Krematorium trifft Kulturexpedition #7

Das Krematorium Gerichtstraße
Das Krematorium Gerichtstraße

Am Freitag, den 04. März um 18:00 Uhr ist es wieder soweit. Die Kulturexpedition unverblümt geht in die siebte Auflage. Dieses Mal wird aber nicht wie sonst der Kiez unsicher gemacht, sondern ausschließlich das ehemalige Krematorium Gerichtstraße. Den meisten ist es heute wohl eher als silent green Kulturquartier bekannt. Neben allerhand Kopfhörerparcours und Multimedialesung gibt es dieses Mal auch etwas auf die Hand. Genauer genommen einen auf die Platte, denn auf alle Besucher wartet am ein Popup Ping-pong-Turnier. Bringt also eure Schläger mit!

Vom Eingangstor zum Innenhof

Eröffnet wird der kulturelle Reigen mit einem Kopfhörerparcours der Gruppe „Atelier für neues Lernen“. Diane M. Burgard (Gründerin), Niels Poensgen (Ableton Dozent) und Leroy werden ein, vom mystischen Ort des alten Krematoriums inspiriertes Ambient-Set einspielen. Abschied, Wandlung, Neubeginn vereint in einer einzigen Sinfonie. Der Clou daran: es wird live über Kopfhörer übertragen, die am Eingang ausgeteilt werden.

(c) Desmond Garcia
(c) Desmond Garcia

Im Innenhof wartet die selbsternannte Einmannkapelle Desmond Garcia auf die Besucher der Expedition. Ob er mit seinen berühmten 3D-Cardboard-Pappkartons auftreten wird und ob sein Vater wirklich der verschiedene ex-Grateful Dead Frontmann Jerry Garcia ist? Viele Fragen ranken sich um die Einmannkapelle, doch wie heißt es so schön: die Antwort liegt in der Musik.

Über die Kuppelhalle zum Kubus

In der „skarabäus_passage“ begeben sich Valentin Moritz (Stipendiat der Prosawerkstatt im Literarischen Colloquium Berlin), Saskia Trebing (2. Literaturpreis Prenzlauer Berg) und Sarah Wohler (UdK Berlin) in Begleitung von Schalen- und Nesseltieren an einsame Orte. Zitat:“Das Multimedia-Programm „skarabäus_passage“ wagt sich steile Berge hinauf, in tiefe Trance hinein und in die toten Enden dämmernder Shoppingcenter. Denn irgendwo muss ja das Wasser sein. Und irgendwo müssen sie fließen: diese widerspenstigen Worte.“

(c) Yunas Orchestra
(c) Yunas Orchestra

Im Kubus wird anschließend das Kraut-Jazz-Synthesizer-Projekt mit dem Namen Yunas Orchestra aufspielen. Ursprünglich als reines Recording-Projekt gestartet, hat das Orchestra im vergangenen Jahr ein eigenes Live-Set entwickelt. Maschinelle Rhythmen aus dem Modularsynthesizer bilden die Basis, verschiedene Tasteninstrumente setzen harmonische Akzente, und ab und an wird eine Trompete als Soloinstrument eingesetzt. Je nach aktueller Besetzung verirrt sich aber auch mal eine E-Gitarre oder ein bis drei Congas in das Orchester.

Zeitgleich zum modernen Orchesterspiel werden in der Galerie Patrick Ebensperger zwei Gruppen durch die Räume geführt. Während dieser Führungen wird es allerdings nicht um die Kunst, sondern um die Räumlichkeiten selbst gehen. Kunstwerke werden derzeit nicht ausgestellt.

Restaurant Moos und Popup Ping Pong

Der Turmverein: Reaktorbumms bezeichnet sich selbst als „Zusammenschluss nonkonformistischer Zeitgenossen und -genossinnen, die mit ihrem Rollator und anderen Utensilien regelmäßig die Ruhe stören und die Zeit genießen!“ An anderer Stelle liest man etwas über Klangkunst, die der Turmverein darböte. Nun, wem dieses „Rollator-Crossover“ etwas verwirrend erscheinen mag, der ja kann währendessen im Restaurant Moos ganz konkret für sein eigenes leibliches Wohl sorgen. Das Restaurant wird in der ganzen Zeit mit Erfrischungen und kulinarischen Leckereien Löffel bei Fuss stehen.

Für die ganz Verwegenen wird ganz spontan und doch geplant eine Tischtennisplatte aufgestellt. Auch Schläger wird es geben, allerdings nur in begrenzter Stückzahl. Tischtennis als soziales Kunstwerk, wenn man so will. Denn unter Umständen kann man an der Platte nicht nur die Nachbarn zum Duell herausfordern, sondern vielleicht auch den einen oder anderen unverblümt-Macher oder gar einen der Künstler.

Übrigens:
in zwei Kurzvorträgen mit abschließender Fragerunde werden alle Besucher bei Bedarf auch über die Geschichte des Krematoriums Wedding bzw. silent green Kulturquartiers informiert werden. Die Friedrich-Ebert-Stiftung schickt darüber hinaus ein Filmteam, welches das Projekt porträtieren wird (Thema: soziale Quartierspolitik).

 

unverblümt #7
unverblümt #7

Beginn der Expedition ist um 18:00 Uhr am Tor des Kulturquartiers.
Der Ablaufplan ist wie immer ohne Gewähr

18:00 Uhr Treffpunkt Tor
18.10 Uhr ATELIER FÜR NEUES LERNEN: Kopfhörerparcours
18.30 Uhr DESMOND GARCIA: Einmannkapelle
19.20 Uhr SKARABÄUS_PASSAGE: Multimedia-Lesung
19.50 Uhr YUNAS ORCHESTRA: Kraut/Jazz/Synthesizer
19.55 Uhr GALERIE PATRICK EBENSPERGER: Führung
21.50 Uhr POP-UP PING PONG in der Kuppelhalle
22.00 Uhr TURMVEREIN: Reaktorbumms

Silent green – Kulturquartier
Gerichtstraße 35, 13347 Berlin
S+U Wedding

 


1 Kommentar
  1. […] dem die unverblümt-Kulturexpedition in ihrer letzten Auflage das ehemalige Krematorium an der Gerichtstraße Ecke Adolfstraße bespielt hat, gibt es an diesem […]

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