt es Verbote, es überstürzen sich wilde Behauptungen, Übertreibungen und Unterstellungen, aber das Bezirksamt macht seine Hausaufgaben nicht: Es legt kein Naturschutzkonzept vor.

    Betretungsstelle am See heißt für mich als Schwimmer ganz klar: Kein Lagern auf dem Uferstreifen! – Gelagert wird vielmehr auf den dafür vorgesehen Liegewiesen. – Das wurde und wird nicht unterschieden: Betreten und Liegen.
    Und ich verstehe nicht, warum das Bezirksamt diese Unterscheidung unterlässt?! Durch diese Ignoranz eskaliert das Bezirksamt.

    Eine gute Betretungsstelle ist die Steintreppe in der Nähe der FKK-Wiese (und weiterer Wiesen) direkt am Campingplatz. Seit Jahrzehnten gehen hier die Schwimmer ins Wasser und wieder raus, ohne mit dem Ufer überhaupt in Berührung zu kommen. Dass dies ebenfalls verboten wurde, zeigt, dass es hier nicht um die Sache geht, sondern um einen Kulturkampf.

    Die Ursache der Probleme wird vom Bezirksamt verschwiegen und verleugnet: Die Privatisierung des Strandbads! Seitdem können sich Durchschnittsverdiener das Strandbad nicht mehr leisten, und Schwimmer werden dort auch nicht gut behandelt. Sein Geschäftsmodell ist das, was das Bezirksamt anderen vorwirft: Partys – jedoch für betuchte Auswärtige. – Den wichtigsten Hebel hat das Bezirksamt in der Hand: Rekommunalisierung oder Pächterwechsel zu einer gemeinnützigen, dem Wedding verpflichteten Organisation.

    • „Es fehlt weiterhin ein Naturschutzkonzept für den Plötzensee“

      Kurt, das mag schlicht daran liegen, dass für ein Landschaftsschutzgebiet (aktueller Rechtsstatus) kein solches Gutachten erforderlich/gewünscht ist. Anders als vielfach dargestellt, oder rezipiert, ist die Grundlage der Betretungsverbote nicht „Naturschutz“, sondern das Berliner Grünflächengesetz, nach dem Nutzungen in Parkflächen geregelt werden können. Ein LSG darf grundsätzlich betreten und beschwommen werden. Genauso könnten auf der Grundlage des Grünflächengesetzes Einstiege ausgewiesen werden, analog den zugelassenen Grillstellen in Berliner Parks.

      Mit Naturschutz habe ich schon beruflich zu tun gehabt – u.a. habe ich eine Schutzgebietsplanung für das Olbetal südlich Haldensleben/Sachsen-Anhalt erstellt. Dort wurde kein NSG ausgewiesen, es hat nur zum FFH-Gebiet gereicht. Im Gebiet Rehberge/Plötzensee lebt nichts, was in Roten Listen namhaft wäre, seltene Biotoptypen sind nicht vorhanden. Es ist ein menschlich stark überformter Park, keine Natur.

  12. Bürgergespräch mit Schriener. Vermutlich noch mit seinem persönlichen Referenten, dessen Rechtschreibkenntnisse, aus eigener Erfahrung gesprochen, zumindest als fragwürdig gelten können. Von Schriener erwarte ich mir nichts, leider.

  13. Morjen

    also ganz ehrlich, wäre ich ein paar Jahre jünger würde ich mich um diese Vollpfosten handfest kümmern…. das wäre dann zwar schmerzhaft würde aber dauerhaft Ruhe im Schacht bringen…. was müssen die seltsam verwirrt sein im Kopf. Einfach mal den Zaun unter strom setzen…. hälte doch im Kopp nich mehr aus

    in diesem Sinne

      • Hallo

        Richtig… man(n) könnte die Vollpfosten auch an die Zaunpfosten binden…. für den Restsommer aber dit wär dann voll jemein

    • Ich gelange langsam aber allmählich zu der Überzeugung, dass dieser Vandalismus, dieses unsoziale in-Berlin-mach-ich-mein-Ding-Verhalten, diese völlige Ignoranz einer intakten Natur und Gewässerökologie auf der vollständigen Abwesenheit eines zivilgesellschaftlichen Gemeinsinns (in welcher Stadt, in welchem lebenswerten Umfeld wollen wir gemeinsam leben?) basieren. Einer Art ziviler Ungehorsam und ein ideologischer Kampf seitens der Verursacher*innen gegen alles was auch nur ansatzweise (ganz bewusst in Anführungszeichen!) „Aufwertung“, „Bürgerlichkeit“ und „Law and order“ versprüht. Beispielhaft hierfür die verstörenden Kommentare hier in der Kommentarspalte unter dem Artikel zur neuen Müll-App vor vielen Wochen. Wo sich kommentierende Stimmen tatsächlich für noch mehr Vermüllung aussprachen, um die „Gentrifizierung im Zaum zu halten“.

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