Jährlich fallen in Deutschland über 400 Millionen Tonnen Abfall an – ein großer Teil davon vermeidbar. Die GLASBOX der Berliner Hochschule für Technik nimmt diese Herausforderung zum Anlass und zeigt eine Woche lang praktische Alternativen: Reparieren statt wegwerfen, Upcycling statt Neukauf, Kreislauf statt Verschwendung.
Das Programm reicht vom klassischen Repair Café über Textil-Upcycling bis hin zur Möbelherstellung aus Restmaterialien. Dabei kommen sowohl einfache Handarbeit als auch digitale Fertigungstechnologien wie Lasercutter zum Einsatz. Besonders spannend: Ein Workshop zu „Precious Plastic“ zeigt, wie aus Plastikmüll wieder brauchbare Gegenstände entstehen können.
Die GLASBOX macht ihre Offene Werkstatt, Maschinen und ihr Know-how für alle zugänglich. Das Ziel ist einfach: Zeigen, dass Müllvermeidung machbar ist und Spaß macht. Denn die besten Ideen für eine nachhaltige Zukunft entstehen, wenn Menschen zusammenkommen und gemeinsam ausprobieren, was möglich ist
Samstag, 22.11.2025

Repair Café mit den Reparateur*innen des Repair Café Wedding (14 bis 18 Uhr)
Ort: GLASBOX der Berliner Hochschule für Technik
Wegwerfen war gestern – reparieren ist heute! Am 22. November 2025 öffnet die GLASBOX von 14 bis 18 Uhr ihre Türen für das Repair Café: Gemeinsam mit Reparatur-Expert*innen können defekte Alltagsgegenstände wieder nutzbar gemacht oder kreativ umgebaut werden. So entsteht weniger Abfall, Ressourcen werden geschont – und jeder lernt, wie einfach Reparieren sein kann. Kostenlos, ohne Anmeldung und offen für alle Berliner*innen!
Das Format verbindet Nachhaltigkeit mit Gemeinschaft: Ob Lieblingskleidung, Elektrogerät oder Haushaltsgegenstand – vieles lässt sich mit ein wenig Know-how und den richtigen Werkzeugen reparieren oder zu etwas Neuem umbauen. Damit leisten wir gemeinsam einen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft, vermeiden Abfall und verlängern die Lebensdauer wertvoller Produkte.
Besonderes Anliegen des Repair Cafés ist die Hilfe zur Selbsthilfe. Besucher*innen können nicht nur Dinge reparieren lassen, sondern sollen auch selbst ausprobieren, wie es geht. Mit Unterstützung erfahrener Expert*innen gibt es praktische Tipps, die Mut machen, künftig eigenständig Reparaturen durchzuführen.
Die GLASBOX stellt dafür alle Werkzeuge zur Verfügung. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich – einfach vorbeikommen, ausprobieren und gemeinsam zeigen: Wegwerfen war gestern, Zukunft ist reparieren!
Mittwoch, 26.11.2025

Offene Werkstatt: nähen, sticken, lasercutten uvm. Im Makerspace der BHT (14 bis 18 Uhr)
Ort: GLASBOX der Berliner Hochschule für Technik
Die GLASBOX der Berliner Hochschule für Technik öffnet ihre Türen für alle Berliner*innen, die Lust auf kreatives Arbeiten und digitale Fertigung haben. In der offenen Werkstatt treffen Nähen, Sticken und Holzbearbeitung auf 3D-Druck und Lasercutter – ein Ort, an dem traditionelle Techniken und moderne Technologien selbstverständlich nebeneinanderstehen.
Die Ausstattung reicht von Näh- und Stickmaschinen über Werkzeuge für Holzarbeiten bis hin zu 3D-Druckern und Lasercuttern. Eine aktuelle Liste aller Maschinen ist online verfügbar; bei speziellen Anforderungen hilft das GLASBOX-Team gerne weiter.
Die offene Werkstatt lädt dazu ein, neue Fähigkeiten auszuprobieren, Ideen umzusetzen und sich mit anderen auszutauschen – ein Raum für gemeinsames Lernen und kreatives Experimentieren.
Eine aktuelle Liste der Werkzeuge und Maschinen findest du hier. Wenn du konkrete Tools benötigst, wende dich am besten direkt an das Team der GLASBOX.
Workshop: Kreatives Upcycling mit dem Lasercutter (14 bis 18 Uhr)

Ort: GLASBOX der Berliner Hochschule für Technik
Moderne Lasertechnologie trifft auf nachhaltige Textilgestaltung: In diesem Workshop erhalten beschädigte T-Shirts und Hoodies durch kreative Applikationen eine zweite Chance. Löcher, Flecken oder ungewollte Prints werden zu Ausgangspunkten für individuelle Designlösungen.
Das Konzept: Aus Jerseyresten entstehen maßgeschneiderte Applikationen, die präzise mit dem Lasercutter oder traditionell per Hand zugeschnitten werden. Nach dem Aufbügeln werden die Elemente von den Teilnehmenden selbst festgenäht. Das Ergebnis sind einzigartige Kleidungsstücke, die computerbasierte Produktion mit handwerklicher Tradition verbinden.
Der Workshop demonstriert, wie digitale Fertigungsmethoden zur Textilrettung eingesetzt werden können und zeigt alternative Wege zur Müllvermeidung in der Bekleidungsindustrie auf.
Upcycling-Schmuck Workshop mit Stadtwaldelfe (14 bis 18 Uhr)

Suzanne van Rissenbeck – Sozialaktivistin und Künstlerin
Ort: GLASBOX der Berliner Hochschule für Technik
Schmuck aus Straßenfunden und geretteten Materialien: Stadtwaldelfe alias Suzanne van Rissenbeck verwandelt vermeintlichen Müll in tragbare Kunstwerke. Als Sozialaktivistin und Künstlerin sammelt sie Aluverschlüsse von Getränkedosen, rettet Fahrradschläuche und Nylonstrümpfe vor der Mülltonne und findet überall Perlen, Kronkorken und andere Fundstücke.
Aus diesen gesammelten Materialien entstehen handgemachte Unikate, die Geschichten erzählen – vom städtischen Müllproblem, von Ressourcenverschwendung, aber auch von einem nachhaltigen Lebensstil. Jedes Schmuckstück zeigt, wie scheinbar Wertlosem eine neue Bedeutung gegeben werden kann.
Die Teilnehmenden lernen nicht nur praktische Upcycling-Techniken, sondern setzen sich auch mit den gesellschaftlichen Fragen auseinander, die hinter jedem weggeworfenen Gegenstand stehen. Stadtwaldelfe teilt dabei ihre Erfahrungen als Müllsammlerin und Aktivistin.
Donnerstag, 27.11.2025

Vom Denken zum Handeln: Kreislaufwirtschaft praktisch erfahren (15:00 – 18:30 Hocker fräsen, 19:00 bis 20:30 Uhr Lecture Performance)
Ort: GLASBOX der Berliner Hochschule für Technik
Am Donnerstag, den 27. November 2025, lädt das Team der GLASBOX an der Berliner Hochschule für Technik im Rahmen der Zero Waste Wochen und der Europäischen Woche der Abfallvermeidung dazu ein, Kreislaufwirtschaft nicht nur zu verstehen, sondern konkret zu erleben. Das Programm verbindet praktisches Schaffen mit theoretischem Durchdringen – denn nachhaltige Transformation braucht beides: nachhaltiges Denken und nachhaltiges Handeln, die sich beide gegenseitig verstärken.
Der Nachmittag beginnt mit dem Workshop „Hocker aus geretteten Materialien bauen“ (15:00-18:30 Uhr). Hier kehren wir den üblichen Konsumkreislauf um: Statt mit einer Einkaufsliste zum Baumarkt zu gehen, arbeiten wir mit dem, was bereits da ist. Mit Open Source Software FreeCAD und parametrisch anpassbaren Dateien entstehen stabile Hocker – gefräst aus vorhandenen Materialien unterschiedlichster Plattenstärken. Diese Herangehensweise macht erfahrbar, wie sich Design an verfügbare Ressourcen anpassen lässt, anstatt Ressourcen an starre Pläne anzupassen.
Je nach Teilnehmendenzahl können nicht alle selbst zur Fräse greifen, doch das gemeinsame Beobachten und Begleiten der Arbeitsschritte ist ebenso lehrreich und wird zum kollektiven Lernerlebnis.
Der Abend setzt diese praktische Erfahrung in den größeren Kontext: Die Lecture Performance „Der Kopf ist rund, damit wir in Kreisläufen denken können“ (19:00 Uhr) analysiert, warum wir überhaupt in die ressourcenverschwendende Linearwirtschaft gerutscht sind und wie natürliche Kreisläufe funktionieren. Die am Nachmittag erprobte Praxis des „Nutze was vorhanden ist“ wird so zum Baustein einer kreislaufbasierten Wirtschaftsweise.
Freitag, 28.11.2025
Workshop: Auf dem Weg zu einer kreislaufbasierten Plastikwirtschaft mit Open Source (16 bis 19 Uhr)

Ort: GLASBOX der Berliner Hochschule für Technik
Im Rahmen der Zero Waste Wochen und der europäischen Woche der Abfallvermeidung findet am Freitag, den 28. November 2025 ab 16 Uhr in der GLASBOX an der Berliner Hochschule für Technik ein Drop In-Workshop zu DIY-Spritzguss aus recyceltem Kunststoff statt. Jeder kann einfach vorbeikommen, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Plastikmüll gehört zu den größten Problemen unseres Planeten – Mikroplastik findet sich mittlerweile selbst in entlegensten Orten der Erde, und obwohl das Problem weithin bekannt ist, werden derzeit nur neun Prozent aller produzierten Kunststoffe recycelt. Wie können Open Source-Ansätze zu einer kreislaufbasierten Plastikwirtschaft beitragen?
Workshop: „Precious Plastic“ in Aktion
Hier können Teilnehmende aller Altersgruppen ihr eigenes Souvenir aus recyceltem Plastik herstellen lassen. Mit den Open Source-Maschinen von Precious Plastic erhalten Sie eine praktische Einführung in verschiedene Plastiktypen, Recyclingverfahren und die Funktionsweise der Maschinen. Dabei entstehen aus Plastikmüll wieder neue, nützliche Gegenstände – von der Sortierung bis zum fertigen Produkt.
Über Precious Plastic: Was 2015 als kostenlose Bauanleitung für Plastik-Recyclingmaschinen von Dave Hakkens begann, ist heute eine weltweite Bewegung. Die Open Source-Community entwickelt kontinuierlich neue Lösungen für lokales Plastikrecycling und macht Kreislaufwirtschaft im Kleinen erfahrbar.
Samstag, 29.11.2025
Herbst Clean-Up im Wedding mit Müll-Bingo (14 bis 16 Uhr)
Ort: vor dem Haus Bauwesen (D) an der Berliner Hochschule für Technik
Wir wollen gemeinsam den Kiez schöner machen – und dazu brauchen wir euch!
Am Samstag, den 29. November 2025 von 14–16 Uhr ruft das Team der GLASBOX der Berliner Hochschule für Technik gemeinsam mit der Initiative „Tag des guten Lebens“ und dem AStA der BHT zum Clean-Up im Kiez rund um den Campus der BHT auf.
Damit der Spaß nicht zu kurz kommt, gibt es ein Müll-Bingo! Nach dem Prinzip eines Bingos bekommt jede Person eine Karte mit bestimmten Müllkategorien, die gesammelt werden. Dabei entdecken wir vielleicht noch wahre Schätze, die repariert, umgestaltet oder weitergenutzt werden können. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt.
Das Werkzeug für das Clean-Up wird gestellt!
Aus Müll mach neu:
Am Mittwoch, den 03. Dezember, laden wir in unsere Offene Werkstatt „GLASBOX“ (Raum E00, Haus Bauwesen (D) an der BHT) ein, um aus den passenden Fundstücken nützliche und ansprechende Gegenstände zu machen.
Frei nach dem Motto: one person’s trash is another one’s treasure.

Text: Nadia Hagemann

