BVG-Baustelle Seestraße

Rund um den Bahnhof Seestraße wird gebaut. Ersatzverkehr ist die Folge. Foto: Hensel
Rund um den Bahnhof Seestraße wird gebaut. Ersatzverkehr ist die Folge. Foto: Hensel

An einer der verkehrsreichsten Kreuzungen Berlins wird gerade der BVG-Verkehr total umgekrempelt. Auf dem U-Bahnhof Seestraße fahren die Bahnen Richtung Alt-Tegel anders. Doch auch über der Erde müssen sich Fahrgäste umorientieren: Ein halbes Jahr lang entfällt der Straßenbahnverkehr auf dem Ast zum Virchow-Klinikum, wovon auch die Tramhaltestelle am U-Bahnhof Seestraße betroffen ist.

Unter der Erde

Für den U-Bahnhof hat sich die BVG einiges vorgenommen: In den kommenden fünf Jahren soll der Bahnhof nicht nur barrierefrei ausgebaut, sondern auch von Grund auf instandgesetzt werden. Dank neuer Gleisverbindungen können die Züge in beide Fahrtrichtungen am westlich gelegenen Bahnsteig I halten. In zwei Jahren wechselt der Bahnbetrieb auf den dann sanierten Bahnsteig II. „Die Aufzüge entstehen auf beiden Bahnsteigen in Nähe der bestehenden nördlichen Treppenanlagen in Nähe der Seestraße“, teilt uns die Pressestelle der BVG dazu mit, also gibt es einen kurzen barrierefreien Umstieg zur Straßenbahn. Ein zusätzlicher Treppenausgang entsteht außerdem vom Bahnsteig in Richtung Alt-Tegel zur Ecke Müller-/Amsterdamer Straße.

Über der Erde

Bis Mitte Oktober erneuert die BVG die Straßenbahngleise zwischen Amrumer und Turiner Straße. 3.800 Meter Schiene und etwa 2.400 Schwellen werden ausgetauscht. Für die Gestaltung als sogenanntes grünes Neues Berliner Straßenbahngleis werden rund 4.500 Quadratmeter Rasenfläche hergestellt. Im Bereich der Turiner Straße werden provisorische Endhaltestellen geschaffen.

Nachdem die notwendigen Bauweichen eingebaut wurden, können die Züge in der direkt anschließenden, zweiten Bauphase ab 22. Mai bis Betriebsbeginn am Montag, den 17. September die provisorischen Endhaltestellen nutzen. Die Ersatzbusse bedienen dann den Abschnitt von U-Bahnhof Seestraße/Turiner Straße zum Virchow-Klinikum. Zusätzlich wird die Buslinie 106 aus Schöneberg kommend bis zur neuen Endstelle U-Bahnhof Seestraße/Turiner Straße verlängert, um den Umstieg zu erleichtern. Im Oktober werden die Bauweichen wieder ausgebaut und die Endhaltestelle Seestraße/Turiner Straße wieder entfernt.

Für  Straßenbahnfahrgäste, die nicht den Schienenersatzverkehr benutzen möchten, bedeutet es einen mehrere hundert Meter langen Fußweg von der Turnier Straße bis zur Müllerstraße, wenn sie in die U-Bahn umsteigen möchten.

In einem Nahverkehrsforum wird kritisiert, dass die Totalsanierung des erst 1997 eingeweihten Straßenbahnabschnitts nur wegen falscher Sparsamkeit erforderlich sei. „Der erste (1995 eingeweihte, Anm.d.R.) Bauabschnitt zwischen Björnsonstraße und Louise-Schroeder-Platz war mit der sehr aufwändigen, teuren, aber nahezu unverwüstlichen Bauweise hergestellt worden… Bei der Planung des zweiten Bauabschnitts hatten sich endlich die Sparfüchse und Kritiker durchgesetzt, die immer betonen, dass die großen Vorteile der Straßenbahn in der billigeren und schnellen Errichtung der Infrastruktur liegen. Nun kam eine viel billigere Variante zur Ausführung. Das Ergebnis haben wir jetzt.“

Ärgerlich für die Fahrgäste ist auch, dass die langjährige Sanierung der Bösebrücke mit Einschränkungen im Tramverkehr noch nicht lange zurückliegt. Die BVG hat unsere Anfrage nach dem Zeitpunkt der Bauarbeiten wie folgt beantwortet: „Während der Sperrung der Bösebrücke wurden bereits umfangreiche Arbeiten in der Straßenbahninfrastruktur und an den Kreuzungsbereichen von Straßenbahn und querendem Autoverkehr erledigt. Die jetzt laufenden Arbeiten konnten technisch bedingt nicht zusätzlich parallel stattfinden und hätten die Bauzeit verlängert. Zeitlich waren wir aber an die Planung der Brückensanierung gebunden.“


3 Kommentare
  1. Das Verkehrschaos ist komplett, da die Luxemburger zur gleichen Zeit „umgebaut“ wird… ein Traum! 🙁

  2. Wo genau soll denn der neue Ausgang für die U-Bahn entstehen?

    1. Danke für den Hinweis, für den wir die BVG befragt haben. Die Aufzüge werden nahe an der Seestraße gebaut. Der neue Ausgang entsteht in Richtung Alt-Tegel an der Ecke Müllerstraße/Amsterdamer Straße.

Wichtige Ergänzung? Konstruktiver Kommentar? Gerne: