Das Wichtigste der Woche im Wedding

Das Fasten ist vorbei. Zumindest für die muslimischen Weddinger, die den Fastenmonat Ramadan begangen haben. Und nun isser da, der Sommer. Gut, dass nach dem verregneten und kalten Mai die Wenigsten bisher unbedingt im Plötzensee baden wollten. Letzte Woche jedenfalls hat auch das Strandbad Plötzensee wiedereröffnet, mit neuer Betreiberschaft und vielen Ideen im Gepäck. Hier unser Artikel.

Neuer Glanz fürs Strandbad Plötzensee

Der Wedding hat im Laufe der Jahre viel von seiner Geschichte verloren. Für eine über 100 Jahre alte „blaue Perle“ scheint es nun aber einen Rettungsanker und eine Zukunft zu geben. Das Freibad am Westufer des natürlichen Gewässers mit seinem markanten Backsteingebäude ist seit diesem Jahr an ein neues Team verpachtet. Die Betreiber Michael Verhoeven und Katharina Zahn – Geschäftsführerin – wollen das Potenzial dieses Naturparadieses mitten in der Stadt heben, und etwas gegen die permanente Übernutzung des Sees an seinem Ostufer tun. Statt wild im Landschaftsschutzgebiet zu baden soll es wieder gute Gründe geben, ins frisch renovierte Strandbad zu gehen.

Weddinger Kinder gehen baden

 

Leserfoto, Quelle: Mirko
Leserfoto, Quelle: Mirko

Schillerpark-Plansche blieb im Juni gesperrt

Viele Weddinger Eltern fragen sich Jahr für Jahr, wenn im Frühjahr das Thermometer in den sommerlichen Bereich steigt, wann denn die Wasserspielplätze des Bezirks eröffnet werden. Nun teilt das Bezirksamt Mitte mit, dass die Saison der Kinderplanschen im Goethepark (am Dohnagestell) und im Schillerpark (Dubliner Ecke Barfusstr.) am 31. Mai eröffnet wurde. Beide Planschen werden grundsätzlich bei Temperaturen ab 25 Grad von 10 bis 18.00 Uhr betrieben. Die Temperaturvorhersage der RBB-Abendschau vom Vortag ist dabei maßgeblich. Allerdings beginnt der Badebetrieb im Goethepark wegen einer automatischen Steuerung erst, wenn die Mindesttemperatur tatsächlich erreicht ist. Und wenn Gewitter oder Stürme vorhergesagt werden, findet sicherheitshalber gar kein Badebetrieb an den Kinderplanschen statt.

Aufgrund von Vandalismusschäden konnte der Betrieb der Plansche im Schillerpark aber erst im Juli aufgenommen werden. Unbekannte hatten die 2011 für 450 000 Euro sanierte Schillerpark-Plansche kaputtgemacht und drei Sprühköpfe abgetreten, schreibt die Berliner Woche.  Mindestens 12 000 Euro kostet die Reparatur, wie Jürgen Götte vom Grünflächenamt der Berliner Woche sagte. Die Teile mussten jetzt neu angefertigt werden. Das Geld nimmt der Bezirk aus seinen Unterhaltsmitteln für Grünflächen.

Bleiben noch das Strandbad Plötzensee, das Kombibad Seestraße und das Sommerbad Humboldthain. Hier muss man allerdings Preise zwischen 4,00 und 5,50 Euro pro Erwachsenem einkalkulieren…

Weddingwoche #32: Nasse Füße im Wedding

Strandbad PlötzenseeEine unserer wichtigsten Straßen erinnert uns nicht nur im Hochsommer daran, wie viel Wasser es im Wedding gibt: die Seestraße. An ihrem östlichen Ende befindet sich das derzeit wohl beliebteste „Gewässer“ des Ortsteils, das Frei- und Hallenbad Seestraße. Und im Westen liegt der Namensgeber der Straße, der 740 Meter lange und 7 Hektar große Plötzensee. Für die Architektur des Strandbades aus dem Jahr 1928 dürften allerdings wohl die wenigsten Besucher ein Auge haben, denn was kann im Moment schon mit dem weißen Sandstrand des Sees konkurrieren?

Wer den Wedding in diesen heißen Sommertagen nur für eine aufgeheizte Steinwüste hält, kennt sich einfach nicht gut genug aus. Wir haben nämlich auch noch den Möwensee, den Entenpfuhl und den Sperlingssee im Volkspark Rehberge. Und quer durch den Ortsteil fließt seit Menschengedenken die gute alte Panke. Da kann man allerdings ebenso wenig die Füße hineinhalten wie in den Berlin-Spandauer Schiffahrtskanal. Für Abkühlung bietet sich da dann schon eher die hochmoderne Kinderplansche im Schillerpark an. Dem Sponsoren sei Dank, dass die jetzt endlich in Betrieb ist und große und kleine Weddinger nasse Füße bekommen.

Unsere Kolumne „Weddingweisers Woche“ erscheint jeden Samstag in der Bezirksausgabe Wedding des Berliner Abendblatts.

Strandbad Plötzensee: so was gibt’s in Kreuzberg nicht!

Der Strand am Plötzensee (Quelle: http://schoenes.berlin)
Der Strand am Plötzensee (Quelle: http://schoenes.berlin)

Was tun Kreuzberger, wenn sie ihre Lieblingsbadestelle im Süden Berlins durch Straßensperrungen bedingt nur schwer erreichen können? Möglicherweise fahren sie in den Wedding, statten dem Strandbad Plötzensee einen Besuch ab – und entdecken ein Kleinod!

Weddingwoche #23: Kulturstecherei

Strandbad am Plötzensee
Das Strandbad am Plötzensee, im Bild (und hoffentlich nur dort) rechts.

Eigentlich, Wedding, sollte vom 14. bis 16. Juni ein lateinamerikanisches Kulturfestival im Strandbad Plötzensee stattfinden. Statt mit Messerstechereien wolltest du ausnahmsweise mal mit Kultur in die berlinweiten Nachrichten. Aber dann entsprach doch wieder alles dem Klischee, es war mal wieder Rambazamba, mal wieder Crime Time im Wedding: Mitarbeiter des Festivals sollen rassistisch beschimpft, der Veranstalter von einem Bekannten des Strandbades bedroht und verprügelt worden sein. Stimmt nicht, sagt der Betreiber des Bades und erhebt seinerseits Vorwürfe gegen den Veranstalter. Was Genaues weiß man nicht, nur, dass das Festival ohnehin nicht hätte stattfinden können, weil es vom Bauamt Mitte nicht genehmigt wurde. Das hätte man zumindest ahnen können, und spätestens hier entsteht der Eindruck, das Ganze sei von Anfang an als Maßnahme für unterbeschäftigte Rechtsanwälte geplant worden. Aber obwohl sie auf der Schwelle zur Lachnummer steht, bleibt diese wilde Geschichte trotzdem ein Trauerspiel. Ach Wedding, mag sein, dass in deinem Strandbad ein paar rassistische Lachsnacken unter Vertrag sind, oder dass jemand dein Böse-Buben-Image nur als Vorwand missbraucht. Wir wissen es nicht. Aber kannst du künftig versuchen, wenigstens mit Kulturveranstaltungen das zu machen, was andere auch damit machen? Nämlich positive Schlagzeilen. Wir wären dir sehr verbunden.