Basalt – eine Bar wächst im Wedding heran

Basalt BarEs tut sich etwas im Barleben im Wedding. Vor kurzem hat in der Utrechter Straße die Bar „basalt“ eröffnet. Eigentlich wollte der Weddingweiser die Betreiber Kieran und Matthias wenige Stunden vor der Eröffnung zum Warum und Wie befragen, aber bis zuletzt wurde geschraubt und gewerkelt. Der Eröffungsabend selbst war dann so gut besucht, dass verständlicherweise keine Zeit blieb.

Eine Woche später haben wir dann alle gemeinsam Zeit gefunden, um uns das basalt einmal etwas genauer anzuschauen. Die beiden Betreiber Kieran und Matthias sind gebürtig aus Reinickendorf und wohnen seit vielen Jahren im Wedding. Sie sind zusammen aufgewachsen und hatten beide schon immer den Traum, einmal eine eigene Bar aufzumachen. Und wenn, dann in ihrem und unserem Wedding.

Wer die Utrechter Straße kennt, erinnert sich vielleicht noch an das Kartenspiel International, welches in der Hausnummer 38 ansässig war. Irgendwann war das Geschichte und die beiden nutzten die Chance, bei der Hausverwaltung anzufragen, ob sie die Räumlichkeiten mieten dürften. Glücklicherweise wohnen sie sogar im selben Haus. Das war im Februar letzten Jahres.

Basalt BarIm November hatten sie dann den Mietvertrag in der Hand und konnten damit anfangen, ihre Vorstellungen zu verwirklichen. Während Kieran für den gastronomischen Teil verantwortlich ist (er war unter anderem mehrere Jahre Restaurantleiter im Schraders), entwickelte Matthias das visuelle Konzept der Bar. Denn das basalt sieht nicht aus wie jede gewöhnliche Bar, sondern hat als Hauptmerkmal das Thema Botanik aufgegriffen. Die Idee für dieses Thema kam früh, und auch wenn im Laufe der Umbauten die ein oder andere Idee verworfen oder geändert wurde, so sieht man, das alles mit sehr viel Leidenschaft und Überlegung gebaut wurde.

Das fällt einem an einem feuchtfröhlichen Abend wahrscheinlich gar nicht so auf, aber wenn man einmal in Ruhe die Augen durch die Bar wandern lässt, so findet man den (selbst-)gegossenen Fußboden in den Tischen und Fensterbänken wieder aufgegriffen, die Metallverkleidung der Tische am Boden der Bar, die Blätter der Pflanzen als Bilder an der Wand, einheitliche Farben bei Fenster, Stühlen und den Türen und die grünen Fliesen der Hausfassade am Tresen wiederholt.

Während der Bauphase hatten sie viel handwerkliche Unterstützung von Freunden. Der eine konnte das, der nächste dies und so waren sie froh über die große Hilfe. Auch die Bewohner im Haus wurden nie im Unklaren gelassen über das, was hier geschieht. Man kennt sich untereinander gut und sie wollen, dass sich hier jeder wohlfühlt und gerne vorbeikommt. In der Bar selbst gelingt dies wahrscheinlich am besten am langen, erhöhten und freistehenden Bartisch, man kommt an den Tisch und am Ende des Abends kennt jeder jeden.

Basalt BarGetränketechnisch fällt sofort die feine Auswahl an Cocktails auf. Für den Wedding eher ungewöhnlich: man merkt im Gespräch mit Kieran, dass er seinen Gästen wirklich gute Cocktails präsentieren möchte, mit den besten Zutaten, hochwertigem Alkohol und hoher Qualität.

Ich muss zugeben, ich habe angesprochen, dass das Konzept für Wedding vielleicht gewagt sein könnte, aber die Leidenschaft, mit der Kieran über die Cocktails spricht, überzeugt. Er könnte auch schlechte Cocktails machen und minderwertigen Alkohol nehmen, aber dann könnte er nicht hinter seiner Bar und hinter dem Produkt stehen. Da wird dann auch gerne mal der Strohhalm mit Orangenschale eingerieben, um dem Gast ein allumfassendes Geschmacks- und Geruchserlebnis zu gönnen.

Neben Cocktails gibt es Longdrinks (die ebenfalls ziemlich gut gemischt sind), Bier (unter anderem immer ein günstiges Hausbier und Berliner Kindl als Flaschenbier), Wein und Limonaden.

Wer also einem Weddinger Eigengewächs beim Wachsen und Gedeihen zusehen möchte, der hat immer von Di-So ab 19 Uhr die Gelegenheit dazu. Ein Raucherraum ist ebenfalls vorhanden.

Basalt BarDi-Sa 19-?, So 19 – 1 Uhr
Raucherraum vorhanden
Utrechter Straße 38

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4 comments

  1. Thorsten

    Hm, so richtig professionell fand ich die Jungs nicht gerade. Es war wenig los, es gab keine Karte. Die holte ich uns selber. Ein etwas gelangweilter Barkeeper, Typ Surferboy schlurfte heran und nuschelte, ob wir irgendwie ’ne Beratung bräuchten.
    Nun gut…. die Bar ist ganz schick gemacht. Aber da fahre ich lieber entweder ins George R um die Ecke oder gleich in eine richtige Bar.

Wichtige Ergänzung? Konstruktiver Kommentar? Gerne: