GESCHLOSSEN Zu Besuch im Neontoaster – ein Weddinger Kleinod

Foto: Christoph NeubertAn das erste Mal erinnere ich mich noch genau. Es war an einem Sonntag im vergangenen Frühjahr. Vor dem Haus in der Seestraße 106 standen zwei Strandliegen auf einem hölzernen Podest. Daneben weitere Tische, Pflanzen und alte Butterdosen, die als Aschenbecher genutzt wurden. Drinnen erwartete uns ein heller Raum mit einer ungewöhnlich zusammengestellten Auswahl an runden und eckigen Tischen im Stil der 50er/60er-Jahre. Die Liebe steckt dabei im Detail – und in einer fein säuberlich ins Gesamtkonzept integrierten Sammlung ungewöhnlicher Designobjekte.

Foto: Christoph Neubert
Foto: Christoph Neubert

Einen Schokokuchen, zwei Cappuccini und eine Basilikumlimonade später stand fest: der Neontoaster ist etwas Besonderes. Gepackt hat uns vor allem der einmalige Charakter des Cafés/Restaurants. Angefangen beim Namen brechen die Inhaber Barbara und Alessandro mit vielerlei Konventionen und nehmen uns mit auf eine Reise zu Italiens kulinarischen Geheimnissen.

Das Angebot ist ganz anders als man es gewohnt ist. Keine Pizza, keine klassische Pasta. Dafür alles vegetarisch (teils sogar vegan), ausnahmslos biologisch und immer überraschend. Nachmittags bestimmen vor allem Kuchen und Süßspeisen das Bild. Tiramisu in der Tasse, Birnenstrudel, vegane Schokokuchen oder raffiniert geschichtete Torten mit feiner Vanillecreme. Dazu gibt es neben Cappuccino & Co. auch Kaffee aus einer Napoletana – eine sehr traditionelle Art der Kaffeezubereitung.

Foto: Christoph Neubert
Foto: Christoph Neubert

Die Speisekarte ist auf das Wesentliche reduziert und bietet neben Kaffee diverse Vorspeisen, sechs bis sieben Hauptgerichte sowie eine große Auswahl an Käse und Wein. Ein Highlight ist der Aperitif mit Köstlichkeiten. Der Gast wählt den Aperitif (zu empfehlen ist der Pirlo), die Küche überrascht mit kalten und warmen Vorspeisen. In kleinen Schälchen und Gläsern, auf Tellern und Brettern kommen nach und nach eingelegtes Gemüse, Käse, russischer Salat, Kichererbsenpfannkuchen und vieles mehr. Immer wieder anders, garantiert aber immer ein optisches und geschmackliches Erlebnis.

Foto: Christoph Neubert
Foto: Christoph Neubert

Ein Besuch im Neontoaster ist geprägt vom Charme der Gastgeber, der Liebe für Lebensmittel, und von italienischem Lebensgefühl. Der einmalige Charakter lässt sich aber nur schwer beschreiben und will erlebt werden.

Ein kulinarischer Leuchtturm ist es für uns allemal.

Gastautor, Fotos: Christoph Neubert

Neontoaster

Seestraße 106 nahe Togostraße, 13353 Berlin

seit 1. Juni geschlossen

 

 


2 Kommentare
  1. […] Ungewöhnlich eingerichtet ist dieser von Italienern betriebene Laden in der Seestraße. Es ist nicht ausdrücklich ein Weinladen, sondern eher ein Ort, an dem sich verschiedene vegetarische Lebensmittel in Bioqualität probieren lassen.  Artikel über den Neontoaster […]

  2. […] Februar ein Treffen. Wir, das sind Rita Plessing vom Café Strudelka, Barbara und Alessandro vom Neontoaster, Christoph Berten sowie wir vom Nomad Store und Gallery. Dann hat die Werbeagentur Stilbrand sich […]

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