Man ist im Wedding einiges gewohnt. Überquellende Mülleimer, Sperrmüll, der plötzlich „auftaucht“, und Ecken, die erst sauber sind – und am nächsten Morgen wieder nicht. Aber das in der Kolberger Straße ist eine andere Liga.


Seit Silvester liegt in der Kolberger Straße, direkt vor einem Spielplatz, eine ausgebrannte Chemietoilette – daneben ein ebenso abgefackelter Müllcontainer. Verkohlt, zerfetzt, halb geschmolzen. Eine Anklage aus Plastik, Müllresten und Gleichgültigkeit.
Anwohner Kostas aus der Kolberger Straße hat sich an den Weddingweiser gewandt. Die Hoffnung: Die größte Community im Wedding kann vielleicht für Öffentlichkeit sorgen. Denn Meldungen ans Ordnungsamt gab es offenbar genug – nur passiert ist nichts. Stattdessen wächst der Müllberg weiter, als hätte sich die Ecke stillschweigend zur inoffiziellen Deponie erklärt.
Die Schilderungen aus der Nachbarschaft zeichnen ein Bild, das kaum zu ertragen ist: Bereits in der Silvesternacht wurden Toilette und Müllcontainer auf die Straße geschoben und angezündet. Als die Feuerwehr kam, wurden die Einsatzkräfte auch noch mit Feuerwerkskörpern beworfen. Danach blieb zurück, was man heute sieht – und was seitdem einfach liegen gelassen wird.


Nicht nur der Müll ist ein Skandal. Nicht die Zerstörung. Sondern dass ein solcher Ort – direkt vor einem Spielplatz – monatelang im öffentlichen Raum existieren kann, ohne dass sich etwas bewegt.
Im Wedding gibt es viele Ecken, die nicht geschniegelt sind. Das gehört auch zur Realität dieses Stadtteils. Aber eine ausgebrannte Toilette, die wie ein Mahnmal der Verwahrlosung vor sich hin gammelt, ist keine „raue Kante“ mehr. Das ist schlicht ein Zustand, der so nicht stehen bleiben darf. Die Frage ist inzwischen nicht mehr, warum sie dort liegt. Sondern: Warum liegt sie immer noch dort? Und vielleicht auch: Wie viele Meldungen braucht es eigentlich, bis aus „zur Kenntnis genommen“ endlich „beseitigt“ wird?
Nachtrag: am 18. April wurde der Müll beseitigt.
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Zitat: „Im Wedding gibt es viele Ecken, die nicht geschniegelt sind. Das gehört auch zur Realität dieses Stadtteils. Aber eine ausgebrannte Toilette, die wie ein Mahnmal der Verwahrlosung vor sich hin gammelt, ist keine „raue Kante“ mehr. Das ist schlicht ein Zustand, der so nicht stehen bleiben darf. Die Frage ist inzwischen nicht mehr, warum sie dort liegt. Sondern: Warum liegt sie immer noch dort?“
Vielleicht liegen diese Silvestertrümmer genau aus dem Grund noch dort – als Mahnmal: Das passiert, wenn die Einsatzkräfte nicht respektiert, sondern bei ihrer Arbeit angegriffen werden.
Ordnungsamt ist auch so ein Thema. Wir haben in unserer Strasse Brienzer/Frauenfelder Weg, einen Kandidaten (nicht aus dem mitteleuropäischen Reich, eher weiter östlich) einen Kandidaten, der sein Auto, wenn er von der Arbeit kommt, grundsätzlich, ohne vorher überhaupt nach einem Parkplatz zu suchen, auf dem Bürgersteig abstellt. Benachrichtigte das OrdAmt R’dorf, das war nicht zuständig. Bekam jedenfalls die Mitteilung. Selbigen Tatbestand teilte ich dem OrdAmt Mitte mit. Keine Reaktion bis heute. Was sind das für Schnarchnasen?
Es ist ja nur der Gehweg. Schiebt den Haufen auf die Fahrbahn, schon hat er eine ganz andere Priorität.
Das funktioniert tatsächlich. Habe das auch schon ein paar mal gemacht.
Fahrbahnen haben ein offenes Budget, sprich es gibt keine Obergrenze was es kosten darf die Fahrbahn freizuhalten. Geht auch schneller.
Gehweg Nutzende sind durch solche Hindernisse oft stärker gefährdet als Autofahrer. Wenn zB. ein Kind auf dem Gehweg mit dem Fahrrad in sowas reinfährt kann das sehr übel ausgehen.
bester Tipp bisher!
Hallo an Alle, auch an die, die nicht gegrüßt werden wollen.
Irgendwie ist das Thema “Vorsätzlich von Menschen gemachte Vermüllung” in unserem geliebten Wedding
ein “Klassenschlager”.Und leider immer wieder die gleiche nachfolgende Argumentationskette in der Nachkommentierung,
monothematisch und mit Reflexen, die antrainiert oder an Pawlowschen Reflexen erinnern.
Ich hatte das bereits, ja und auch ICH! wiederhole mich hier erneut.
Dieses asoziale Verhalten ist dem Verhalten von Mitteleuropäern eher fremd, im Tierreich ist es gänzlich unüblich.
Die Lösung? Eine entsprechende Sanktionierung und gesellschaftliche Ächtung ist das Minimum, wie ich meine.
Das Lernen beginnt von klein auf.
In Einfacher Sprache:
Wat Fritzchen nicht jelernt hat, lernt Fritz jar nich mea!
Mir ist auch vollkommen egal welches Ferkel für diese Sauerei verantwortlich ist.Ditte jeht nich!
Dennoch Gute Woche.
Morjen MoGo
brilliante Formulierung mit den Mitteleuropäern – warum ist mir das nicht eingefallen und wer mit Tieren zusammen lebt kann das bestätigen
müllfreie Woche
Mahlzeit Reinhard, Danke für dit Kompliment.
Wir Menschen können vom Tierreich noch sehr viel Lernen, z.B.Vernunft💡
Hallo an Alle, auch an die, die nicht gegrüßt werden wollen.
Schon mal mit der Ornungsamt-App probiert? 😉
Da reagiert selten jemand drauf