Wie afrikanisch ist das Afrikanische Viertel?

Alles Mögliche hat hier einen Afrikabezug....
Alles Mögliche hat hier einen Afrikabezug….

In den Medien geistern immer wieder abenteuerliche Zahlen herum, wie viele Afrikaner angeblich im Afrikanischen Viertel leben sollen. So war beispielsweise im Tagesspiegel des 10. Juli von 2.500 Afrikanern (»vor allem aus Ghana, Kamerun und Nigeria«) zu lesen, die dort inzwischen gemeldet seien. Insgesamt hat das Afrikanische Viertel 20.722 Einwohner – inklusive der »Cité Joffre« südlich der Julius Leber-Kaserne, die zum selben statistischen Gebiet gehört. Von denen müsste demnach fast jeder Achte aus Afrika stammen. So viele sind es aber bei weitem nicht.

Togostraße im Afrikanischen ViertelDoch es sind auch nicht wenige: Tatsächlich spuckt die Datenbank des Statistischen Landesamtes Berlin-Brandenburg für den Stichtag 31. Dezember 2016 insgesamt 700 im Gebiet »Rehberge« gemeldete Einwohner mit afrikanischer Herkunft aus, das sind etwa 3,4 % der Bevölkerung. In ganz Berlin beträgt dieser Anteil rund 1,4% (deutlich weniger als die Hälfte davon verfügt über die deutsche Staatsbürgerschaft). Das Afrikanische Viertel ist also weit afrikanischer als der Durchschnitt der Stadt.

Aus dem Afrika südlich der Sahara (früher nannte man die Region »Schwarzafrika«, heute »Subsahara«) stammen insgesamt 411 Bewohner des Quartiers, also rund 2 % der dortigen Bevölkerung. Auch das ist relativ viel – allerdings nicht für Weddinger Verhältnisse. Deutlich höher ist nämlich mit rund 2,6 % der schwarzafrikanische Bevölkerungsanteil im Gebiet »Reinickendorfer Straße« (zwischen Schulstraße und Pankstraße) sowie im Soldiner Kiez (2,5 %). Auch hinter dem Bahnhof Gesundbrunnen (2,3 %) und im Sprengelkiez (2,1 %) ist der Anteil der Einwohner mit Wurzeln in der Subsahara-Region größer als im Afrikanischen Viertel. Der Wedding ist also insgesamt ziemlich afrikanisch – zumindest für deutsche Verhältnisse.

Autor: Christof Schaffelder

Dieser Beitrag erschien zuerst in der Sanierungszeitschrift „Ecke Müllerstraße„; Ausgabe Aug./Sept. 2017

One comment

  1. Ciska

    Ja sicher gibt es hier mehr Afrikaner im Afrikanischen Viertel! Das ist lustig und angenehm! Wir leben in der Kameruner Str. wo z:b. ein kamerunisches Cafe/Esslokal Bantou Village(sehr leckere Fischgerichte!) und ein kamerunenischer Laden zu finden ist.

Wichtige Ergänzung? Konstruktiver Kommentar? Gerne: